Schönheit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schönheit · Nominativ Plural: Schönheiten
Aussprache 
Worttrennung Schön-heit
Wortzerlegung schön -heit
eWDG

Bedeutungen

1.
entsprechend der Bedeutung von schön (1 a, 1 b)
Beispiele:
jmd., etw. ist von großer, vollendeter, überwältigender, hinreißender, makelloser, strahlender, klassischer, strenger, herber Schönheit
das Gebäude ist von seltener Schönheit
ein Werk von großer klanglicher Schönheit
ein Tal von romantischer Schönheit
die Fassade ist in ihrer ursprünglichen Schönheit wiedererstanden
die Rose ist jetzt zu voller Schönheit erblüht
die architektonische Schönheit dieser Bauwerke
die Schönheit der Natur
diese Plastik ist wegen ihrer Schönheit berühmt
jmds. Schönheit, die Schönheit von etw. besingen, preisen
die Schönheiten der Landschaft genießen
2.
sehr schöne Frau
Beispiele:
sie ist eine Schönheit
[…] unter den Frauen an dieser Tafel [saßen] nur Schönheiten […] [ H. MannVollendung Henri Quatre7,247]
sehr schöner Mensch
Beispiel:
spöttischer, sie war nicht gerade eine Schönheit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schön · Schönheit · schönen · verschönen · verschönern · beschönigen · Schöngeist · schöngeistig · schöntun
schön Adj. ‘in jeder Hinsicht gut anzusehen, wohlgefällig, bewundernswert’, ahd. scōni ‘ansehnlich, glänzend, rein, herrlich, gut, angenehm’ (8. Jh.), mhd. schœn(e), auch ‘schonend, freundlich’, asächs. skōni, mnd. schȫn(e), mnl. scōne, nl. schoon, afries. skēne, aengl. scīene, scēne, engl. (poetisch) sheen, anord. (als zweites Kompositionsglied) -skjōni, got. skauns oder skauneis ‘anmutig’ (germ. *skauni-) ist ein mit dem Suffix ie. bzw. germ. -ni- gebildetes Verbaladjektiv zu der unter schauen (s. d.) genannten Wurzel ie. *(s)keu- ‘worauf achten, beobachten, schauen’. Auszugehen ist von einer Bedeutung ‘sichtbar, anschaubar’, die sich zu ‘ansehnlich’ und ‘gut, angenehm’ (auch von Gehörseindrücken) weiterentwickelt. Der Bezug des Wortes auf den vom humanistischen Bildungsideal geprägten ästhetischen Bereich, vgl. Fügungen wie schöne Künste (frz. les beaux-arts), schöne Wissenschaften (frz. les belles-lettres), schöne Literatur, erfolgt im 18. Jh. Zum alten adverbiellen Gebrauch s. schon. Schönheit f. ‘das Schönsein, das Schöne’, mhd. schœnheit, schōnheit ‘Herrlichkeit, Pracht, Zierde, Schmuck, Unterhaltung, Festlichkeit’. schönen Vb. vornehmlich fachsprachlich ‘Färbungen verbessern, Wein klären’ (19. Jh.); nur selten ‘schönmachen, verschönern’, ahd. scōnen (um 800), scōnōn (9. Jh.), mhd. schœnen ‘schönmachen, schmücken, verherrlichen’; dafür heute verschönen Vb. mhd. verschœ̄nen, oder verschönern Vb. ‘schöner machen’ (17. Jh.). beschönigen Vb. ‘etw. weniger schwerwiegend, günstig darstellen’ (18. Jh.), älter beschönen, mhd. beschœnen ‘schönmachen, entschuldigen, rechtfertigen’. Schöngeist m. ‘wer von den schönen Künsten begeistert ist’ (18. Jh.), nach frz. bel esprit, bald auch ironisch; älter schöner Geist (17. Jh.); dazu schöngeistig Adj. (Anfang 19. Jh.), schöngeistige Schriften (19. Jh.). schöntun Vb. ‘freundlich sein, schmeicheln’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schönheit · schönes Aussehen  ●  Ästhetik  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
Anmut · Ebenmaß · Grazie · Liebreiz · Reiz · Schönheit  ●  Ästhetik  geh.
Synonymgruppe
(eine) Schöne · Schönheit  ●  Beauty  engl. · Beauty-Queen  engl. · schöne Frau  Hauptform
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Schönheit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schönheit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schönheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber schließlich hat die Schönheit immer noch ihren Preis gehabt. [Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 349]
Für gewöhnlich sieht man allerdings von dieser Schönheit nicht allzuviel. [Buddenbrock, Wolfgang von: Das Liebesleben der Tiere, Bonn: Athenäum 1953, S. 83]
Sie geht auch im fertigen Bild nicht etwa auf Kosten seiner Schönheit verloren. [Busch, Werner: Das sentimentalische Bild, München: Beck 1993, S. 200]
Er beschließt, ihre Schönheit zu zerstören und bedient sich zu diesem Zweck der Schuld. [Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 921]
Zugleich ist es eine bis heute nicht erschöpfte reine Quelle der Schönheit. [Die Zeit, 30.03.2000, Nr. 14]
Zitationshilfe
„Schönheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sch%C3%B6nheit>.

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