Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Satisfaktion, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Satisfaktion · Nominativ Plural: Satisfaktionen
Aussprache 
Worttrennung Sa-tis-fak-ti-on
Wortbildung  mit ›Satisfaktion‹ als Erstglied: satisfaktionsfähig · satisfaktionsunfähig
Herkunft aus satisfactiolat ‘Befriedigung (eines Gläubigers), Genugtuung, Entschuldigung’ < satisfacerelat ‘Genüge tun, leisten, befriedigen’ < satislat ‘genug’ + facerelat ‘machen, tun’
eWDG

Bedeutung

Genugtuung durch Ehrenerklärung oder Duell
Beispiele:
Satisfaktion fordern, verlangen, erhalten
(jmdm.) Satisfaktion geben (= einer Forderung zum Duell nachkommen)
übertragen
Beispiele:
Satisfaktion für das Geschehene wollte Bach den Hallensern geben, Genugtuung ihnen verschaffen, Ausgleichung herbeiführen [ H. FranckJ. S. Bach258]
das Eingeständnis des Bundesrates, daß diesem Mann Satisfaktion gewährt werden mußte [ Tageszeitung1965]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Satisfaktion f. ‘Genugtuung (besonders in Form einer Ehrenerklärung), Schadenersatz, Abfindung’. Der (heute seltener gebrauchte) Ausdruck der Rechtssprache ist entlehnt (16. Jh.) aus lat. satisfactio (Genitiv satisfactiōnis) ‘Befriedigung (eines Gläubigers), Genugtuung, Entschuldigung’, dem Verbalabstraktum zu lat. satisfacere ‘Genüge tun, leisten, befriedigen’; vgl. lat. satis ‘genug’ und facere (factum) ‘machen, tun’. Seit der Mitte des 17. Jhs. besonders (nach dem damaligen Ehrenkodex der Offiziere und Studenten) ‘Genugtuung für eine Beleidigung durch Bereitschaft zum Duell’, zumal in den Wendungen Satisfaktion geben, erteilen, fordern, nehmen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Genugtuung · Satisfaktion · Zufriedenstellung
Assoziationen
  • (eine) große Genugtuung · mit (großer) Genugtuung erfüllen  ●  (ein) innerer Reichsparteitag  veraltend · (ein) innerer Vorbeimarsch  veraltend

Typische Verbindungen zu ›Satisfaktion‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Satisfaktion‹.

Verwendungsbeispiele für ›Satisfaktion‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Museum wird nicht mehr gebaut, bis ich volle Satisfaktion kriege, von wem auch immer. [Süddeutsche Zeitung, 17.07.1997]
Die Pädagogen bestanden also die Prüfung, aber die Schüler erhielten doch auch Satisfaktion. [Die Zeit, 15.05.1952, Nr. 20]
Die Inszenierung erfolgte aber nach dem gleichen Muster: schwer geschlagener Gegner sucht Satisfaktion. [Süddeutsche Zeitung, 06.09.1999]
In der Welt der Bildenden Kunst fordert man immer den vollen Legitimitätsausweis, intellektuelle Satisfaktion. [Der Tagesspiegel, 24.06.2002]
Es geht eben nicht um die Interessen seiner Heimat, sondern allein um seine persönliche Satisfaktion. [Süddeutsche Zeitung, 22.04.2000]
Zitationshilfe
„Satisfaktion“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Satisfaktion>.

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