Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schübling, der

Grammatik D-Südwest (Baden) , A-West (Vorarlberg) Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schüblings · Nominativ Plural: Schübling/Schüblinge
Nebenform CH Schüblig · Substantiv · Genitiv Singular: Schübligs · Nominativ Plural: Schüblig/Schüblige
Aussprache [ˈʃyːplɪŋ] · [ˈʃyːplɪk]
Worttrennung Schüb-ling ● Schüb-lig
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

als Bezeichnung für verschiedene regionale Sorten von Brühwürsten und Dauerwurst, oft mit kleinen Speckstückchen, verwendet
siehe auch Knackwurst
Beispiele:
Der klassische Schüblig ist eine Brühwurst mit feinkörnigem bis grobem Brät, geräuchert, 15 bis 30 Zentimeter lang, im Umfang zwischen Wienerli und Cervelat und 150 bis 350 Gramm schwer. Im Grossraum Zürich sind der [rote] Augustiner und der [schwarze] Bassersdorfer Schüblig die Favoriten. [Neue Zürcher Zeitung, 09.02.2016]
Weiche Schüblinge, wie die Kundin sie gern hätte, sind heute nicht zu haben. »Tut mir leid, die hängen daheim noch im Rauch, nur harte kann ich Ihnen heute bieten.« Ob die auch heißgemacht werden könnten? »Mmmmh, besser nicht«, wiegt der Verkäufer den Kopf, dazu eigneten sie sich nicht. [Südkurier, 28.01.2000]
Für das leibliche Wohl der Besucher werden Pommes, Schnitzel, Bratwürste, Schübling, Wienerle und selbst gemachte Salate sowie Kaffee und Kuchen serviert. [Südkurier, 17.11.2017]
Das traditionelle Schüblingsschießen bei den Gisinger Schützen ist wohl der Grund, weshalb in ziemlich einigen Haushalten in der nächsten Zeit Schüblinge in allen Varianten auf den Tisch kommen. […] Über 17.000 Schuss Munition wurden verbraucht und 2.425 Schüblinge an die erfolgreichen Wurstjäger ausgegeben[…]. [Vorarlberger Nachrichten, 16.01.2014]
Der Schüblig, eine Brühwurst, ist übrigens dem St.‑Galler Schüblig nachempfunden, dieser gilt mehr oder weniger als Original der verschiedenen bekannten Schüblige. [Basler Zeitung, 22.11.2013]
Es ist wohl nicht verfehlt, den Schübling als Vorarlbergs Wurst der Würste zu bezeichnen, wie sie in ähnlicher Bedeutung nur noch in St. Gallen, dem Thurgau (hier auch »Schüblig«) und (weit weniger stark verbreitet) im deutschen Hinterland des Bodensees vorkommt. Der Duden beschreibt diese Delikatesse als »leicht geräucherte, lange Wurst« und entspricht damit im Wesentlichen dem klassischen Bild eines Schüblings, wie wir ihn, »gegrillt«, auch als »Rote« kennen und der nur einen großen Gegner hat: die Bratwurst vom sankt‑gallischen Typus. [Vorarlberger Nachrichten, 16.12.1999]

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Zitationshilfe
„Schübling“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sch%C3%BCbling#1>.

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Schübling, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schüblings · Nominativ Plural: Schüblinge
Aussprache [ˈʃyːplɪŋ]
Worttrennung Schüb-ling
Wortzerlegung Schub -ling
ZDL-Verweisartikel

Bedeutung

meist A , Jargon Synonym zu Abschiebehäftling, Schubhäftling
Beispiele:
Der »Schübling«, so heißen Schubhäftlinge im polizeiinternen Jargon, verhielt sich ruhig, als er im Auto auf das Rollfeld geführt wurde. [Kleine Zeitung, 07.03.2002]
Man ist ja vom Innenministerium einiges gewöhnt, »Schübling« für »Schubhäftling« oder »Kompetenzzentrum für aufenthaltsbeendende Maßnahmen«. Im jetzigen Fall [der Bezeichnung »Ankerkinder« für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge] ist die Verschleierung besonders subtil. [Wiener Zeitung, 11.01.2012]
In insgesamt 18 PAZ (= Polizeianhaltezentren, Gefängnisse) bundesweit sitzen derzeit rund 700 »Schüblinge«, die Hälfte davon in Wien. [Wiener Zeitung, 21.04.21]
»Schübling« als [österreichisches] Unwort des Jahres 1999 stammt aus der Polizeisprache und drücke eine Verniedlichung und Entpersonalisierung der so bezeichneten Person, des Schubhäftlings, aus, hieß es in der Begründung der Jury. [Der Standard, 15.12.2004]
Die Ausländerbehörde entschied sich für Abschiebung. L. wurde als »renitent«, »gewalttätig« und »flugunwillig« eingestuft. Solch ein »Schübling« (Amtsdeutsch) wird aus Sicherheitsgründen üblicherweise von drei Grenzschützern begleitet. [Der Spiegel, 29.03.2004]

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Zitationshilfe
„Schübling“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sch%C3%BCbling#2>.

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