Sause, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sause · Nominativ Plural: Sausen
Aussprache
WorttrennungSau-se
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp lebhafte, lärmende Feier mit reichlichem Alkoholgenuss
Beispiele:
eine Sause machen, veranstalten
sie wollten nicht an der großen Sause teilnehmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sausen · Saus · Sause · Sauser · Sausewind
sausen Vb. ‘rauschen, brausen, sich schnell (gleichsam hörbar rauschend) fortbewegen’, ahd. sūsen, sūsōn (11. Jh.), mhd. sūsen, siusen ‘brausen, rauschen, summen, zischen, knirschen, knarren, sich rasch fortbewegen’, mnd. mnl. sūsen, nl. suizen, schwed. susa, dän. suse lassen sich mit kslaw. sysati ‘zischen, pfeifen’, tschech. sysel, slowak. sysel’ ‘Zieselmaus’, lett. susuris ‘Siebenschläfer’ auf eine nur im Germ. und Baltoslaw. nachzuweisende, ein rauschendes, zischendes, pfeifendes Geräusch nachahmende Wurzel ie. *sūs- zurückführen. Dazu stellen sich mit wohl auf Ablaut beruhendem Vokalwechsel die ursprünglich diphthongischen Formen aruss. susolъ, russ. súslik (суслик) ‘Zieselmaus’ (s. ↗Ziesel). Saus m. ‘lautes Geräusch, ausgelassene Fröhlichkeit’, mhd. sūs; heute vorwiegend in der Wendung im, in Saus und Braus (leben) ‘sorglos und im Überfluß, ausschweifend, fröhlich (leben)’ (17. Jh.), mhd. in dem sūse leben, nhd. im Sause leben (bis ins 18. Jh. üblich). Dazu als neugebildetes Abstraktum zum Verb Sause f. ‘laute, fröhliche Feier mit viel Alkohol’ (belegt 20. Jh., wahrscheinlich älter). Sauser m. ‘fröhliche, im Sause lebende Person’ (17. Jh.); zu sausen im Sinne von ‘schäumen, gären’ (schweiz.) ‘junger, gärender Wein’ (16. Jh.). Sausewind m. (nur übertragen) ‘lebhafter, unsteter Mensch, Aufschneider’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bierreise · ↗Kneipenbummel · ↗Kneipentour · ↗Sauforgie · Sause · ↗Zechtour  ●  Zug durch die Gemeinde  ironisch · ↗Sauftour  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
ausgelassene Feier · wilde Party  ●  Sause  ugs.
Assoziationen
  • (die) Puppen tanzen lassen · ausgelassen feiern · kräftig feiern  ●  (die) Sau rauslassen  ugs. · ↗(sich) austoben  ugs., fig. · (so richtig) einen draufmachen  ugs. · auf den Putz hauen  ugs. · auf die Pauke hauen  ugs. · die Korken knallen lassen  ugs. · es krachen lassen  ugs. · steil gehen (jugendsprachl.)  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brause Höhepunkt Ohr feiern groß laden losgehen moderieren nächtlich ordentlich organisieren riesig toll

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sause‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das war die letzte Sause in der Location, die Besitzer des Hauses wollen angeblich nur noch gesetztere Feste.
Bild, 04.09.2000
Das Sausen des Windes über dem Moor wurde immer stärker.
Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 288
Was war das doch für ein sonderbares Sausen in den Ohren?
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 21697
Dann war nichts als das leise Sausen des großen, nachtstillen Hauses um sie.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 604
Beinahe im gleichen Moment wurde das Schnurren und Sausen stärker.
Dominik, Hans: John Workmann der Zeitungsboy, Biberach an d. Riss: Koehler 1954 [1925], S. 33
Zitationshilfe
„Sause“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sause>, abgerufen am 16.12.2018.

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