Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schöpfer, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schöpfers · Nominativ Plural: Schöpfer
Aussprache 
Worttrennung Schöp-fer
Wortzerlegung schöpfen -er
Wortbildung  mit ›Schöpfer‹ als Erstglied: Schöpfergeist · Schöpfergott · Schöpferhand · Schöpferin · Schöpferkraft · Schöpfertum · schöpferisch
 ·  mit ›Schöpfer‹ als Letztglied: Filmschöpfer · Kulturschöpfer · Modeschöpfer · Nachschöpfer · Neuschöpfer · Sprachschöpfer · Tonschöpfer · Weltschöpfer · Wortschöpfer

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [gehoben] Mensch, der etw. Neues und Bedeutendes geschaffen hat
  2. 2. [Religion] Gott
eWDG

Bedeutungen

1.
gehoben Mensch, der etw. Neues und Bedeutendes geschaffen hat
Beispiele:
er ist der Schöpfer dieses Kunstwerkes, Projektes
der Sozialismus [verschafft] dem werktätigen Menschen die objektive gesellschaftliche Stellung, die ihm als Schöpfer aller Werte zusteht [ Banaschak-VorholzerMensch221]
2.
Religion Gott
Grammatik: nur im Singular
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schaffen · abschaffen · anschaffen · beschaffen1 · beschaffen2 · erschaffen · nachschaffen · Schaffe · Schaffner · Geschöpf · Schöpfer2 · schöpferisch · Schöpfung
schaffen Vb. ‘in eigener Leistung hervorbringen, gestalten’ und (besonders südd.) ‘arbeiten, zustande bringen’. Das stark flektierende Verb (mit j-Präsens) ahd. skephen ‘(er)schaffen, (be)wirken, gestalten, ordnen, festsetzen’ und auch ‘(Wasser) schöpfen’ (8. Jh.) entwickelt (aus der Partizipialform giscaffan) einen neuen Präsensstamm mit dem Infinitiv mhd. schaffen, nhd. schaffen (schuf, geschaffen). Verwandt sind asächs. skeppian ‘(er)schaffen, bestimmen’, aengl. scieppan ‘(er)schaffen, bilden anordnen, machen’, got. gaskapjan ‘erschaffen’, ferner schaben, Schaff, Schaft, Scheffel (s. d.) und die dort genannten Wortformen, so daß, ausgehend von einer Bedeutung ‘schnitzend gestalten’, Anschluß an die Variante ie. *skā̌b(h)- der Wurzel ie. *(s)kē̌p-, *(s)kō̌p-, *(s)kā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’ möglich ist. Neben dem starken Verb ahd. skephen (s. oben) steht ein gleichlautendes schwaches jan-Verb ahd. skephen ‘(er)schaffen, gestalten, bilden’ und ‘(Wasser) schöpfen’ (8. Jh.); beide Verben haben sich anscheinend semantisch miteinander vermischt (Weiteres s. schöpfen). Weiterhin steht zum starken Verb die schwach flektierende Intensivbildung ahd. scaffōn ‘tun, bilden, zustande bringen, anordnen’ (8. Jh.), mhd. schaffen, nhd. schaffen ( schaffte, geschafft), deren Infinitiv- und Präsensformen im Mhd. und Nhd. mit denen des oben genannten starken Verbs zusammenfallen. Für das starke Verb ist heute von einer Grundbedeutung ‘etw. hervorbringen, bewirken’, für das schwache Verb von einer Grundbedeutung ‘einrichten, ordnen’ (weiter ‘anordnen, tätig sein, arbeiten, herbei-, wegbringen’) auszugehen. Starke und schwache Flexion zeigen entsprechend mnd. scheppen, mnl. sceppen und engl. to shape (mit dem Part. Prät. shaped und, allerdings selten und älter, shapen). Zum schwachen Verb stellen sich (auch bei teilweise starker Flexion bis ins 16. Jh.) abschaffen Vb. ‘aufheben, beseitigen’, mhd. abeschaffen (14. Jh.), südd. auch ‘sich abarbeiten’; anschaffen Vb. ‘etw. in seinen Besitz bringen, sich aneignen’ (16. Jh.), ‘anordnen, verursachen’ (15. Jh.); beschaffen1 Vb. ‘herbeiholen, besorgen’ (15. Jh.); vgl. ahd. biscaffōn ‘gestalten, bilden’ (8. Jh.); dagegen beschaffen2 Part.adj. ‘geartet, geformt, befindlich’ (15. Jh.), mhd. ‘vorhanden, durch das Schicksal bestimmt’, zu (vorwiegend stark flektierendem) mhd. beschaffen ‘(er)schaffen, bestimmt oder zugeteilt sein, ordnen, verwalten, herbeibringen’. Zum starken Verb gehören erschaffen Vb. ‘entstehen lassen, gestalten, formen’, geläufig seit dem 16. Jh.; nachschaffen Vb. ‘gestaltend nachbilden’ (18. Jh.), ‘nachträglich anschaffen’ (17. Jh.). Schaffe f. ‘Leistung, (großartige) Angelegenheit’, neugebildetes Verbalabstraktum der Jugendsprache (20. Jh.); zuvor (ohne direkte Nachfolge) mhd. schaffe ‘Anordnung, Befehl’. Schaffner m. ‘Besorger, Ordner, Aufseher, Verwalter’, mhd. schaffenære, scheffenære, nach voraufgehendem schaffære, scheffære, ahd. scaffāri (um 1000). Seit dem 19. Jh. fast nur noch für das Bedienungs- und Aufsichtspersonal bei Bahn und Post, vgl. Postschaffner, Eisenbahnschaffner. Den alten Stammsilbenvokal des starken Verbs (nach ahd. skephen) bewahren (zu ö gerundet) Geschöpf n. ‘das Erschaffene, Geformte’ (15. Jh.), anfangs auch Vorgangsbezeichnung im Sinne von ‘Erschaffung’; Schöpfer2 m. ‘wer etw. erschafft, gestaltet’, auch Bezeichnung des christlichen Gottes als des Erschaffers der Welt, ahd. skephāri (9. Jh.), mhd. schepfære, schephære (vgl. früher bezeugtes ahd. skepho, 8. Jh.); schöpferisch Adj. ‘gestaltend, Neues erschaffend’ (18. Jh.); Schöpfung f. ‘Vorgang und Ergebnis des Gestaltens’, mhd. schepfunge, schepfenunge im Sinne des göttlichen Erschaffens der Welt, seit dem 18. Jh. ‘Gesamtheit von Natur und Welt’, auch ‘geistiges, künstlerisches Schaffen und sein Produkt’.

