Schütte, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schütte · Nominativ Plural: Schütten
Aussprache
WorttrennungSchüt-te
Wortbildung mit ›Schütte‹ als Letztglied: ↗Einschütte · ↗Kohlenschütte · ↗Strohschütte · ↗Vorratsschütte
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
besonders in Küchenschränken, Regalen eingebauter, kleiner, herausziehbarer Behälter für Vorräte, die geschüttet werden können
Beispiele:
eine Schütte aus Glas
Im Innern der Schränke wurden Kästen und Schütten aus Plast vorgesehen [Kultur im Heim1965]
2.
landschaftlich Bund, Bündel, besonders vom Stroh
Beispiele:
eine Schütte, zwei Schütten Stroh
auf einer Schütte (= Strohlager) liegen
3.
schweizerisch Kornspeicher, Schüttboden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schütten · Schütte · schüttern
schütten Vb. ‘strömen, niederrinnen, niedergleiten lassen, gießen’, ahd. scutten ‘heftig hin und her bewegen, schütteln’ (8. Jh.), mhd. schüt(t)en ‘schwingen, schütteln, erschüttern, Erdreich an-, aufschwemmen, anhäufen, eindämmen’, asächs. skuddian ‘schütteln, erschüttern’, mnd. schüdden, mnl. scudden, nl. schudden ‘schütteln, hin und her bewegen’, afries. skedda (germ. *skudjan). Dazu gehören (ablautend) aengl. scūdan ‘eilen’ sowie die Iterativbildungen schüttern (s. unten), ↗schaudern, ↗schütteln (s. d.). Vielleicht lassen sich lit. kutė́ti ‘aufrütteln’, kutrùs ‘beweglich, rührig’ und russ. skitát’sja (скитаться) ‘umherstreichen, umherirren’ vergleichen; dann wäre der Ansatz einer Wurzel ie. *(s)kū̌t- ‘rütteln’ möglich. Schütte f. ‘Bund Stroh’, eigentlich ‘die Menge Stroh, die auf einmal zum Ausdreschen der Körner auf die Tenne geschüttet wird’ (16. Jh.), ‘Lagerort für aufgeschüttetes Getreide, Speicher’ (15. Jh.), mhd. schüt(e) ‘Anschwemmung, angeschwemmtes Erdreich’, dadurch gebildete ‘Insel’, auch ‘Erdwall, Schutt, Unrat, Ort, wo Schutt abgeladen, wo Korn aufgeschüttet wird, Kornboden’. schüttern Vb. ‘stoßen, donnern, beben’ (16. Jh.), Iterativbildung zu schütten (s. auch ↗erschüttern).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Düsseldorfer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schütte‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Münzen füllt man oben in eine metallene Schütte ein.
Süddeutsche Zeitung, 08.10.2001
Offenbar erhofft man sich davon mehr, als von neuen Diskussionen mit Professor Schütte.
Die Zeit, 04.06.1965, Nr. 23
Sie nahm ihm nur den Zaum aus dem Maul und warf ihm eine Schütte Heu vor.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 417
Er lehnte sich zurück gegen die Schütte von Geröll, streckte die Beine aus und wartete.
Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 160
Schütte das Öl, den Essig, das Salz und Paprikapulver dazu.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 227
Zitationshilfe
„Schütte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schütte>, abgerufen am 10.12.2018.

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