Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schabracke, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schabracke · Nominativ Plural: Schabracken
Aussprache 
Worttrennung Scha-bra-cke · Schab-ra-cke
Wortbildung  mit ›Schabracke‹ als Erstglied: Schabrackentapir
Herkunft zu çapraktürk ‘Satteldecke’, vgl. gleichbedeutend csábrákungar
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
a)
verzierte Decke, die unter den Sattel gelegt bzw. über das Pferd gebreitet wird
b)
Jägersprache bei bestimmten Tieren   sich durch helle Färbung abhebender Teil der Flanken und des Rückens
2.
a)
übergelegte, überhängende Zier- und Schutzdecke
besonders für Polstermöbel
b)
Behang oder mit Stoff bezogene Verkleidung quer über Fenstern
3.
salopp, abwertend
a)
altes Pferd
b)
alte (hässliche) Frau
c)
alte, abgenutzte Sache
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schabracke f. ‘verzierte Satteldecke’, entlehnt (17. Jh.) wohl über ungar. csábrák aus türk. çaprak. Im Dt. übertragen auf reich bestickte Kleidung (18. Jh.), mundartlich ‘schlechte Frauenkleidung’, auch ‘alte Frau, altes Pferd’.

Thesaurus

Synonymgruppe
altes Weib  ●  (alte) Vettel  abwertend · Matrone  abwertend · alte Frau  Hauptform · (abgetakelte) Fregatte  ugs., abwertend, fig. · (alte) Schabracke  ugs., abwertend · (alte) Schachtel  derb, abwertend, fig. · (alte) Scharteke  ugs., abwertend · (alte) Schrulle  ugs., abwertend · (altes) Schrapnell  ugs., fig. · Alte  derb · Reff  ugs., abwertend · Schreckschraube  ugs., abwertend · Spinatwachtel  ugs., abwertend · alte Hexe  derb · alter Besen  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
schlechtes Pferd  Hauptform · Brauereigaul  derb, abwertend · Gaul  ugs., abwertend · Klepper  derb, abwertend · Kracke  ugs., abwertend · Mähre  derb, abwertend · Schabracke  ugs., abwertend · Schindmähre  ugs., abwertend
Oberbegriffe
  • Einhufer · Gaul · Ross  ●  Pferd  Hauptform · Rössel  regional · Rössli  schweiz. · (der) Zosse(n)  ugs. · Hottehü  ugs., Babysprache · Hottemax  ugs., Babysprache

Verwendungsbeispiele für ›Schabracke‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie habe die Frau im Supermarkt auf Anfang 20 geschätzt, sie sei keine "alte Schabracke" gewesen. [Die Zeit, 22.10.2013, Nr. 43]
Es gab auch damals viel zu wenige gute Rollen für Frauen, die das gebärfähige Alter hinter sich hatten. Sie spielten Schabracken, alte Schachteln. [Die Zeit, 20.02.2012, Nr. 08]
Unter gelben Schabracken kredenzt ein Champagnerhersteller, der in den Ruf einer Edelmarke kommen möchte, seine Brut Premier Cru. [Die Zeit, 09.08.1991, Nr. 33]
Die bunten Schabracken leuchten, und das silberbeschlagene Sattelzeug funkelt in der Sonne. [Die Zeit, 27.01.1969, Nr. 04]
Darum wollte er die mit einer Art Schabracke geschmückte, damals erbeutete Trompete wieder in den Händen der Polen wissen. [Die Zeit, 02.03.1990, Nr. 10]
Zitationshilfe
„Schabracke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schabracke>.

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