Schädling, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schädlings · Nominativ Plural: Schädlinge
Aussprache
WorttrennungSchäd-ling (computergeneriert)
Wortzerlegungschaden-ling
Wortbildung mit ›Schädling‹ als Erstglied: ↗Schädlingsarbeit · ↗Schädlingsbefall · ↗Schädlingsbekämpfer · ↗Schädlingsbekämpfung · ↗Schädlingsbekämpfungsmittel
 ·  mit ›Schädling‹ als Letztglied: ↗Baumschädling · ↗Feldschädling · ↗Forstschädling · ↗Gartenschädling · ↗Gesundheitsschädling · ↗Getreideschädling · ↗Hausschädling · ↗Holzschädling · ↗Obstschädling · ↗Pflanzenschädling · ↗Volksschädling · ↗Vorratsschädling
eWDG, 1974

Bedeutung

Tier, Pflanze, die anderen Lebewesen, Rohstoffen, Vorräten oder Material bei oft massenweisem Auftreten Schaden zufügt und wirtschaftliche Verluste verursacht
Beispiele:
tierische, pflanzliche Schädlinge
die Bekämpfung der Schädlinge mit chemischen Mitteln
die Schädlinge der Haustiere
diese Pflanze ist gegen Schädlinge resistent
große Mengen Getreide werden jährlich in der ganzen Welt von Schädlingen vernichtet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaden · Schade · schade · schaden · schädigen · beschädigen · entschädigen · unbeschadet · schadhaft · schädlich · Schädling · Schadenersatz · Schadenfreude · schadenfroh · schadlos
Schaden Schade m. ‘negative, beeinträchtigende Einwirkung und das, was sie an Verlust, Zerstörung oder Nachteil zur Folge hat’, ahd. scado (8. Jh.), mhd. schade ‘Schädigung, Verlust, Nachteil, Verderben, Mühsal, Verwundung’, asächs. skaðo, mnd. schāde, mnl. scāde, nl. schade, afries. skatha, aengl. sceaþa, anord. skaði, schwed. skada, got. skaþis (germ. *skaþa(n), *skaþi-) sind Abstrakta zu einem in aengl. scieþþan und got. skaþjan ‘schaden’ (germ. *skaþjan) belegten starken Verb. Als Nomina agentis gehören dazu ahd. scado und scadāri ‘Schädiger, Räuber, Spießgeselle’ (8. Jh.), mhd. schade, asächs. skaðo, aengl. sceaþa. Falls man außergerm. griech. askēthḗs (ἀσκηθής) ‘unversehrt, wohlbehalten’, eine Bildung mit verneinendem a- (ἀ- privativum), und mir. scīth ‘müde’ vergleichen kann, so ist Rückführung auf eine Wurzel ie. *skēth-, *skəth- ‘beschädigen’ möglich. Die Endung -n der heute vorherrschenden Form Schaden entstammt den obliquen Kasus des schwach flektierten Substantivs. Die Wendung schade sein ‘bedauerlich sein’ (16. Jh.) entwickelt sich aus der prädikativen Stellung des Substantivs, vgl. mhd. schade sīn ‘schädlich sein’. Daraus (elliptisch) schade Adj. und Interjektion ‘bedauerlich, betrüblich’ (18. Jh.). Ferner zu schade für etw. ‘zu wertvoll für etw., so daß durch diese Verwendung ein Schaden entstünde’. schaden Vb. ‘Schaden anrichten, verursachen, verletzen’, ahd. scadōn (8. Jh.), mhd. schaden, asächs. skaðon, mnd. schāden, mnl. scāden, nl. schaden, anord. skaða, schwed. skada, von den oben genannten Abstrakta abgeleitet, dagegen aengl. sceaþian vom Nomen agentis sceaþa (s. oben); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 73 f. schädigen Vb. ‘Schaden zufügen’, mhd. schad(e)gen, sched(e)gen; vgl. mhd. schadec, schedec ‘schädlich’. beschädigen Vb. ‘schadhaft machen, an etw. Schaden verursachen’, mhd. beschedigen. entschädigen Vb. ‘entstandenen Schaden wiedergutmachen, Ersatz zahlen’, spätmhd. entschadegen. unbeschadet Part.adj. ‘unversehrt’, verneintes Part. Prät. zum Simplex beschaden ‘beschädigen’, mhd. beschaden, seit dem 17. Jh. als Präp. ‘ohne zu schmälern’ geläufig. schadhaft Adj. ‘beschädigt, ramponiert’, ahd. scadohaft ‘schädlich’ (9. Jh.), mhd. schadehaft ‘Schaden, Verlust bringend, schädlich, geschädigt, beschädigt’. schädlich Adj. ‘Schaden, Verlust, Nachteil bringend’, mhd. schedelich; vgl. ahd. unscadolīh ‘unschuldig, schuldlos’ (11. Jh.). Schädling m. ‘wer Schaden verursacht’ (19. Jh.), anfangs nur von schädlichen Tieren (zumal Insekten), bald auch von Pflanzen; die Übertragung auf Menschen ‘zerstörungssüchtige Person’ erfolgt Anfang 20. Jh. Schadenersatz m. ‘Wiedergutmachung für zugefügten Schaden’ (Ende 18. Jh.), aus einen Schaden ersetzen. Schadenfreude f. ‘Freude über den Schaden, der anderen entsteht’ (16. Jh.). schadenfroh Adj. (16. Jh.). schadlos Adj. ‘ohne Schaden’, mhd. schadelōs ‘ohne Schaden, unschädlich, nicht nachteilig’; nur noch in der Fügung sich schadlos halten ‘seinen Nachteil, Schaden (auf Kosten anderer) ersetzen’ (18. Jh.), älter jmdn. schadlos halten ‘vor Schaden bewahren’ (16. Jh.).

Thesaurus

Zoologie, Ökonomie
Synonymgruppe
Schädling · ↗Ungeziefer
Oberbegriffe
  • tierisches Lebewesen  ●  ↗Tier  Hauptform · ↗Getier  geh. · ↗Viech  ugs. · ↗Vieh  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwehrstoff Ausbreitung Befall Blattlaus Herbizid Krankheitserreger Kulturpflanze Larve Massenvermehrung Nutzpflanze Nützling Pflanzenkrankheit Pilz Pilzkrankheit Resistenz Trockenheit Unkraut Volksfeind Widerstandsfähigkeit abtöten befallen eingeschleppt einschleppen gefräßig gefürchtet pflanzlich resistent tierisch trotzkistisch vertilgen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schädling‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Durch den verstärkten Handel kommen immer häufiger auch neue Schädlinge zu uns.
Die Welt, 11.10.2003
Da man sich an jüdischem Hab und Gut bereichert hatte, mußten die Juden zwangsläufig die "Schädlinge" sein, als welche sie vom Regime dargestellt wurden.
Süddeutsche Zeitung, 16.04.1999
Zeitlich wie räumlich gezielte Bekämpfung mit geeigneten Verfahren setzt eingehende Kenntnisse über die Lebensweise der zu bekämpfenden Schädlinge voraus.
Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1972 [1967], S. 1012
Übelnehmen und eigensinniges Verharren darin ist der schlimmste Schädling des Verkehrs.
Gleichen-Russwurm, Alexander von: Der gute Ton. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1932], S. 21629
Zitationshilfe
„Schädling“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schädling>, abgerufen am 19.10.2019.

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