Schädel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schädels · Nominativ Plural: Schädel
Aussprache
WorttrennungSchä-del (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Schädel‹ als Erstglied: ↗Schädelbasis · ↗Schädelbasisbruch · ↗Schädelbruch · ↗Schädeldach · ↗Schädeldecke · ↗Schädelform · ↗Schädelfraktur · ↗Schädelhöhle · ↗Schädelkappe · ↗Schädelknochen · ↗Schädelkult · ↗Schädellage · ↗Schädelspalter · ↗Schädelweh
 ·  mit ›Schädel‹ als Letztglied: ↗Bauernschädel · ↗Birnenschädel · ↗Brummschädel · ↗Dickschädel · ↗Gehirnschädel · ↗Gesichtsschädel · ↗Hartschädel · ↗Hinterhauptschädel · ↗Hinterhauptsschädel · ↗Hirnschädel · ↗Langschädel · ↗Quadratschädel · ↗Rammschädel · ↗Riesenschädel · ↗Rundschädel · ↗Totenschädel
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Skelett des Kopfes
Beispiele:
der menschliche, tierische Schädel
der Schädel des Menschen, des Erwachsenen
die Knochen des Schädels
den Schädel aufmeißeln, anbohren
daß die Spannung der Kopfhaut über dem knöchernen Schädel besonders intensiv ist [Gesundheit1966]
2.
Kopf
Beispiele:
ein eckiger, runder, kantiger, kahler, blanker Schädel
dem Opfer wurde der Schädel eingeschlagen
da saß Rochow mit seinem langen, schmalen Schädel [RennKindheit98]
ein schmaler, mächtiger Schädel mit strähnigem schlohweißem Haar [NollHolt2,165]
salopp, derb
Beispiele:
jmdm. eins über den Schädel geben
ich habe mir am Schrank den Schädel eingerannt
mir brummt der Schädel
streng deinen Schädel mal an! (= überleg mal!)
das geht nicht in meinen Schädel rein (= das kann ich nicht glauben, begreifen)
sich [Dativ] über etw. den Schädel zerbrechen (= angestrengt nachdenken)
einen dicken, harten Schädel haben (= dickköpfig sein)
Halt deine Schnauze ... sonst kriegst du den nächsten Stein an den Schädel [G. Hauptm.Quint1,300]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schädel m. ‘Kopf, Hirnschale’, mhd. schedel (auch Bezeichnung für ein Trockenmaß), hirnschedel. Herkunft ungewiß. Vielleicht verbindbar mit mnd. schēdel ‘Schädel, Büchse, Dose’ und mnl. scēdel ‘Deckel, Augenlid’, nl. (mundartlich) scheel ‘Decke, Bedeckung’ (nl. schedel ‘Schädel’ entstammt dem Nhd.). Zugrundeliegendes germ. *skiþla- (ie. *skitlo-) ist eine schwundstufige Weiterbildung von ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’, s. ↗scheiden. Danach könnte von einer Bedeutung ‘Schalenförmiges, Gefäß’ ausgegangen werden, die in ‘Hirnschale, abgetrennte Schädeldecke’ (z. B. bei Schlachttieren) übergeht; vgl. die ähnliche Bedeutungsentwicklung bei ↗Haupt und ↗Kopf (s. d.).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Haupt · ↗Kopf  ●  ↗Ballon  ugs., salopp · ↗Birne  ugs. · Caput  fachspr. · ↗Denkapparat  ugs. · ↗Denkzentrum  ugs. · ↗Dez  ugs. · ↗Nischel  ugs. · ↗Rübe  ugs. · Schädel  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Katerstimmung · ↗Katzenjammer  ●  Hangover  engl. · ↗Alkoholintoxikation  fachspr. · ↗Brummschädel  ugs. · ↗Haarspitzenkatarrh  ugs., veraltend · ↗Kater  ugs. · Schädel  ugs. · Veisalgia  fachspr. · dicker Kopf  ugs. · dicker Schädel  ugs. · leichte Alkoholvergiftung  fachspr. · postalkoholisches Intoxikationssyndrom  fachspr. · schwerer Kopf  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gebein Hirn Knochen Skelett Wirbelsäule blank bohren brummen eingeschlagen einschlagen erhalten fossil gefunden geschoren gespalten glattrasiert kahl kahlgeschoren kahlrasiert kantig knöchern kurzgeschoren massig rasieren rasiert spalten zerschmettern zerschmettert zertrümmern zertrümmert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schädel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn sonst hätte ich mir wohl paar Mal gegen den Schädel hauen müssen.
Bild, 05.05.2003
Die Felder dringen ungehindert in den Schädel ein, ohne von den Knochen abgelenkt zu werden.
Der Tagesspiegel, 25.05.2001
Sie sagten doch, da waren viele Schädel mit irgend etwas?
o. A.: Einhundertneunundsechzigster Tag. Dienstag, 2. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 12253
Bei den Schädeln war es wichtig, gute Zähne zu haben.
o. A.: Zweiunddreißigster Tag. Freitag, 11. Januar 1964. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 8675
Für diese harte Arbeit sind die Knochen des Schädels besonders fest ausgebildet.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 19
Zitationshilfe
„Schädel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schädel>, abgerufen am 18.10.2019.

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