Typische Verbindungen zu ›Schöpfer‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schöpfer‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schöpfer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Heute aber sei er ein weltberühmter Mann, der Schöpfer einer neuen, gewaltigen Industrie und Besitzer vieler Millionen. [Dominik, Hans: John Workmann der Zeitungsboy, Biberach an d. Riss: Koehler 1954 [1925], S. 116]
Der Künstler wird zum Schöpfer, der so wie Gott verfährt, nämlich frei. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 144]
Beides ist in uns vom Schöpfer angelegt, beides ist möglich. [Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 29]
Doch das Leben dieser fünf hat der Schöpfer aus seiner Hand in meine Hand gelegt. [Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 438]
Aber selbst so vermag die S. dem Schöpfer nicht zu entrinnen. [Klemm, P.: Schöpfung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 32359]
Zitationshilfe
„Schöpfer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sch%C3%B6pfer#1>.

Weitere Informationen …

Schöpfer, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schöpfers · Nominativ Plural: Schöpfer
Aussprache 
Worttrennung Schöp-fer
Wortzerlegung schöpfen -er
eWDG

Bedeutung

Gefäß zum Schöpfen, Kelle
Beispiele:
in der Küche hingen Rührlöffel und Schöpfer an der Wand
an den Pleuelstangen [befinden sich] kleine Schöpfer, die während des Umlaufes in das Öl des Kurbelgehäuses eintauchen [ Kraftfahrzeugkunde24]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schöpfen · erschöpfen · erschöpft · unerschöpflich · Schöpfer1
schöpfen Vb. ‘Flüssigkeit mit einer Kelle oder einem Gefäß entnehmen’, auch ‘(er)schaffen’ (heute selten, im 19. Jh. veraltend). Laut- und bedeutungsgleich stehen nebeneinander ein starkes Verb ahd. skephen und ein schwaches Verb ahd. skephen, beide für ‘(er)schaffen, gestalten, bilden’ und ‘(Wasser) schöpfen’ (s. schaffen). Vielleicht darf davon ausgegangen werden, daß die Bedeutung ‘(Wasser) schöpfen’ zunächst allein dem schwachen Verb zukam, das dann als eine Bildung zu dem unter Schaff (s. d.) behandelten Substantiv anzusehen wäre. Die semantische Vermischung beider Verben ist jedenfalls im Ahd. bereits vollzogen. Während starkes ahd. skephen in schaffen weiterlebt (und die Bedeutung ‘Wasser schöpfen’ aufgibt), setzt sich schwaches ahd. skephen mit seinen beiden Bedeutungen in mhd. schepfen, nhd. (mit Rundung zu ö) schöpfen (schöpfte, geschöpft) fort. Vgl. auch (schwach flektierend) mnd. nl. scheppen ‘(Wasser) schöpfen’. erschöpfen Vb. ‘vollständig behandeln, die Kräfte völlig aufbrauchen’, eigentlich ‘bis zum Ende ausschöpfen’, ahd. irskephen ‘schwächen, erschöpfen’ (9. Jh.), mhd. erschepfen; erschöpft Part.adj. ‘am Ende seiner Kräfte, ermüdet’ (18. Jh.). unerschöpflich Adj. ‘unbegrenzt’ (15. Jh.). Schöpfer1 m. ‘Schöpfgefäß, -kelle’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Schöpfer‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schöpfer‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schöpfer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Künstler wird zum Schöpfer, der so wie Gott verfährt, nämlich frei. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 144]
Beides ist in uns vom Schöpfer angelegt, beides ist möglich. [Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 29]
Aber selbst so vermag die S. dem Schöpfer nicht zu entrinnen. [Klemm, P.: Schöpfung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 32359]
Gott ist überhaupt nicht durch Zeit zu bestimmen; als ihr Schöpfer steht er jenseits ihrer. [Anz, W.: Ewigkeit. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 2842]
Was zeigt, daß er offenbar doch ein Herz hat, der Herr Schöpfer. [Die Zeit, 07.01.1999, Nr. 2]
Zitationshilfe
„Schöpfer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sch%C3%B6pfer#2>.

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