Sauerstoff, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Sau-er-stoff
Wortzerlegung sauerStoff
Wortbildung  mit ›Sauerstoff‹ als Erstglied: ↗Sauerstoff-Flasche · ↗Sauerstoffapparat · ↗Sauerstoffarmut · ↗Sauerstoffbedarf · ↗Sauerstoffbrille · ↗Sauerstoffdusche · ↗Sauerstoffflasche · ↗Sauerstoffgehalt · ↗Sauerstoffgerät · ↗Sauerstoffmangel · ↗Sauerstoffmaske · ↗Sauerstoffversorgung · ↗Sauerstoffvorrat · ↗Sauerstoffzelt · ↗Sauerstoffzufuhr · ↗sauerstoff-frei · ↗sauerstoffarm · ↗sauerstofffrei · ↗sauerstoffhaltig · ↗sauerstoffzehrend
eWDG

Bedeutung

Chemie nichtmetallisches Element, das sich mit fast allen anderen Elementen zu Oxiden verbindet
Beispiele:
freier Sauerstoff findet sich in der Luft und im Meerwasser
Sauerstoff ist als Gas farb‑, geruch‑ und geschmacklos
ohne Sauerstoff kann kein Feuer brennen
es waren so viele Menschen in dem kleinen Zimmer, dass der Sauerstoff knapp wurde
durch die Atmung wird das Blut mit frischem Sauerstoff angereichert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sauer · säuerlich · säuern · versauern · Säure · Sauerampfer · Ampfer · Sauerstoff · sauersüß · Sauerteig · Sauertopf · Sauregurkenzeit
sauer Adj. (vom Geschmack) ‘scharf und zusammenziehend’, auch ‘säurehaltig, geronnen’ (von Milch), verschiedentlich übertragen ‘mühevoll, schwer, verärgert’, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. aengl. sūr, mnl. suur, nl. zuur, engl. sour, anord. sūrr, schwed. sur. Germ. *sūra- ‘sauer, salzig’, auch ‘feucht’ (vgl. ahd. sūrougi ‘triefäugig, halbblind’, 9. Jh., asächs. sūrōgi, aengl. sūrēagede, sūrīege, anord. sūreygr) läßt sich vergleichen mit lit. (älter mundartlich) sū́ras ‘gesalzen’, lett. sūrs ‘salzig, bitter’, lit. sū́ris ‘(harter und stark gesalzener) Käse’, aslaw. syrъ ‘feucht, naß’, russ. syrój (сырой) ‘roh, feucht, sauer’, aslaw. syrъ, russ. syr (сыр) ‘Käse’, (mit Ablaut) anord. saurr ‘Schmutz, feuchte Erde’, aslaw. surovъ ‘hart, grausam’, russ. suróvyj (суровый) ‘rauh, roh’ und auf ie. *suəro- ‘sauer, salzig, bitter’, eigentlich ‘saftend, käsig geronnen, schleimig naß’ zurückführen. Dies gehört zur Wurzel ie. *seu-, *seu̯ə-. *sū- ‘tropfen lassen, schlürfen, saugen’ (s. ↗saufen, ↗saugen, ↗suhlen). Vgl. die Wendungen etw. wird jmdm. sauer ‘zur Qual, schwer’, mhd. sūr werden ‘qualvoll, peinlich werden’; jmdm. das Leben sauer (‘zur Qual’) machen (15. Jh.); jmdn. sauer ankommen ‘Mühe, Qual verursachen’, mhd. sūr ankomen. säuerlich Adj. ‘leicht sauer schmeckend’ (17. Jh.), sauerlicht (16. Jh.). säuern Vb. ‘sauer machen’, ahd. sūren (9. Jh.), mhd. siuren. versauern Vb. ‘sauer werden, machen’ (15. Jh.), zu nhd. sauern ‘sauer werden, sein’, ahd. sūrēn (9. Jh.), mhd. sūren, siuren. Säure f. ‘saure Beschaffenheit, Herbheit, Schärfe, sauer schmeckende Flüssigkeit’ (Essig u. dgl.), ahd. sūrī (9. Jh.), mhd. siure, Abstraktum zu sauer (s. oben); in der Chemie ‘mit Basen Salze bildende Verbindung’ (18. Jh.). Sauerampfer m. Name einer sauer schmeckenden Wiesenpflanze, ahd. sūrampho (Hs. 12. Jh.), mhd. sūrampfe, dann sūrampfer (14. Jh.), nhd. Sauerampfer (15. Jh.). Daneben steht früher bezeugtes Ampfer m. ahd. amph(a)ra f. (10. Jh.), amph(a)ro m. (11./12. Jh.), mhd. ampfer, nd. Amper, aengl. ampre, Substantivierung eines in anord. apr (aus *ampaʀ) ‘hart, böse’, schwed. amper ‘scharf, herb, derb’, nl. amper (älter, doch noch mundartlich) ‘scharf, herb, sauer’ erhaltenen Adjektivs. Diesem vergleichbar sind aind. amláḥ, amblaḥ ‘sauer’ und lat. amārus ‘bitter’. Erschließen läßt sich eine Wurzel ie. *am- ‘bitter, sauer’ (da die genannten Bildungen aus semantischen Gründen besser nicht zu einer Wurzel ie. *om- ‘roh, bitter’ gerechnet werden sollten). Die Komposition ahd. sūrampho ist als eine verdeutlichende Bildung zu dem (vielleicht nicht mehr verstandenen) Grundwort anzusehen. Sauerstoff m. farb-, geruch-, geschmackloses Gas. Das Anfang der 70er Jahre des 18. Jhs. entdeckte chemische Element nannte Lavoisier (1783), der den sauren Charakter vieler Oxide feststellte und fälschlich annahm, daß alle Säuren Sauerstoff enthielten, frz. gaz oxygène ‘säurebildendes Gas’ bzw. substantiviert nlat. oxygenium, frz. oxygène; vgl. griech. oxýs (ὀξύς) ‘scharf, herb, bitter, sauer, schnell, heftig’ (s. ↗Oxid) und s. ↗-gen. Den frz. Ausdruck übersetzt Girtanner (in Analogie zu Stick- und Wasserstoff) mit Sauerstoff (1791). sauersüß Adj. ‘sauer und süß zugleich’ (17. Jh.), häufiger süßsauer (16. Jh.); vgl. mhd. sīn süeʒe sūreʒ ungemach. Sauerteig m. ‘gärender Mehlteig, der dem Brotteig als Treibmittel zugefügt wird’ (15. Jh.). Sauertopf m. ‘verdrießlicher, mürrischer Mensch’ (16. Jh.), eigentlich ‘Essigtopf’, vgl. mnd. sūr ‘Essig’. Sauregurkenzeit f. ‘ereignisarme Zeit’, eigentlich ‘Juli und August, die Zeit, in der die Gurken reifen’. Im 18. Jh. unter Berliner Kaufleuten für den ‘geruhsamen Geschäftsgang während des Sommers’ verbreitet, seit der Mitte des 19. Jhs. als Ausdruck der Tagespresse für die ‘ereignis- und stoffarme Zeit der Hundstage’, dann allgemein zur Bezeichnung einer ereignislosen Zeit.

