Schärpe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schärpe · Nominativ Plural: Schärpen
Aussprache
WorttrennungSchär-pe
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
breiter, schalartiger, um die Taille und Hüften (zur Schleife) geschlungener Stoffstreifen, der als Kleiderschmuck dient
Beispiele:
eine seidene, bunte, bestickte Schärpe
eine große Schärpe (um Brust und Hüften) tragen
2.
um die Taille oder von der rechten Schulter zur linken Hüfte schräg über den Oberkörper gelegtes breites Band, das in verschiedenen Ländern besonders zu Paradeuniformen oder als Ordensband getragen wird
Beispiel:
General von der Tann, in Paradeuniform, mit Helmbusch und Schärpe und den breiten, roten Streifen an der Hose [BecherAbschied4,45]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schärpe f. ‘breites, um die Hüften oder schräg über Brust und Schulter getragenes (Ordens)band, um die Hüfte getragener, als Schleife gebundener Schal’ (als Kleiderschmuck). Auszugehen ist wohl (mit FEW 17, 121 ff.) von lat. scirpus ‘Binse’, zu dem offenbar ein anfrk. *skirpja ‘(aus Binsen geflochtene) Tasche, Pilgertasche’ (vgl. mlat. scrippum, schirpa ‘Pilgertasche’) gebildet worden ist. Dieses lebt weiter in mnl. scarpe, scaerpe, scerpe, mhd. schirpe, schurpe, scerpe (Köln, 12. Jh.) und in (aus anfrk. *skirpja über palatalisiertes *skjirpja, dissimiliert *skjirpa) entlehntem afrz. escharpe, escherpe, jeweils in der Bedeutung ‘dem Pilger um den Hals hängende Tasche, Pilgertasche’. Aus der Wendung afrz. a esquerpe bzw. en escharpe ‘schräg über Brust und Schulter’ (wie der Tragegurt einer Pilgertasche) entwickelt afrz. escharpe, escherpe die Bedeutung ‘schräg über Brust und Schulter oder um die Hüfte getragenes Band’. Aus darauf beruhendem frz. écharpe, auch ‘(bei Verletzung zu tragende) Armbinde, Schultertuch’, wird im 17. Jh. Scharpe, Scherpe, Schärpe entlehnt.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bowlerhut Frack Gürtel Handschuh Hüfte Kappe Landesfarbe Melone Nationalfarbe Orden Schleife Säbel Taille Talar Turban Umhang blau-weiß-rot blutrot drapieren dreifarbig grün-gelb grün-weiß-rot orangefarben orangen schwarz-rot-golden schwarzrotgolden seiden umhängen umlegen violett

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schärpe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von der Schärpe besitzt er nur noch ein kleines Stück.
Die Zeit, 29.12.2008 (online)
Männer mit der Schärpe einer farbentragenden Verbindung galoppieren mit ihren Damen schwungvoll durch den Saal.
Süddeutsche Zeitung, 22.12.1998
Wer unter die Soldaten ging, bekam eine Schärpe, vielleicht nur eine Armbinde, weiter nichts.
Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 51
Ein rechteckiges buntes Baumwolltuch, das in späterer Zeit durch ein Wolltuch ersetzt wurde, wand man spiralenförmig um den Körper oder trug es als Schärpe.
o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 11703
Da Stephan mit seiner Schärpe schlechte Arbeit leistete, half er ihm, den Kopfschmuck des Propheten richtig zu schlingen.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 200
Zitationshilfe
„Schärpe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schärpe>, abgerufen am 20.08.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Scharniergelenk
scharnieren
Scharnierband
Scharnier
Scharnhorst-Orden
Scharpie
Schärrahmen
Scharre
scharren
scharrieren