Sauhund, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sauhund(e)s · Nominativ Plural: Sauhunde
Aussprache
WorttrennungSau-hund
Wortzerlegungsau-Hund1
Quelle: DWDS, 2019

Bedeutungsgeschichte

Die wörtliche Lesart ist nur bis ins 19. Jahrhundert verbreitet.
DWDS-Vollartikel, 2019

Bedeutungen

1.
veraltet Oberbegriff für scharfe, für die Jagd auf Wildschweine ausgebildete Jagdhunde
Beispiele:
Es gab unterschiedliche Sorten von Sauhunden: die Saufinder mit guter Nase, die Sauhetzer mit guter Lunge, und schließlich die Saupacker. Das waren zumeist sehr schwere, sehr bissige und sehr hartnäckige Doggen. [Süddeutsche Zeitung, 08.03.2016]
Aber was macht eigentlich so ein Schweine- oder Sauhund? […] Er ist ein Jagdhund, der die Wildschweine hetzt, ermüdet und mit seinen Zähnen festhält[…]. [Die Welt, 27.09.2013]
Der Sauhund gab es auf, sich über mich zu ärgern, er gewöhnte sich an mich, und eines Tages wedelte er mir freundschaftlich zu. [Berliner Zeitung, 25.12.1971]
2.
übertragen, derb, abwertend unverschämter, dreister, durchtriebener Mann
Synonym zu Saukerl, Schweinehund
Beispiele:
Am Dienstag hatte der Einzelrichter ein Verfahren gegen [den Eishockeyspieler Sven] Leuenberger [vom Eissportverein Zug] eröffnet, weil dieser [Genève-]Servettes Trainer und Manager Chris McSorley als »verlogenen Sauhund« und »Pinocchio« bezeichnet hatte. [Neue Zürcher Zeitung, 21.03.2013]
In einem seiner Dialoge diktiert er [Karl Valentin] schwer beleidigt ein Schreiben an einen Freund, der unter anderem als »hundsgemeiner Sauhund« beschimpft wird. [Süddeutsche Zeitung, 05.01.2012]
Bei allen anderen Gewalt- und Sexualtätern gelte es, mit gezielten Therapien und sorgfältigen Prognosen die Rückfallgefahr zu verringern – obwohl heute in der Öffentlichkeit wieder vermehrt die Frage gestellt werde, warum man für diese »Sauhunde« auch noch Geld ausgeben müsse. [Neue Zürcher Zeitung, 13.02.2007]
So, der hatte also mit unter der Decke gesteckt. Dieser verfluchte Hund. Wenn er ihn jetzt hier hätte. Den würde er in das Korn schmeißen und ihm die Gurgel abreißen, diesem verfluchten Schwein, diesem Sauhund, verfluchten. [Heym, Georg: Der Dieb. In: Deutsche Literatur, Berlin: Directmedia Publ. 1998, S. 83868. Zitiert nach: Heym, Georg: Der Dieb, Leipzig: K.Wolff 1913 [1911].]
häufig scherzhaft Ärgernis, ärgerliches Phänomen; lästiges Wesen
Beispiele:
[…] die [Koi-Karpfen] leben leider sehr gefährlich. Der Fischreiher, der in meinem Garten oben in der hohen Birke lauert, das ist ein Sauhund. [Süddeutsche Zeitung, 02.12.2017]
Der Sommer ist [dem raunzenden Österreicher] immer zu heiß – oder ein Sauhund, weil er sich nicht blicken lässt. [Der Standard, 11.01.2007]
So viel Geld für den Tierarzt, und dann haut der Kater ab. […] Die Mutter hätte nie zugegeben, dass auch sie den undankbaren Sauhund vermisste. [Süddeutsche Zeitung, 30.12.2004]
Nur Peter konnte nicht [schlafen], weil eine Fliege in seinem Zimmer war, es wurde Mitternacht, bis er den Sauhund endlich hatte und ihm zur Strafe Bein um Bein ausriss und den Rest im Waschbecken ersäufte. [Frankfurter Rundschau, 05.02.2000]
3.
anerkennend, besonders österreichisch, bayrisch gewitzter, dreister, durchsetzungsfähiger Spieler, Sportler
Synonym zu Teufelskerl, siehe auch Aas (2 b)
Beispiele:
Beim Sieg des Norwegers Kristoffersen [im Nachtslalom] war [der österreichische Skirennläufer] Hirscher als Zweiter um genau eine Hundertstel schneller als sein Spezl (= Kollege) aus Garmisch. [Der bayrische Skirennläufer] Neureuther sagte darauf: »A Sauhund bist scho.« [Die Welt, 22.02.2014]
»[…] Ich bin klein und aggressiv auf dem Platz«, sagte [der Fußballer] Rafinha […] und fügte lächelnd hinzu, »Sauhund« sei demnach wohl »ein gutes Wort«. [Süddeutsche Zeitung, 29.06.2011]
Piza [der Fußballer Claudio Pizarro] ist das, was man einen Sauhund nennt. Er hat alles, was ein Stürmer braucht. [Bild am Sonntag, 19.11.2006, Nr. 47]
Der fünfmalige Tour-de-France-Sieger Bernard Hinault aus Frankreich ist sicher, dass Lance Armstrong die diesjährige Tour gewinnen wird […]. »Nur wer bereit ist, auch mal ein Sauhund zu sein, kann die Tour auf Dauer gewinnen.« [Süddeutsche Zeitung, 24.07.2003]
allgemeiner Am Stammtisch läßt sich W[…] gern einen »Sauhund« nennen – Kompliment unter niederbayerischen Machos für den Prototyp des gerissenen Volksvertreters, der sein Maul auch mal zu weit aufreißt. [Der Spiegel, 05.01.1998, Nr. 2]
In der Bundesliga reift […] gerade wieder die Erkenntnis, daß Trainer vor allem auch harte Hunde sein müssen – »Sauhunde«[…] [Der Spiegel, 26.09.1994, Nr. 39]

Thesaurus

Synonymgruppe
Hundesohn  ●  ↗Affenarsch  derb · ↗Arsch  derb · ↗Arschloch  derb · ↗Drecksack  derb · ↗Dreckskerl  ugs. · ↗Flachwichser  derb · ↗Hackfresse  derb · ↗Hund  derb · ↗Hurensohn  derb · ↗Kackbratze  derb · Kackstiefel  derb · ↗Mistkerl  ugs. · ↗Sack  derb · ↗Sackgesicht  derb · Saubeutel  vulg. · Sauhund  derb · ↗Sausack  derb · ↗Scheißkerl  derb · ↗Schwein  derb · ↗Schweinehund  derb · Stück Scheiße  vulg. · ↗Wichser  vulg.
Oberbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„Sauhund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sauhund>, abgerufen am 18.02.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Sauhitze
Sauhirt
Sauhaufen
Sauhatz
Sauhacksch
Sauigel
sauigeln
säuisch
Saujagd
saukalt