Satire, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Satire · Nominativ Plural: Satiren
Aussprache
WorttrennungSa-ti-re
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Satire‹ als Erstglied: ↗Satiremagazin · ↗Satirendichter · ↗Satirenschreiber
 ·  mit ›Satire‹ als Letztglied: ↗Gesellschaftssatire · ↗Zeitsatire
eWDG, 1974

Bedeutung

Form des Komischen in der Kunst, besonders in der Literatur, die mit dem Anliegen, Bestehendes zu verändern, durch Ausdrucksmittel des schärfsten Spottes und enthüllender Polemik charakteristische Widersprüche in Individuum und Gesellschaft aufdeckt und der Lächerlichkeit preisgibt
Beispiele:
eine köstliche, geistvolle, beißende, bittere, gesellschaftskritische, politische Satire
bei diesem Künstler verbindet sich echter Humor mit einer messerscharfen Satire
diese Satire geißelt, verspottet den preußischen Untertanengeist im deutschen Kaiserreich
Heinrich Heines berühmte Satire ›Deutschland. Ein Wintermärchen‹
Kurt Tucholsky war ein Meister der Satire
Die Fabel der Minna ist nämlich nichts anderes als eine schneidende Satire auf das friderizianische Regiment [MehringLessing-Legende362]
diese Zeit schreit ja nach Satire [TucholskyPanter109]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Satire · satirisch · Satiriker
Satire f. ‘kritische, mit Ironie, Komik und humoristischer Überspitzung (gesellschaftliche) Mißstände verspottende Dichtung oder Darstellung’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. satira ‘Gedicht, in dem menschliche Torheiten verspottet werden, Spottgedicht’, eigentlich (älter) satura (lanx) ‘den Göttern alljährlich dargebrachte Fruchtschüssel’, übertragen ‘Allerlei’; dann auch in der Schreibweise spätlat. satyra, in Anlehnung an lat. Satyrus (griech. Σάτυρος) ‘Satyr’ (Gefährte des Bacchus), wonach (bis ins 18. Jh.) nhd. Satyre, Satyra. Dafür in dt. Übersetzung Spottgedicht, Strafgedicht, -schrift. satirisch Adj. ‘spöttisch, beißend’ (16. Jh.), Satiriker m. ‘wer Satiren verfaßt, Spötter’ (18. Jh.), lat. satiricus.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hohn · Satire · ↗Verspottung  ●  ↗Farce  franz.
Assoziationen
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
Synonymgruppe
Glosse · ↗Karikatur · ↗Parodie · ↗Persiflage · Satire · humoristische Verarbeitung · ↗Überspitzung · ↗Übertreibung · ↗Überzeichnung  ●  ↗Veräppelung  ugs.
Unterbegriffe
  • Osmanisches Reich (19. Jahrhundert)  ●  kranker Mann am Bosporus  ugs. · kranker Mann von Europa  ugs.
  • Pastiche
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Comedy Epistel Farce Glosse Groteske Humor Humoreske Ironie Kabarett Karikatur Komödie Kunstbetrieb Literaturbetrieb Nonsens Parodie Polemik Scherz Slapstick Sozialkritik Spott Witz beißend bissig bitter bitterbös brillant bös gesellschaftskritisch grimmig ätzend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Satire‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotzdem hat diese nur 58 Minuten lange Satire nichts von ihrem Witz verloren.
Der Tagesspiegel, 23.06.1998
Da wird es für die Satire natürlich schwer, sehr schwer.
Süddeutsche Zeitung, 21.04.1994
Diese Satire, die damals wild ausgreifend erschien, wirkt heute fast zahm - sie ist zu optimistisch.
Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 19.12.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16674
Das ist genug Theorie, genug Praxis, genug Kampf und genug Satire.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 904
Außerdem waren sie in der Opposition und bedienten sich der Mittel der Propaganda und der Satire und der Kritik.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 128
Zitationshilfe
„Satire“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Satire>, abgerufen am 18.10.2019.

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