Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Saufaus, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Sauf-aus (computergeneriert)
Wortzerlegung saufen aus2
eWDG

Bedeutung

salopp, derb, abwertend Synonym zu Saufbold
Beispiel:
er ist ein alter Saufaus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

saufen · supfen · süpfeln · Säufer · Sauferei · Saufaus · besaufen · besoffen · versaufen · versoffen · ersaufen · ersäufen · Suff · süffig · süffeln
saufen Vb. ‘trinken’ (vom Vieh), ‘unmäßig trinken, Alkohol zu sich nehmen’ (derb), ahd. sūfan (9. Jh.), mhd. sūfen ‘schlürfen, trinken’, mnd. mnl. sūpen, nl. zuipen, aengl. sūpan, engl. to sup, anord. sūpa, schwed. supa (germ. *sūpan). Herkunft ungesichert. Das Verb kann mit den unter Suppe und seufzen (s. d.) genannten Formen sowie mit aind. sū́paḥ ‘Brühe, Suppe’ und aslaw. sъsati, russ. sosát’ (сосать) ‘saugen’ an eine mit Labial erweiterte (ie. *seub-, *sūb- bzw. *seup-, *sūp-) lautmalende Wurzel ie. *seu-, *seu̯ə-, *sū- ‘tropfen lassen, schlürfen, saugen’ angeschlossen werden (wozu auch mit Guttural erweitertes saugen, s. d.). Die alte Bedeutung ‘schlürfen’ (vgl. noch engl. to sup ‘schlürfen, in kleinen Schlucken trinken, nippen’) entwickelt sich im 16. Jh. zu ‘hastig und viel, maßlos trinken’ (besonders Alkohol). Als Intensivum abgeleitet supfen Vb. ‘schlürfend trinken’ (15. Jh.), süpfeln Vb. (16. Jh.). Säufer m. ‘wer sich (regelmäßig) betrinkt’ (16. Jh.). Sauferei f. ‘Trinkgelage’ (15. Jh.). Saufaus m. ‘Trunkenbold’, imperativischer Satzname (Hans Sauffauß, 1595), nd. Sūpūt. besaufen Vb. (reflexiv) ‘sich betrinken’, dazu besoffen Part.adj. ‘betrunken’ (16. Jh.). versaufen Vb. ‘versinken, ertrinken’, mhd. versūfen; dagegen ahd. firsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.); dann ‘mit Trinken durchbringen’ (15. Jh.), dazu versoffen Part.adj. ‘durch Saufen heruntergekommen, dem Alkohol ergeben’ (16. Jh.). ersaufen Vb. ‘in der Flut umkommen, ertrinken’ (16. Jh.); vgl. mhd. ersoffen ‘betrunken’, ahd. irsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.). Dazu im 16. Jh. das umgelautete Kausativum ersäufen Vb. ‘versenken, ertränken’, mhd. ersoufen; dafür ahd. bisoufen (um 800). Suff m. (mit der Nebenform Soff, s. Gesöff) ‘Trunksucht, Alkoholrausch, Betrunkenheit’ (17. Jh.). süffig Adj. ‘angenehm, leicht zu trinken, wohlschmeckend’ (19. Jh.), älter ‘trunkliebend, dem Trinken ergeben’ (16. Jh.). süffeln Vb. ‘mit Genuß trinken’ (19. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›Saufaus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im ganzen Deutschen Reich gab es keinen besseren Propagandisten für den Endsieg als diesen Kraftkerl und Saufaus. [Süddeutsche Zeitung, 30.05.1998]
Falstaff muss noch einmal durchleiden, wie er als Saufaus und Weiberheld demontiert wird. [Süddeutsche Zeitung, 08.07.2003]
Der Altbürgermeister Nusch, der ein rechter Saufaus gewesen sein muß, tat den Meistertrunk und rettete so die Stadt. [Die Zeit, 01.09.1972, Nr. 35]
Schließlich liebt auch Papa, der Saufaus, das Kind inzestuös – bei Lears ging's patriarchal‑babylonisch zu. [Die Welt, 05.09.2000]
Marvins größte Rolle aber war der Saufaus in „Cat Ballou“, wo er auf die geschätzten eigenen Erfahrungen zurückgreifen konnte. [Die Zeit, 04.09.1987, Nr. 37]
Zitationshilfe
„Saufaus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Saufaus>.

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