Schüssel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schüssel · Nominativ Plural: Schüsseln
Aussprache
WorttrennungSchüs-sel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Schüssel‹ als Erstglied: ↗Schüsselchen · ↗Schüsselgericht · ↗schüsselförmig
 ·  mit ›Schüssel‹ als Letztglied: ↗Abwaschschüssel · ↗Aufwaschschüssel · ↗Backschüssel · ↗Bettschüssel · ↗Blechschüssel · ↗Bratenschüssel · ↗Ess-Schüssel · ↗Essschüssel · ↗Fayenceschüssel · ↗Futterschüssel · ↗Kloschüssel · ↗Kompottschüssel · ↗Kristallschüssel · ↗Reisschüssel · ↗Salatschüssel · ↗Satellitenschüssel · ↗Spülschüssel · ↗Suppenschüssel · ↗Waschschüssel · ↗Zinnschüssel
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
vertieftes, schalenförmiges Gefäß mit flachem Boden, besonders zum Aufbewahren, Anrichten oder Auftragen von Speisen
Beispiele:
eine flache, tiefe, runde, ovale, silberne, gläserne, irdene, emaillierte Schüssel
eine Schüssel aus Glas, Porzellan, Steingut, Blech, Plastik, Holz
ein Satz Schüsseln
die Schüssel füllen, leeren
eine Schüssel (voll, mit) Salat, Kartoffeln, Suppe
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
vor leeren Schüsseln sitzen (= hungern)
er hat immer an vollen Schüsseln gesessen (= er hat nie Hunger gelitten)
2.
veraltend das in einer Schüssel Aufgetragene, das Gericht, die Speise
Beispiele:
das Wohl und Wehe des Staats, das in nichts anderm bestand, als eben in guten Schüsseln und auserlesenem Wein [E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder3,17]
Ich habe in der Küche zu tun ... bei den kalten Schüsseln [Th. MannKrull8,407]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schüssel f. ‘offenes Gefäß mit flachem Boden’, ahd. scuʒʒila (9. Jh.), mhd. schüʒʒel(e), asächs. skutala, mnd. schȫtel(e), mnl. scōtele, scottel, nl. schotel, aengl. scutel, engl. scuttle ‘Kübel, Eimer, Kasten’, anord. (aus dem Aengl.) skutill sind Entlehnungen aus lat. scutella ‘kleine Trinkschale’, Deminutivum zu lat. scutra ‘flache Schüssel, Schale, Platte’, das als ‘Gefäß aus Leder’ zu lat. scūtum ‘Schild’ gehört. Das lat. Deminutivsuffix hat sich an das fem. Suffix für Gerätebezeichnungen germ. -ilō angepaßt und Umlaut bewirkt. Das Wort wird mit anderen Küchenwörtern und Gefäßbezeichnungen (s. ↗Becken, ↗Kessel, ↗Pfanne) noch vor dem 6. Jh. von den Germanen aufgenommen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Napf · ↗Schale · Schüssel · ↗Terrine
Automobil
Synonymgruppe
Schrottwagen  ●  altes Auto  Hauptform · ↗(alte) Klapperkiste  ugs. · ↗(alte) Mühle  ugs. · Abwrackkarre  ugs. · ↗Karre  ugs. · ↗Klapperkiste  ugs. · ↗Nuckelpinne  ugs. · ↗Rostbeule  ugs. · ↗Rostlaube  ugs. · ↗Schleuder  ugs. · ↗Schrottauto  ugs. · Schrottbüchse  ugs. · ↗Schrottfahrzeug  ugs. · ↗Schrotthaufen  ugs. · ↗Schrottkarre  ugs. · ↗Schrottkiste  ugs. · ↗Schrottmühle  ugs. · Schüssel  ugs. · alte Blechkiste  ugs. · fahrbarer Schrotthaufen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (völlig) kaputt · ↗baufällig · ↗entzwei · ↗irreparabel · ↗marode · nicht mehr zu gebrauchen · ↗unbrauchbar · vernichtet · zerbrochen · ↗zermahlen · zermalmt · zerstört · zertrümmert  ●  aus dem Leim gegangen  ugs. · ↗auseinander  ugs. · geschrottet  ugs. · ↗hin  ugs. · ↗hinüber  ugs. · im Arsch  derb · im Eimer  ugs. · reif für den Sperrmüll  ugs. · reif für die Tonne  ugs. · schrottig  ugs. · völlig hinüber  ugs. · zu nichts mehr zu gebrauchen  ugs. · ↗zuschanden  geh., veraltend
  • altes Teil  ●  ↗altgedient  fig. · ↗(alte) Gurke  ugs. · (altes) Möhrchen  ugs. · (schon) einige Jahre auf dem Buckel haben  ugs. · (schon) einige Jährchen auf dem Buckel haben  ugs. · altes Schätzchen  ugs. · olle Möhre  ugs., regional · voll die Möhre  ugs.
  • Kalesche · ↗Karosse  ●  ↗Benzinkutsche  ugs., scherzhaft · ↗Flitzer  ugs. · ↗Flunder  ugs. · ↗Hobel  ugs. · ↗Karre  ugs. · ↗Kiste  ugs. · ↗Kutsche  ugs. · ↗Schleuder  ugs. · ↗Schlitten  ugs. · Schüssel  ugs.
Automobil
Synonymgruppe
Kalesche · ↗Karosse  ●  ↗Benzinkutsche  ugs., scherzhaft · ↗Flitzer  ugs. · ↗Flunder  ugs. · ↗Hobel  ugs. · ↗Karre  ugs. · ↗Kiste  ugs. · ↗Kutsche  ugs. · ↗Schleuder  ugs. · ↗Schlitten  ugs. · Schüssel  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Becher Besteck Brei Eigelb Eimer Haferflocke Kanne Krug Löffel Mehl Nudel Salat Schal Schale Tasse Teller Terrine Topf Vase Wasserbad Zutat ausgespült dampfend feuerfest flach irden löffeln silbern vermengen verrühren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schüssel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein paar Minuten später steht die dampfende Schüssel auf dem Tisch.
Süddeutsche Zeitung, 13.07.2001
Songs, sagt er, sind wie Schüsseln, in die man alles hineintun kann.
Die Zeit, 12.04.1999, Nr. 15
Er blieb bei Tell stehen, bis die Schüssel leer war.
Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 130
In Hull hatte er bei einer gestandenen Schüssel über Freiheit nachgedacht.
Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 36
Von der Schüssel nimmt man allerdings nicht gern das letzte Stück.
Chamrath, Gustav: Lexikon des guten Tons, Wien: Ullstein 1954 [1953], S. 0
Zitationshilfe
„Schüssel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schüssel>, abgerufen am 14.11.2018.

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