Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schach, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Schach(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [ʃaχ]
eWDG

Bedeutungen

1.
Brettspiel für zwei Personen mit je sechzehn zum Teil verschiedenartigen weißen und schwarzen Figuren, dessen Ziel darin besteht, den gegnerischen König mit den eigenen Figuren so anzugreifen, dass er in eine Position kommt, aus der es für ihn keinen Ausweg gibt
Beispiele:
Schach spielen
eine Partie Schach (mit jmdm.) spielen
jmdn. zu einer Partie Schach auffordern
2.
Schach
Grammatik: nur in festen Wendungen
Beispiele:
Schach (dem König)! (= Zuruf beim unmittelbaren Angriff auf den gegnerischen König)
Schach und matt!
Schach (an)sagen
der gegnerische König, der Gegner steht, ist im Schach (= der gegnerische König ist unmittelbar angegriffen)
der weiße König steht im Schach des Turmes
du stehst im Schach
den König aus dem Schach ziehen (= mit dem König einen Zug machen und dadurch verhindern, dass er schachmatt gesetzt wird)
Schach bieten (= den gegnerischen König unmittelbar angreifen)
Beispiele:
dem gegnerischen König, dem Gegner Schach bieten
der Turm bietet Schach
dem König wird durch die Dame Schach geboten
der Weltmeister bot seinem Herausforderer Schach
3.
umgangssprachlich jmdn. in, im Schach halten (= jmdn. mit Druck, besonders durch Androhung von Waffengewalt, am Handeln hindern)
Beispiele:
einer der Bankräuber hielt mit vorgehaltener Pistole das Bankpersonal in Schach
In diesem Kessel […] hielt ein einzelner Mann ein Bataillon in Schach [ MundstockMann341]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schach · Schachbrett · schachmatt · Schachspiel
Schach n. Das alte, ursprünglich indische Brettspiel wird aus Persien durch die Araber (im 11. Jh.) nach Europa gebracht. Mhd. schāch ‘König im Schachspiel, Schachbrett, -spiel, schachbietender Zug’, mnd. schāk, mnl. scaec, nl. schaak geht über afrz. eschas, esche(c)s Plur. auf pers. arab. šāh ‘König’ zurück. Dies ist die Bezeichnung für die Hauptfigur des Spiels, bei deren Gefährdung der angreifende Spieler pers. arab. šāh, mhd. schāch, nhd. Schach, afrz. eschec, frz. échec ‘(Obacht auf) den König’ zu rufen hat. Darauf beruht der Name für das ganze Spiel. Dazu die Wendungen mhd. schāch bieten, nhd. Schach bieten ‘die Königsfigur angreifen’, übertragen ‘Einhalt gebieten’, im, in Schach halten ‘bändigen’ (19. Jh.). Gleicher Herkunft ist Schah m., die Bezeichnung für den persischen König und späteren Kaiser des Iran (19. Jh.). Schachbrett n. ‘Brett mit den 64 aufgezeichneten, abwechselnd hell und dunkel gefärbten, quadratischen Feldern für das Schachspiel’ (16. Jh.), älter ahd. scāhzabel (Hs. 12. Jh.), mhd. schāchzabel (zabel aus lat. tabula ‘Brett, Tafel’), so bis ins 16. Jh. geläufig. schachmatt Adj. ‘handlungsunfähig im Schachspiel (von der spielentscheidenden Figur des Königs her gesehen), besiegt’, übertragen ‘völlig erschöpft, müde, am Ende’, mhd. schāch unde mat (um 1200), nach afrz. eschec, chac et mat, aus pers. arab. šāh māt ‘der König ist gestorben’; s. dazu matt2. Schachspiel n. (16. Jh.), vielleicht verkürzt aus gleichbed. mhd. schāchzabelspil.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schach · Schachspiel  ●  Spiel der Könige  fig.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Schach‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schach‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schach‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur auf das Spiel der Spiele sei noch aufmerksam gemacht, auf das Schach. [Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 286]
Er kam sich vor wie beim Schach, wenn sie ihm erlaubte, einen dummen Zug rückgängig zu machen. [Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 675]
In dieser reinen Form treten beide Strategien im Schach gewöhnlich nicht auf. [Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 668]
Im Schach ist das vergleichsweise so komplex, daß eigentlich nur Erfahrungswerte vorgegeben werden. [C't, 1997, Nr. 7]
Es geht hier also überhaupt nicht um tiefe Schlüsse, wir sprechen hier nicht über eine tiefe Suche wie beim Schach. [C't, 1994, Nr. 5]
Zitationshilfe
„Schach“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schach>.

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