Thesaurus

Chemie, Physik
Synonymgruppe
Feuerluft · Lebensluft · Sauerstoff · Sauerstoffgas · dephlogistisierte Luft  ●  ↗Oxygenium  fachspr., griechisch
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Luft
  • Sauerstoffbar · Sauerstofftankstelle

Typische Verbindungen zu ›Sauerstoff‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sauerstoff‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sauerstoff‹

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Die Wissenschaftler sprechen von der aeroben Kapazität - der Fähigkeit, in von Sauerstoff abhängigen Prozessen Energie zu gewinnen.
Die Welt, 24.01.2005
Denn oben wird der Sauerstoff mit der dünneren Luft knapper.
Der Tagesspiegel, 21.01.2003
Auch für höher differenzierte Tiere ist dauerndes Leben ohne Sauerstoff nachgewiesen.
Hesse, Richard: Der Tierkörper als selbständiger Organismus, Leipzig u. a.: B. G. Teubner 1910, S. 346
Ich mußte ihn nur erreichen und den lebensspendenden Sauerstoff absaugen!
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 194
Die Verbindung reduziert kräftig in alkalischer Lösung und vermag sogar molekularen Sauerstoff rasch zu binden.
Langenbeck, Wolfgang: Lehrbuch der Organischen Chemie, Dresden: Steinkopff 1938, S. 166
Zitationshilfe
„Sauerstoff“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sauerstoff>, abgerufen am 18.04.2021.

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