Satire, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Satire · Nominativ Plural: Satiren
Aussprache  [zaˈtiːʀə]
Worttrennung Sa-ti-re
Wortbildung  mit ›Satire‹ als Erstglied: Satiremagazin · Satirendichter · Satirenschreiber · Satireseite · Satiriker · satirisch · satirisieren
 ·  mit ›Satire‹ als Letztglied: Gesellschaftssatire · Zeitsatire
Herkunft aus satiralat ‘Gedicht, in dem menschliche Torheiten verspottet werden, Spottgedicht’, eigentlich (älter) satura (lanx)lat ‘den Göttern alljährlich dargebrachte Fruchtschüssel’, übertragen ‘Allerlei’
eWDG

Bedeutung

Form des Komischen in der Kunst, besonders in der Literatur, die mit dem Anliegen, Bestehendes zu verändern, durch Ausdrucksmittel des schärfsten Spottes und enthüllender Polemik charakteristische Widersprüche in Individuum und Gesellschaft aufdeckt und der Lächerlichkeit preisgibt
Beispiele:
eine köstliche, geistvolle, beißende, bittere, gesellschaftskritische, politische Satire
bei diesem Künstler verbindet sich echter Humor mit einer messerscharfen Satire
diese Satire geißelt, verspottet den preußischen Untertanengeist im deutschen Kaiserreich
Heinrich Heines berühmte Satire ›Deutschland. Ein Wintermärchen‹
Kurt Tucholsky war ein Meister der Satire
Die Fabel der Minna ist nämlich nichts anderes als eine schneidende Satire auf das friderizianische Regiment [ MehringLessing-Legende362]
diese Zeit schreit ja nach Satire [ TucholskyPanter109]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Satire · satirisch · Satiriker
Satire f. ‘kritische, mit Ironie, Komik und humoristischer Überspitzung (gesellschaftliche) Mißstände verspottende Dichtung oder Darstellung’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. satira ‘Gedicht, in dem menschliche Torheiten verspottet werden, Spottgedicht’, eigentlich (älter) satura (lanx) ‘den Göttern alljährlich dargebrachte Fruchtschüssel’, übertragen ‘Allerlei’; dann auch in der Schreibweise spätlat. satyra, in Anlehnung an lat. Satyrus (griech. Σάτυρος) ‘Satyr’ (Gefährte des Bacchus), wonach (bis ins 18. Jh.) nhd. Satyre, Satyra. Dafür in dt. Übersetzung Spottgedicht, Strafgedicht, -schrift. satirisch Adj. ‘spöttisch, beißend’ (16. Jh.), Satiriker m. ‘wer Satiren verfaßt, Spötter’ (18. Jh.), lat. satiricus.

Thesaurus

Synonymgruppe
Glosse · Karikatur · Parodie · Persiflage · Satire · Verspottung · humoristische Verarbeitung · Überspitzung · Übertreibung · Überzeichnung  ●  Veräppelung  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Satire‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Satire‹.

Verwendungsbeispiele für ›Satire‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Satire, die damals wild ausgreifend erschien, wirkt heute fast zahm – sie ist zu optimistisch. [Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 19.12.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16674]
Die serielle Struktur ermüdet doch arg, und die Satire ist nicht selten etwas platt. [konkret, 1998]
Ein halbes Jahr vorher waren wir übereingekommen, einige seiner Satiren in der ZEIT zu drucken. [Die Zeit, 13.02.1998, Nr. 8]
Das war satirisch gemeint, und wieder einmal hat die Satire die Wirklichkeit überholt. [Die Zeit, 26.07.1996, Nr. 31]
Und darum eben hat die politische Satire nichts zu lachen. [Die Zeit, 05.04.1996, Nr. 15]
Zitationshilfe
„Satire“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Satire>.

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