Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schüssel, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schüssel · Nominativ Plural: Schüsseln
Aussprache  [ˈʃʏsl̩]
Worttrennung Schüs-sel
eWDG

Bedeutungen

1.
vertieftes, schalenförmiges Gefäß mit flachem Boden, besonders zum Aufbewahren, Anrichten oder Auftragen von Speisen
Beispiele:
eine flache, tiefe, runde, ovale, silberne, gläserne, irdene, emaillierte Schüssel
eine Schüssel aus Glas, Porzellan, Steingut, Blech, Plastik, Holz
ein Satz Schüsseln
die Schüssel füllen, leeren
eine Schüssel (voll, mit) Salat, Kartoffeln, Suppe
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
vor leeren Schüsseln sitzen (= hungern)
er hat immer an vollen Schüsseln gesessen (= er hat nie Hunger gelitten)
2.
veraltend das in einer Schüssel Aufgetragene, das Gericht, die Speise
Beispiele:
das Wohl und Wehe des Staats, das in nichts anderm bestand, als eben in guten Schüsseln und auserlesenem Wein [ E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder3,17]
Ich habe in der Küche zu tun … bei den kalten Schüsseln [ Th. MannKrull8,407]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schüssel f. ‘offenes Gefäß mit flachem Boden’, ahd. scuʒʒila (9. Jh.), mhd. schüʒʒel(e), asächs. skutala, mnd. schȫtel(e), mnl. scōtele, scottel, nl. schotel, aengl. scutel, engl. scuttle ‘Kübel, Eimer, Kasten’, anord. (aus dem Aengl.) skutill sind Entlehnungen aus lat. scutella ‘kleine Trinkschale’, Deminutivum zu lat. scutra ‘flache Schüssel, Schale, Platte’, das als ‘Gefäß aus Leder’ zu lat. scūtum ‘Schild’ gehört. Das lat. Deminutivsuffix hat sich an das fem. Suffix für Gerätebezeichnungen germ. -ilō angepaßt und Umlaut bewirkt. Das Wort wird mit anderen Küchenwörtern und Gefäßbezeichnungen (s. Becken, Kessel, Pfanne) noch vor dem 6. Jh. von den Germanen aufgenommen.

Schusser · Schussel1 · Schussel2 · schusselig · schusseln
Schusser m. ‘Spiel-, Schnellkügelchen, Klicker’, Bildung (15. Jh.) zu Schuß im Sinne von ‘schnelle, übereilte Bewegung’, bzw. schießen (s. d.). So auch Schussel1 m. ‘fahriger, unkonzentrierter Mensch’, aus omd. und ostobd. Mundarten (öst. Schuserl) in die Umgangssprache aufgenommen, Schussel2 f. südd. omd. ‘Schlitterbahn’, schusselig Adj. ‘fahrig, ungeschickt, unüberlegt’, schusseln Vb. ‘hin und her rennen, übereilt, unüberlegt handeln, auf Eis schlittern’ (alle 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Napf · Schale · Schüssel · Terrine
Automobil
Synonymgruppe
Schrottwagen  ●  altes Auto  Hauptform · (alte) Klapperkiste  ugs. · (alte) Mühle  ugs. · (fahrbarer) Schrotthaufen  ugs. · Abwrackkarre  ugs. · Karre  ugs. · Nuckelpinne  ugs. · Rostbeule  ugs. · Rostlaube  ugs. · Schleuder  ugs. · Schrottauto  ugs. · Schrottbüchse  ugs. · Schrottfahrzeug  ugs. · Schrottkarre  ugs. · Schrottkiste  ugs. · Schrottmühle  ugs. · Schüssel  ugs. · Siffkarre  derb · Tschessn  ugs., österr. · Tschäsn  ugs., österr. · alte Blechkiste  ugs. · fahrbarer Schrotthaufen  ugs. · oide Kraxn  ugs., bayr.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (völlig) kaputt · marode · nicht mehr zu gebrauchen · unbrauchbar · zerbrochen · zermahlen · zermalmt · zerstört · zertrümmert  ●  geschrottet ugs. · hin ugs. · hinüber ugs. · im Arsch derb · im Eimer ugs. · irreparabel geh. · kapores ugs., sehr selten · reif für den Sperrmüll ugs. · reif für die Tonne ugs. · rott ugs., regional · schrottig ugs. · völlig hinüber ugs. · zu nichts mehr zu gebrauchen ugs. · zuschanden geh., veraltend
  • Liebhaberstück · Sammlerobjekt · Sammlerstück  ●  (alte) Gurke ugs., abwertend · (altes) Möhrchen ugs., regional · alte Möhre ugs., abwertend · altes Schätzchen ugs. · altes Teil ugs. · gutes Stück ugs. · olle Möhre ugs., abwertend, regional · voll die Möhre ugs., jugendsprachlich
  • Kalesche · Karosse  ●  Benzinkutsche ugs., scherzhaft · Flitzer ugs. · Flunder ugs., fig. · Hobel ugs., fig. · Karre ugs., fig., Hauptform · Kiste ugs., fig., Hauptform · Kutsche ugs. · Schleuder ugs., fig., abwertend · Schlitten ugs., fig., aufwertend, Hauptform · Schüssel ugs., fig.
  • Auto-Veteran · Autoklassiker · altes Fahrzeug  ●  Oldtimer Scheinanglizismus, Hauptform · Schnauferl ugs., veraltend, scherzhaft
  • altersschwach (Fahrzeug) · klapprig  ●  (eine) Klapperkiste von (einem Fahrzeug) ugs. · abgewrackt derb · fällt bald auseinander ugs. · gammlig derb · reif für den Schrottplatz derb · reif für die Schrottpresse derb · schrottig ugs.
Automobil
Synonymgruppe
Kalesche · Karosse  ●  Benzinkutsche  ugs., scherzhaft · Flitzer  ugs. · Flunder  ugs., fig. · Hobel  ugs., fig. · Karre  ugs., fig., Hauptform · Kiste  ugs., fig., Hauptform · Kutsche  ugs. · Schleuder  ugs., fig., abwertend · Schlitten  ugs., fig., aufwertend, Hauptform · Schüssel  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schüssel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schüssel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schüssel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von der Schüssel nimmt man allerdings nicht gern das letzte Stück. [Chamrath, Gustav: Lexikon des guten Tons, Wien: Ullstein 1954 [1953], S. 0]
Er blieb bei Tell stehen, bis die Schüssel leer war. [Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 130]
Beim laufenden Betrieb kann es trotz korrekt ausgerichteter Schüssel zu Unterbrechungen kommen. [C’t, 1997, Nr. 9]
Auf dem Tisch stand eine große Schüssel, aus der sich jeder bedienen konnte. [Die Zeit, 05.09.2011, Nr. 36]
In Hull hatte er bei einer gestandenen Schüssel über Freiheit nachgedacht. [Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 36]
Zitationshilfe
„Schüssel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sch%C3%BCssel>.

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