Schürze, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schürze · Nominativ Plural: Schürzen
Aussprache
WorttrennungSchür-ze (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Schürze‹ als Erstglied: ↗Schürzchen · ↗Schürzenband · ↗Schürzenjäger · ↗Schürzenkittel · ↗Schürzenkleid · ↗Schürzenlatz · ↗Schürzentasche · ↗Schürzenträger · ↗Schürzenzipfel · ↗schürzenartig
 ·  mit ›Schürze‹ als Letztglied: ↗Campingschürze · ↗Dirndlschürze · ↗Gummischürze · ↗Kinderschürze · ↗Kleiderschürze · ↗Lederschürze · ↗Mädchenschürze · ↗Servierschürze · ↗Tischlerschürze · ↗Trägerschürze
 ·  formal verwandt mit: ↗beschürzt
eWDG, 1976

Bedeutung

Kleidungsstück, besonders für Frauen, das als Schutz gegen Beschmutzung der Kleidung die Vorderseite des Körpers bedeckt und mit angenähten Bändern um Taille und Hals gehalten wird
Beispiele:
eine weiße, blaue, große, saubere Schürze
die Schürze ist schmutzig
eine Schürze umbinden, vorbinden, anziehen, tragen
die Schürze zubinden, abbinden, ablegen, ausziehen
sie strich die Schürze glatt
sie hielt die Schürze auf
er wischte sich [Dativ] die Hände an der Schürze ab
das kleine Kind hielt, klammerte sich an der Schürze der Mutter fest
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich er hängt seiner Mutter immer noch an der Schürze (= er ist unselbständig)
übertragen
Beispiele:
er läuft, jagt jeder Schürze (= jedem weiblichen Wesen) nach
er ist hinter jeder Schürze her (= stellt den Frauen nach)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schurz · Schurzfell · Schürze · Schürzenjäger · schürzen
Schurz m. ‘kurzes, um die Hüften getragenes Kleidungsstück, kurze Schürze für Männer’, spätmhd. schurz ‘Kleidungsstück, das nur den Vorderteil des Unterleibs deckt, den Unterleib der geharnischten Reiter deckender Teil der Rüstung’ ist eine Substantivierung des Adjektivs ahd. scurz (8. Jh.), scurt (um 800; der Wechsel im Auslaut wohl analog zu ahd. kurz, kurt) ‘kurz’, mhd. schurz ‘abgeschnitten, kurz’ (das von entlehntem, aber letztlich verwandtem ↗kurz, s. d., verdrängt wird), aengl. sceort, engl. short ‘kurz’ sowie anord. skorta ‘mangeln, fehlen’, skort, skortr ‘Mangel’ und (mit Ablaut) mhd. scherze, scherzel ‘abgeschnittenes Stück’. Einen fem. jōn-Stamm (germ. *skurtjōn-) setzen voraus aengl. scyrte ‘Hemd, Schürze’, engl. shirt ‘Hemd’, mnd. schörte ‘Schurz, Schürze, den Unterleib deckender Teil der Rüstung’, mnl. scorte, nl. schort ‘Schürze, Schurz’, anord. skyrta ‘Hemd’ (woraus engl. skirt ‘Rock’). Außergerm. vergleichbar sind griech. skórodon (σκόροδον) ‘Knoblauch’ (nach den gespaltenen Knollen), aslaw. oskrъdъ ‘Meißel, Spitzhacke’, russ. (älter) oskórd (оскорд) ‘großes Beil’, lit. sker̃sti ‘schlachten, stechen’, lett. šḳērst ‘zer-, aufschneiden’. Zugrunde liegt die Dentalerweiterung ie. *(s)kerd-, *(s)kṛd- der Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’ (s. ↗scheren). Schurzfell n. ‘Schurz aus Fell oder Leder’, mhd. schurzvel (14. Jh.). Schürze f. ‘zum Schutz der Kleidung getragenes Kleidungsstück’ (17. Jh.). Auf Grund der späten Bezeugung ist das Substantiv wohl nicht unmittelbar zu den oben genannten femininen Formen zu stellen. Vielleicht ist eher an eine hd. Lautung angeglichene Entlehnung von mnd. schörte (s. oben) zu denken, falls nicht ein singularisierter Plur. von Schurz vorliegt. Als meist von Frauen getragenes Kleidungsstück nimmt Schürze in übertragenem Sinne die Bedeutung ‘Frau’ an, daher Schürzenjäger m. ‘wer ständig Frauen umwirbt’ (2. Hälfte 19. Jh.). schürzen Vb. ‘ein Kleid hochnehmen, hochbinden und damit kürzen, raffen’, mhd. schürzen, auch ‘ziehen, schlingen, bereitmachen, rüsten’, zum Adjektiv mhd. schurz ‘kurz’ (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Arbeitskittel · ↗Kittel · ↗Schurz · Schürze
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bluse Dienstmädchen Dirndl Gummistiefel Haube Hauskleid Kittel Kochmütze Kopftuch Mieder Schleife Schweller Spitzenhäubchen Zipfelmütze abbinden abwischen adrett blau blütenweiß bodenlang fleckig geblümt gestreift gestärkt kariert ledern umbinden umgebunden vorbinden weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schürze‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Frau wischt ihre Finger an der schmutzigen Schürze ab.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 74
Unter der langen Schürze trägt sie nur einen kurzen Rock.
Süddeutsche Zeitung, 12.06.2003
Warum sollte dieser Mann in der taubenblauen Schürze auch vorsichtig sein?
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 24
Dann legt sie die Schürze ab und führt uns nach oben.
Die Zeit, 17.09.1982, Nr. 38
Ihre Hände knüllten die Schürze von den Rändern aus zusammen.
Jens, Walter: Nein, München: Piper 1968 [1950], S. 241
Zitationshilfe
„Schürze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schürze>, abgerufen am 16.11.2018.

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