Schüchternheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schüchternheit · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungSchüch-tern-heit
eWDG, 1976

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von schüchtern
Beispiele:
eine angeborene, ängstliche Schüchternheit
seine Schüchternheit ablegen, überwinden
Doch mal einer, der nicht an Schüchternheit leidet! [H. MannSchlaraffenland1,49]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schüchtern · einschüchtern · verschüchtert · Schüchternheit
schüchtern Adj. ‘ängstlich, zurückhaltend’ (16. Jh., zuerst von Tieren) geht zurück auf mnd. md. schüchter. Dies ist eine Ableitung von mnd. schüchter(e)n ‘sich (aus Furcht) zerstreuen, durch Scheuchlaute verjagen’, md. schüchtern, schuchtern ‘scheu, zaghaft, furchtsam werden oder machen, (ver)jagen’, die ihrerseits (wie ↗scheuchen, s. d.) zu den unter ↗scheu bzw. ↗scheuen (s. d.) genannten Formen gebildet sind. Das auslautende -n übernimmt das Adjektiv (endgültig im 18. Jh.) aus den flektierten Kasus (ähnlich wie ↗albern, s. d.). Das oben genannte Verb schüchtern bewahren die Präfixbildungen einschüchtern Vb. ‘schüchtern machen’ (19. Jh.) und verschüchtert Part.adj. ‘ängstlich, zurückhaltend’ (19. Jh.). Schüchternheit f. ‘Zaghaftigkeit, Zurückhaltung’ (18. Jh.), Schüchterheit (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Befangenheit · ↗Gehemmtheit · ↗Hemmung · Schüchternheit · ↗Unsicherheit · ↗Verklemmtheit
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angst Arroganz Bescheidenheit Mangel Mischung Pille Scheu Schwäche Stolz Unsicherheit Zurückhaltung ablegen anfänglich angeboren extrem gewiss interpretieren kindlich krankhaft leiden neigen verbergen weichen Ängstlichkeit überspielen überwinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schüchternheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst nach dem Konzert meldete sich Frau Liu mit chinesischer Schüchternheit.
Süddeutsche Zeitung, 24.02.2003
Vielleicht hat er seine Schüchternheit doch noch nicht ganz abgelegt.
Der Tagesspiegel, 29.12.2001
Sie besaß ein großes Talent, mir alle Schüchternheit zu nehmen.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 22
Des Lehrers Interesse dafür gewinnt das Kind und nimmt ihm seine anfängliche Schüchternheit.
Jahrbuch des Vereins für wissenschaftliche Pädagogik, 1902, Bd. 34
Ich ließ alle Schüchternheit fallen, ging beherzt auf sie zu und umarmte sie.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 215
Zitationshilfe
„Schüchternheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schüchternheit>, abgerufen am 08.12.2019.

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