Schäferhund, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Schä-fer-hund
Wortzerlegung SchäferHund1
eWDG

Bedeutungen

1.
der Deutsche Schäferhunddem Wolf äußerlich ähnlicher großer Haushund mit Stehohren und langer, buschiger Rute, der als Diensthund und Gebrauchshund vielseitig verwendet wird
Beispiele:
ein Schäferhund bewachte das Grundstück
ein Polizist, ein Blinder mit einem Schäferhund
der Schottische Schäferhund (= Collie)
2.
Hund, der dem Schäfer beim Hüten der Schafe hilft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hund · Hunt · hündisch · Schäferhund · Schießhund · Hundstage · Hündin
Hund m. Der gemeingerm. Name des zu den Raubtieren gehörenden, wohl ältesten indoeuropäischen Haustieres ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. hunt, asächs. aengl. hund (engl. hound ‘Jagd-, Hetzhund’ neben dog ‘Hund’), mnl. hont, nl. hond, anord. hundr, schwed. hund, got. hunds zeigt eine Dentalerweiterung (ie. *k̑u̯ont-) gegenüber den außergerm. Bezeichnungen aind. śvā́ (Genitiv śúnaḥ), griech. kýōn, Genitiv kynós (κύων, κυνός) (s. ↗zynisch), air. (Genitiv con), lit. ṡuõ sowie lat. canis (mit später entstandenem a?), aus denen sich ein Ansatz ie. *k̑u̯on-, *k̑un- ‘Hund’ erschließen läßt, wobei Anknüpfung an die Wurzel ie. *k̑eu- ‘leuchten, glänzen, hell’ (motiviert durch die Farbe des Tieres) fraglich bleibt. Andere führen den Dental des Germ. auf ein to-Partizip zur Wurzel ie. *ken- ‘frisch hervorkommen’ zurück, die auch in Bezeichnungen für ‘Tierjunges’ erscheint, vgl. mir. cano, cana ‘Wolfjunges’. Hund, auch Hunt ‘kleiner Förderkarren im Bergbau’ ist eine Übertragung des Tiernamens (Mitte 16. Jh.). Häufig ist der Gebrauch als Schimpfwort (16. Jh., doch vermutlich viel älter), auch Lumpenhund (17. Jh.), ↗Schweinehund (s. d.). Oft in Zusammensetzungen und Wendungen, die selten auf gute Eigenschaften des Tieres (Hundetreue, Hundeblick), weit mehr nach allgemeiner, zumal älterer Auffassung auf vermeintlich schlechte Eigenschaften anspielen, da der Hund weithin und lange Zeit als Bild des Elenden, Niederträchtigen, Menschenunwürdigen angesehen wird; das Bestimmungswort nimmt dabei vielfach steigernde Funktion an, vgl. Hundeleben (17. Jh.), Hundeloch zunächst für ‘Gefängnis’ (17. Jh.), Hundeseele (18. Jh.), Hundearbeit (19. Jh.), Hundekälte (19. Jh.), Hundewetter (19. Jh.), Hundelohn (20. Jh.); hundekalt (19. Jh.), hundemüde (19. Jh.), hundemiserabel (19. Jh.), hundsmiserabel (20. Jh.), hundsgemein (19. Jh.), hundsmäßig, hundemäßig (19. Jh.); ferner da liegt der Hund begraben ‘das ist der Kern der Sache’ (17. Jh.), auf den Hund kommen ‘herunterkommen’ (18. Jh.), vor die Hunde gehen ‘zugrunde gehen’ (17. Jh.). hündisch Adj. ‘kriecherisch, unterwürfig, gemein’, älter hundisch (15. Jh.), da der Hund als niedergetretene und geprügelte Kreatur gilt und wegen seiner Unterwürfigkeit verachtet wird. Schäferhund m. Hund einer besonders für das Treiben und Bewachen von Herden geeigneten Rasse (16. Jh.). Schießhund m. ‘Spürhund’, eigentlich ‘Hund, der das angeschossene Wild aufzuspüren hat’, besonders in der Wendung aufpassen wie ein Schießhund (nd. uppassen as een Scheethund) ‘scharf aufpassen’ (18. Jh.). Hundstage Plur. ‘Hitzetage’, meist um den 14. Juli, spätmhd. hundetac, huntlīche tage (14. Jh.), hundische tage (15. Jh.), mnl. hontdāghe; Übersetzung von lat. diēs canīculārēs, der Bezeichnung für die durch das Hundsgestirn im Sternbild des Orion bestimmten Tage, vgl. lat. canīcula ‘Hundsstern, Sirius’, dessen Aufgang die heißen Juli- und Augusttage einleitet. Hündin f. ahd. huntinna (Hs. 12. Jh.), mhd. hundinne, spätmhd. hündin, doch erst seit dem 15. Jh. geläufig.

Typische Verbindungen zu ›Schäferhund‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schäferhund‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schäferhund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir schleppen uns zur Bar, vorbei an einem schwer atmenden Schäferhund mit rot geschwollenen Augen.
Der Tagesspiegel, 08.08.2002
Die schickte sofort etliche Beamte samt Schäferhunden an den Ort des Geschehens.
Süddeutsche Zeitung, 02.09.1997
Als der Schäferhund ihnen nicht mutig und »scharf« genug wurde, kreuzten ihn die Züchter mit einem echten Wolf.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1978, Nr. 12
Der Schäferhund Theo lief um die Herde herum, hielt sie zusammen.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 234
Da trifft ein Türkenjunge - der geht gerade mit einem deutschen Schäferhund spazieren - einen erwachsenen Deutschen.
Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 112
Zitationshilfe
„Schäferhund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sch%C3%A4ferhund>, abgerufen am 18.04.2021.

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