Schabernack, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schabernack(e)s · Nominativ Plural: Schabernacke · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungScha-ber-nack
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
übermütiger, mutwilliger Streich
Beispiele:
jmdm. einen Schabernack spielen, antun
(mit jmdm.) (seinen) Schabernack treiben
zum Schabernack, aus Schabernack etw. tun
Er ... schnitt Fratzen, warf den Knaben mit Tannenzapfen oder trieb sonst einen Schabernack [FusseneggerAntlitz32]
daß der Junge ... eines recht üblen Schabernacks wegen in Zwangserziehung gegeben worden war [PenzoldtErdenwurm76]
2.
umgangssprachlich, scherzhaft Kind, das oft übermütige, mutwillige Streiche macht
Beispiel:
du bist ein kleiner Schabernack!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schabernack · schabernacken
Schabernack m. ‘übermütiger, lustiger Streich’. Herkunft unklar. Mhd. schavernac, schabernac ‘rauhhaariger, grober, den Nacken reibender Winterhut, höhnender, neckender Streich’, auch ‘Schimpf, Hohn’ (14. Jh.) lebt weiter in Schabernack ‘Streich, Possen’ (vgl. auch schaffernack, 15. Jh., sowie mnd. schavernak ‘Hohn, Spott, böser Possenstreich’). Etymologisch bietet sich eine Beziehung zu ↗schaben und ↗Nacken, auch zu ↗necken an. Sicher unabhängig davon sind mhd. schavernac ‘Südwein’, ursprünglich wohl ‘Wein aus Chiavenna’, und der um 1200 urkundlich nachgewiesene Name eines mittelrheinischen Weingutes ze Schabernakken. schabernacken Vb. ‘schadenfroh necken’, schabernagken (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Eulenspiegelei · ↗Nonsens · ↗Schildbürgerstreich · ↗Spaß · ↗Ulk · lustiger Streich  ●  Schabernack  Hauptform · ↗Schnurre  veraltet · Spass  österr. · ↗Clownerie  geh. · ↗Drolerie  geh. · Döneken (Rhein., Plural Dönekes)  ugs. · ↗Eselei  ugs. · ↗Fez  ugs. · ↗Flachs  ugs. · ↗Hanswurstiade  ugs. · ↗Jokus  ugs. · ↗Jux  ugs. · ↗Posse  geh. · ↗Schnack  ugs., norddeutsch · ↗Schnurrpfeiferei  geh., veraltet · ↗Schote  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Bubenstreich · ↗Bubenstück · ↗Eulenspiegelei · ↗Jungenstreich · ↗Lausbubenstreich · ↗Lausbüberei · Schabernack · ↗Schelmenstreich · ↗Schelmenstück · ↗Schildbürgerstreich  ●  ↗Dummejungenstreich  Hauptform · ↗Donquichotterie  geh. · ↗Hanswurstiade  geh., veraltend
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Lust Spaß auflegen bös harmlos kindlich solch treiben wild

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schabernack‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Schabernack war einst ein Hut, der im Winter getragen wurde.
Krämer, Walter / Sauer, Wolfgang, Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 70
Am Ende mag man dem Film seinen Schabernack übel nehmen.
Die Welt, 30.12.1999
Schließlich war er schon für so manchen konzeptionellen Schabernack gut.
Der Tagesspiegel, 12.05.1998
Auch mir glaubte sie noch einen Schabernack antun zu müssen.
Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8201
Einig waren wir drei eigentlich nur, wenn es galt, unseren französischen Bonnen einen Schabernack zu spielen.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 4682
Zitationshilfe
„Schabernack“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schabernack>, abgerufen am 19.01.2019.

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