Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Saum, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Saum(e)s · Nominativ Plural: Säume
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Saum‹ als Erstglied: Saumband · Saumbiotop · Saumleiste · Saumnaht · Saumpfad · Saumpferd · Saumtier · Saumweg
 ·  mit ›Saum‹ als Letztglied: Hohlsaum · Kleidersaum · Küstensaum · Lichtsaum · Mantelsaum · Rocksaum · Rollsaum · Spülsaum · Ufersaum · Waldessaum · Waldsaum · Wolkensaum · Zugsaum
eWDG

Bedeutungen

1.
Begrenzung, Einfassung eines Kleidungsstücks oder Umrandung eines Wäschestücks, die nach der Innenseite einfach oder doppelt umgeschlagen und dort festgenäht ist
Beispiele:
ein schmaler, breiter, falscher Saum
der Saum einer Tischdecke, Gardine, eines Lakens
dein Saum ist abgerissen, abgetrennt
den Saum eines Kleides, Rocks, Mantels heften, nähen, auftrennen, bügeln
einen Saum mit einer Borte einfassen, mit Pelz besetzen
2.
gehoben Rand einer Fläche
Beispiele:
er saß am Saum des Waldes, Gehölzes, Meeres, Hügels, Moors, der Wiese
das Haus steht am Saum der Stadt
die Badeorte am Saum der Ostsee
im Widerschein der Abendsonne hatten die Wolken einen rötlichen Saum
schmaler, begrenzender Streifen
Beispiele:
vor Sonnenaufgang zeigte sich ein leuchtender Saum am Horizont
Den weißen Saum der Brandung sieht man nicht mehr [ WeisenbornMädchen40]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Saum1 · Säule2 · säumen1
Saum1 m. ‘umgebogener, angenähter Stoffrand’, ahd. (um 800), mhd. soum (auch ‘Land, Grenze’), asächs. mnd. sōm, mnl. soom, nl. zoom, afries. sām, aengl. sēam, engl. seam, anord. saumr, schwed. söm (germ. *sauma-), Bildungen mit dem Suffix ie. -mo- neben aind. syū́man- ‘Band, Riemen, Gurt, Kette, Naht am Schädel’, griech. hymḗn (ὑμήν) ‘dünne Haut, Membrane, Sehne’ mit dem Suffix ie. -men-. Dazu gehören die Verben ahd. siuwen (9. Jh.), mhd. siuwen, sūwen, sūen, asächs. siuwian, mnd. sūwen, aengl. si(o)wan, engl. to sew, anord. sȳja, schwed. sy, got. siujan ‘nähen’, aind. sī́vyati ‘näht (an), bindet zusammen, fügt zusammen’, lat. suere ‘(zusammen)nähen’, lit. siū́ti, aslaw. šiti, russ. šit’ (шить) ‘nähen’ und mit Instrumentalsuffix germ. -ilō auch (md. und nordd.) Säule2 f. ‘Ahle (des Schuhmachers), Pfriem’, ahd. siuwila (10. Jh.), mhd. siuwele, siule, mnd. sǖle, sūl. Auszugehen ist von ie. *si̯ū-, *sīu̯- (und ie. *sū-?) ‘nähen’. Die Frage nach der Entstehung dieser Formen und ihrem genauen Verhältnis zueinander bleibt offen. säumen1 Vb. ‘Stoff mit einem Saum versehen’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Naht · Saum
Synonymgruppe
Synonymgruppe
Saum · Stoßkante

Typische Verbindungen zu ›Saum‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Saum‹.

Verwendungsbeispiele für ›Saum‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So lagen ihre Augen im Schatten, ihr Mund an dessen Saum. [Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 12]
Ich sah nur den blauen seidenen Saum auf einem dünnen Handgelenk. [Seghers, Anna: Transit, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1943], S. 72]
Und dann entsteht mit einem dünnen Saum aus diesem grünen Licht ein neuer Tag. [o. A.: Erlebnis Raumfahrt. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1997 [1996]]
Gleich sind auch die haarfeinen hellen Säume zwischen Flächen komplementärer Farben. [C't, 1995, Nr. 12]
Dort drüben, am anderen Saume des Waldes, huschte etwas durchs Gras. [Salten, Felix: Bambi, Frankfurt a. M.: Fischer 1956 [1923], S. 22]
Zitationshilfe
„Saum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Saum>.

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