Sattheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sattheit · Nominativ Plural: Sattheiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungSatt-heit
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Zustand, in dem kein Bedürfnis nach Nahrung besteht, Gefühl, satt zu sein
Beispiel:
ein wohliges Gefühl der Sattheit verspüren
abwertend, übertragen Selbstzufriedenheit
Beispiele:
die Sattheit der Besitzenden
die Ruhe, die Sattheit rächt sich einmal [WintersteinLeben1,110]
2.
Beispiele:
die Sattheit (= Tiefe, Leuchtkraft) einer Farbe
Das eigenartige Blau verlor auch in der künstlichen Beleuchtung nichts von seiner Sattheit [RauchfußLämmer47]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

satt · Sattheit · sättigen · Sättigung · sattsam
satt Adj. ‘nicht hungrig’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. sat ‘gesättigt, voll, genügend’, asächs. sad, nl. zat, aengl. sæd (auch ‘überdrüssig’, woraus engl. sad ‘traurig, ernst, bedrückt’), anord. saðr, got. saþs (germ. *sada-) beruht auf einem mit dem Suffix ie. -to- gebildeten Partizipialadjektiv. Verwandt sind (ablautend) got. gasōþjan ‘sättigen’, sōþ oder sōþs ‘Sättigung’ sowie außergerm. lat. satis ‘genug’, satur ‘satt’, air. sāith ‘Sattheit’, lit. sotùs ‘satt’, so daß eine Wurzel ie. *sā-, *sə- ‘satt, sättigen’ angesetzt werden kann, wozu auch aind. asinváḥ ‘unersättlich’ und griech. (Aorist) ā́sai (ᾆσαι) ‘sättigen’, ásē (ἄση) ‘Ekel, Unbehagen, Verdruß’, eigentlich ‘Übersättigung’, gehören und wohl auch (allerdings mit Umgestaltung des Vokalismus) aslaw. sytъ, russ. sýtyj (сытый) ‘satt’. Sattheit f. ‘Zustand des Sattseins’, mhd. satheit. sättigen Vb. ‘satt machen’, mhd. setigen, settigen, älter sat(t)en, set(t)en; Sättigung f. (15. Jh.). sattsam Adj. ‘genügend, hinlänglich’ (17. Jh.), zuvor (bei Luther) ‘gut genährt, üppig, übermütig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Sattheit · ↗Sättigung  ●  ↗Saturation  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hunger Selbstzufriedenheit gewiss postmateriell

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sattheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Sattheit dagegen, so hat der Manager erkundet, führe allzu oft noch zur Resignation.
Der Tagesspiegel, 09.06.2001
Sie bringt die scheinbare Sattheit, die uns erfüllt, zum Platzen.
Die Zeit, 07.08.1981, Nr. 33
Die europäischen Völker drohen in Sattheit zu ersticken, wenn ihnen nicht neue Wege gewiesen würden.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1966]
Was vermochte die kälteste Herrschergeste eines Herrn der Welt gegen diese lauschende Ungerührtheit, gegen diese lauernde Sattheit!
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 93
Der Tourismusbranche warf der CDU-Experte Kirchturmspolitik und eine "gewisse Sattheit" vor.
Die Welt, 12.05.1999
Zitationshilfe
„Sattheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sattheit>, abgerufen am 14.10.2019.

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