Schächer, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schächers · Nominativ Plural: Schächer
Aussprache 
Worttrennung Schä-cher
eWDG

Bedeutung

Religion mit Jesus gekreuzigter Übeltäter
Beispiel:
der Schächer am Kreuz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schächer m. ‘Räuber, Verbrecher’, ahd. scāhhāri (8. Jh.), mhd. schāchære, schæchære, schæcher, afries. skākere, mhd. schāker, schēker, mnl. scāker, aengl. scēacere, zu ahd. scāh m. ‘Raub’ (8. Jh.), mhd. schāch, afries. skāk, mnd. schāk, mnl. scaec (westgerm. *skēka- m.) mit dem Verb mhd. schāchen ‘auf Raub ausgehen, rauben, plündern’, nhd. schachen (bis ins 18. Jh.), afries. skēka, mnd. schāken, mnl. ontscāken, nl. schaken. Aus dem Germ. (wohl anfrk. *skāk-) ist entlehnt afrz. esch(i)ec m. ‘Raub, Beute’. Weitere Beziehungen sind nicht sicher, Herkunft daher unbekannt. Im Nhd. gilt Schächer vielfach (auch bei Luther, jedoch nicht in der Bibel) für die beiden am Kreuz neben Christus hingerichteten Missetäter; daneben vom 18. Jh. an auch in der abschwächenden Fügung armer Schächer ‘armer Kerl’.

schachern · Schacher
schachern Vb. ‘handeln, feilschen’ geht aus dem Rotw. in die Allgemeinsprache über (17. Jh.). Zugrunde liegt jidd. sachern, sochern ‘handeln, Handel treiben’, das wohl aus hebr. sāḥar ‘in Handelsgeschäften reisen’, saḥar ‘Erwerb, Gewinn’ hervorgegangen ist. Schacher m. ‘gewinnsüchtiger Kleinhandel’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Schächer‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schächer‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schächer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Vergleich kam erst nach stundenlangem Schacher mit mehreren Verhandlungsunterbrechungen zustande. [Die Welt, 14.10.2005]
Doch er schafft es, seinen Sohn von den Schächern zurückzufordern, der Mutter das Kind unversehrt zurückzubringen. [Die Welt, 19.11.2005]
Am Anfang sprechen sie von den beiden Schächern am Kreuz. [Die Zeit, 01.04.1954, Nr. 13]
Dem Schächer ist der Kopf kraftlos zwischen die Schultern gesackt. [Süddeutsche Zeitung, 01.10.1996]
Bei näherer Prüfung stellte es sich aber immer heraus, daß ein armer Schächer, der vielleicht mit Sternickel eine entfernte Ähnlichkeit hatte, gefangen worden sei. [Friedländer, Hugo: Das Räuberwesen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1921], S. 7968]
Zitationshilfe
„Schächer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sch%C3%A4cher>.

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