Schädel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schädels · Nominativ Plural: Schädel
Aussprache 
Worttrennung Schä-del (computergeneriert)
Mehrwortausdrücke  einen dicken Schädel haben

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Skelett des Kopfes
  2. 2. Kopf
    1. ● [salopp, derb] ...
eWDG

Bedeutungen

1.
Skelett des Kopfes
Beispiele:
der menschliche, tierische Schädel
der Schädel des Menschen, des Erwachsenen
die Knochen des Schädels
den Schädel aufmeißeln, anbohren
daß die Spannung der Kopfhaut über dem knöchernen Schädel besonders intensiv ist [ Gesundheit1966]
2.
Kopf
Beispiele:
ein eckiger, runder, kantiger, kahler, blanker Schädel
dem Opfer wurde der Schädel eingeschlagen
da saß Rochow mit seinem langen, schmalen Schädel [ RennKindheit98]
ein schmaler, mächtiger Schädel mit strähnigem schlohweißem Haar [ NollHolt2,165]
salopp, derb
Beispiele:
jmdm. eins über den Schädel geben
ich habe mir am Schrank den Schädel eingerannt
mir brummt der Schädel
streng deinen Schädel mal an! (= überleg mal!)
das geht nicht in meinen Schädel rein (= das kann ich nicht glauben, begreifen)
sich [Dativ] über etw. den Schädel zerbrechen (= angestrengt nachdenken)
umgangssprachlicheinen dicken Schädel haben (= dickköpfig sein)
einen harten Schädel haben (= dickköpfig sein)
Halt deine Schnauze […] sonst kriegst du den nächsten Stein an den Schädel[.] [ G. Hauptm.Quint1,300]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schädel m. ‘Kopf, Hirnschale’, mhd. schedel (auch Bezeichnung für ein Trockenmaß), hirnschedel. Herkunft ungewiß. Vielleicht verbindbar mit mnd. schēdel ‘Schädel, Büchse, Dose’ und mnl. scēdel ‘Deckel, Augenlid’, nl. (mundartlich) scheel ‘Decke, Bedeckung’ (nl. schedel ‘Schädel’ entstammt dem Nhd.). Zugrundeliegendes germ. *skiþla- (ie. *skitlo-) ist eine schwundstufige Weiterbildung von ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’, s. scheiden. Danach könnte von einer Bedeutung ‘Schalenförmiges, Gefäß’ ausgegangen werden, die in ‘Hirnschale, abgetrennte Schädeldecke’ (z. B. bei Schlachttieren) übergeht; vgl. die ähnliche Bedeutungsentwicklung bei Haupt und Kopf (s. d.).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Haupt · Kopf  ●  Ballon  ugs., salopp · Birne  ugs. · Caput  fachspr. · Denkapparat  ugs. · Denkzentrum  ugs. · Dez  ugs. · Kopp  ugs., norddeutsch · Murmel  ugs. · Nischel  ugs. · Nuss  ugs. · Omme  ugs. · Rübe  ugs. · Schädel  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Katerstimmung · Katzenjammer  ●  Hangover  engl. · Alkoholintoxikation  fachspr. · Brummschädel  ugs. · Haarspitzenkatarrh  ugs., veraltend · Kater  ugs. · Schädel  ugs. · Veisalgia  fachspr. · dicker Kopf  ugs. · dicker Schädel  ugs. · leichte Alkoholvergiftung  fachspr. · postalkoholisches Intoxikationssyndrom  fachspr. · schwerer Kopf  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Schädel  ●  Horst Hrubesch  Eigenname · (das) Kopfballungeheuer  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Fußball  ●  Tschutten  schweiz. · Fussi  ugs. · Kicken  ugs. · König Fußball  ugs., floskelhaft · Spiel um das runde Leder  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Schädel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

GebeinBeispielsätze anzeigen HirnBeispielsätze anzeigen KnochenBeispielsätze anzeigen SkelettBeispielsätze anzeigen WirbelsäuleBeispielsätze anzeigen blankBeispielsätze anzeigen bohrenBeispielsätze anzeigen brummenBeispielsätze anzeigen eingeschlagenBeispielsätze anzeigen einschlagenBeispielsätze anzeigen erhaltenBeispielsätze anzeigen fossilBeispielsätze anzeigen gefundenBeispielsätze anzeigen geschorenBeispielsätze anzeigen gespaltenBeispielsätze anzeigen glattrasiertBeispielsätze anzeigen kahlBeispielsätze anzeigen kahlgeschorenBeispielsätze anzeigen kahlrasiertBeispielsätze anzeigen kantigBeispielsätze anzeigen knöchernBeispielsätze anzeigen kurzgeschorenBeispielsätze anzeigen massigBeispielsätze anzeigen rasierenBeispielsätze anzeigen rasiertBeispielsätze anzeigen spaltenBeispielsätze anzeigen zerschmetternBeispielsätze anzeigen zerschmettertBeispielsätze anzeigen zertrümmernBeispielsätze anzeigen zertrümmertBeispielsätze anzeigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schädel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schädel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn sonst hätte ich mir wohl paar Mal gegen den Schädel hauen müssen.
Bild, 05.05.2003
Die Felder dringen ungehindert in den Schädel ein, ohne von den Knochen abgelenkt zu werden.
Der Tagesspiegel, 25.05.2001
Sie sagten doch, da waren viele Schädel mit irgend etwas?
o. A.: Einhundertneunundsechzigster Tag. Dienstag, 2. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 12253
Bei den Schädeln war es wichtig, gute Zähne zu haben.
o. A.: Zweiunddreißigster Tag. Freitag, 11. Januar 1964. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 8675
Für diese harte Arbeit sind die Knochen des Schädels besonders fest ausgebildet.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 19
Zitationshilfe
„Schädel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sch%C3%A4del>, abgerufen am 22.09.2021.

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