Satisfaktion, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Satisfaktion · Nominativ Plural: Satisfaktionen
Aussprache
WorttrennungSa-tis-fak-ti-on
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Satisfaktion‹ als Erstglied: ↗satisfaktionsfähig · ↗satisfaktionsunfähig
eWDG, 1974

Bedeutung

Genugtuung durch Ehrenerklärung oder Duell
Beispiele:
Satisfaktion fordern, verlangen, erhalten
(jmdm.) Satisfaktion geben (= einer Forderung zum Duell nachkommen)
übertragen
Beispiele:
Satisfaktion für das Geschehene wollte Bach den Hallensern geben, Genugtuung ihnen verschaffen, Ausgleichung herbeiführen [H. FranckJ. S. Bach258]
das Eingeständnis des Bundesrates, daß diesem Mann Satisfaktion gewährt werden mußte [Tageszeitung1965]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Satisfaktion f. ‘Genugtuung (bes. in Form einer Ehrenerklärung), Schadenersatz, Abfindung’. Der (heute seltener gebrauchte) Ausdruck der Rechtssprache ist entlehnt (16. Jh.) aus lat. satisfactio (Gen. satisfactiōnis) ‘Befriedigung (eines Gläubigers), Genugtuung, Entschuldigung’, dem Verbalabstraktum zu lat. satisfacere ‘Genüge tun, leisten, befriedigen’; vgl. lat. satis ‘genug’ und facere (factum) ‘machen, tun’. Seit der Mitte des 17. Jhs. bes. (nach dem damaligen Ehrenkodex der Offiziere und Studenten) ‘Genugtuung für eine Beleidigung durch Bereitschaft zum Duell’, zumal in den Wendungen Satisfaktion geben, erteilen, fordern, nehmen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

moralische verlangt verschaffen

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DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Museum wird nicht mehr gebaut, bis ich volle Satisfaktion kriege, von wem auch immer.
Süddeutsche Zeitung, 17.07.1997
In der Welt der Bildenden Kunst fordert man immer den vollen Legitimitätsausweis, intellektuelle Satisfaktion.
Der Tagesspiegel, 24.06.2002
Die Pädagogen bestanden also die Prüfung, aber die Schüler erhielten doch auch Satisfaktion.
Die Zeit, 15.05.1952, Nr. 20
Es war ihm dergestalt durchaus verwehrt, dem Ende des Tyrannen eine platte moralische Satisfaktion im Stile der Hans Sachsschen Dramen zu entnehmen.
Benjamin, Walter: Ursprung des deutschen Trauerspiels. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1928], S. 243
Dies ging einem Korpsstudenten, der auf Schläger, Säbel und Pistolen Satisfaktion zu geben jederzeit bereit sein mußte, natürlich sehr gegen den Strich.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4846
Zitationshilfe
„Satisfaktion“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Satisfaktion>, abgerufen am 21.09.2017.

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