Schätzung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schätzung · Nominativ Plural: Schätzungen
Aussprache  [ˈʃɛʦʊŋ]
Worttrennung Schät-zung
Wortbildung  mit ›Schätzung‹ als Erstglied: Schätzungsgebühr · schätzungsweise  ·  mit ›Schätzung‹ als Letztglied: Analystenschätzung · Bestandsschätzung · Expertenschätzung · Gewinnschätzung · Hochschätzung · Kostenschätzung · Parameterschätzung · Selbstschätzung · Steuerschätzung · Vorausschätzung
eWDG

Bedeutungen

1.
ungefähre, grobe Bestimmung einer Größe, eines Maßes, Wertes
Beispiele:
jmds. Schätzung stimmt (nicht)
wie lange wird es deiner Schätzung nach, nach deiner Schätzung noch dauern?
der Schaden dürfte sich nach vorsichtiger, grober, vorläufiger Schätzung auf über eine Million Euro belaufen
die Schätzungen wichen erheblich von den tatsächlichen Werten ab
fachsprachlicheine erwartungsgetreue, passende, wirksame, erschöpfende Schätzung
2.
oft durch einen amtlichen Taxator vorgenommene Ermittlung, Festsetzung des Zeitwertes, Preises einer gebrauchten beweglichen Sache oder eines Grundstücks
Beispiele:
die Schätzung eines Nachlasses, Hauses, einer Sammlung, Parzelle
einen Taxator mit der Schätzung beauftragen
3.
Hochachtung, Wertschätzung
Beispiele:
jmd., etw. genießt jmds. Schätzung
gespreiztjmd., etw. erfreut sich allgemeiner Schätzung
dieser Wein verdient allerhöchste Schätzung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schatz · schatzen · schätzen · schätzbar · unschätzbar · Schätzung
Schatz m. ‘angehäufte Kostbarkeiten (besonders Schmuck, Edelsteine, Geld), Wertgegenstände, Reichtümer (vgl. Kunst-, Bodenschätze), geachtete, geliebte Person’, ahd. scaz ‘Münze, Geld, Reichtum’ (8. Jh.), mhd. scha(t)z ‘verarbeitetes Edelmetall, Geld und Gut, Reichtum, Tribut, Steuer, Wert, Preis’, asächs. skatt, mnd. schat, mnl. scat, nl. schat, aengl. sceatt, anord. skattr ‘Steuer, Schatz’, schwed. skatt, got. skatts ‘Münze, Geld’, afries. sket, schet, schat ‘Geld, Vieh’ (germ. *skatta-) haben keine außergerm. Verwandten und sind etymologisch ungeklärt. Die wohl älteste, im Afries. bezeugte Bedeutung ‘Vieh’ findet sich wieder in wahrscheinlich aus dem Germ. entlehntem aslaw. skotъ ‘Vieh, Haustier’, russ. skot (скот) ‘Vieh’, so daß man eine Entwicklung von ‘Vieh’ als Zeichen des Reichtums zu ‘Geld, Besitz’ annehmen kann (vgl. dazu lat. pecū ‘Vieh’ und pecūnia ‘Vermögen, Geld’, s. Vieh und die dort dargestellte Entwicklung im Germ.). de Vries Nl. 609 f. (wo zahlreiche, letztlich nicht befriedigende Herleitungsversuche angeführt werden) erwägt, da Bedeutungen wie ‘Zins, Steuer’ dem Germ. fremde Begriffe seien, Rückführung der Formen auf ein östliches Wanderwort. Im 13. Jh. steht Schatz im Sinne von ‘niedergelegter, angehäufter Reichtum’ neben Hort (s. d.) und wird im 15. Jh. Bezeichnung für ‘das Liebste, das größte Glück, den liebsten Menschen’. schatzen Vb. ‘Reichtümer ansammeln’ (bis ins 17. Jh.), ahd. scazzōn (9. Jh.), mhd. schatzen; die daneben im Mhd. bezeugte Bedeutung ‘besteuern, mit einer Abgabe belegen’ lebt weiter in dem Denominativum brandschatzen (s. d.). schätzen Vb. ‘den Wert (eines Vermögens) beurteilen, taxieren, vermuten’, übertragen ‘achten, verehren’, mhd. schetzen ‘Geld abnehmen, besteuern, Lösegeld auferlegen, nach Wert oder Zahl veranschlagen, glauben, meinen’. schätzbar Adj. ‘so beschaffen, daß der Wert bestimmt, daß taxiert werden kann’ (17. Jh.); vgl. vom Substantiv abgeleitetes spätmhd. schazbære ‘kostbar’. unschätzbar Adj. ‘nicht taxierbar’ (17. Jh.), ‘sehr kostbar, außerordentlich wertvoll’ (16. Jh., besonders geläufig seit dem 18. Jh.). Schätzung f. ‘ungefähre Berechnung, Taxierung, Verehrung, Achtung’, mhd. schatzunge, schetzunge ‘Besteuerung, Taxierung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schätzung [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Assoziationen
Synonymgruppe
Daumenregel · Faustformel · Faustregel · Schätzung · grober Anhalt  ●  Heuristik  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Prognose · Projektion · Schätzung · Vorausschau · Vorhersage · Vorsprung
Mathematik, Ökonomie
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›Schätzung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schätzung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schätzung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach vorsichtigen Schätzungen dürfte er an die zwei Meter groß gewesen sein. [P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1985, Nr. 7]
Das erscheint viel, eine weniger großzügige Schätzung kommt zu einer Zahl von 10 bis 11 Millionen. [Ganshof, François Louis: Das Hochmittelalter. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7362]
Nach meiner Schätzung werden es etwa 15 bis 20 Personen gewesen sein. [o. A.: Einhundertdreiundvierzigster Tag. Freitag, 31. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 30379]
Man wird nach meiner Schätzung wohl eher mit weniger als 1800 Stunden jährlich auskommen, als daß man etwa 2000 Stunden brauchen wird. [Die Zeit, 30.12.1998, Nr. 1]
Inzwischen sind es nur noch 8000, vielleicht auch nur 5000, die Schätzungen gehen auseinander. [Die Zeit, 24.10.1997, Nr. 44]
Zitationshilfe
„Schätzung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sch%C3%A4tzung>.

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