Schacht, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schacht(e)s · Nominativ Plural: Schächte
Aussprache
Wortbildung mit ›Schacht‹ als Erstglied: ↗Schachtanlage · ↗Schachtförderung · ↗Schachtmeister · ↗Schachtofen · ↗schachtartig
 ·  mit ›Schacht‹ als Letztglied: ↗Abzugsschacht · ↗Aufzugschacht · ↗Aufzugsschacht · ↗Blindschacht · ↗Brunnenschacht · ↗Einlaufschacht · ↗Einsteigschacht · ↗Entwässerungsschacht · ↗Fahrschacht · ↗Fahrstuhlschacht · ↗Fluchtschacht · ↗Förderschacht · ↗Hauptschacht · ↗Kabelschacht · ↗Kohlenschacht · ↗Lichtschacht · ↗Liftschacht · ↗Luftschacht · ↗Lüftungsschacht · ↗Nebenschacht · ↗Rauchschacht · ↗Rettungsschacht · ↗Richtschacht · ↗Schleusenschacht · ↗Schürfschacht · ↗Sprengschacht · ↗Straßenschacht · ↗Tagesschacht · ↗Treppenschacht · ↗U-Bahn-Schacht · ↗U-Bahnschacht · ↗Wetterschacht
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
senkrecht in das Erdinnere führende tiefe Öffnung
a)
Bergmannssprache Grubenbau, der von der Erdoberfläche aus meist senkrecht, selten schräg in die Tiefe zu der Lagerstätte führt und durch den der gesamte Verkehr zwischen über und unter Tage läuft
Beispiele:
ein tiefer, senkrechter, blinder, stillgelegter, ersoffener Schacht
der ausziehende, einziehende Schacht
einen Schacht abteufen, (bis auf 800 Meter) niederbringen, ausmauern
einen Schacht in Holz, Mauerung, Beton ausbauen
die Bergleute fahren in den Schacht (ein)
b)
Bauwesen
α)
die die Verbindung zwischen einem in der Erde liegenden Bauwerk und der Erdoberfläche darstellt
Beispiel:
durch den Schacht in den Kanal einsteigen
β)
zur Aufnahme und Ansammlung von Wasser
2.
hoher, enger, allseitig umschlossener Raum
Beispiele:
Sein Fenster sah auf einen Hof, einen tiefen Schacht, zehn Meter im Geviert [FusseneggerAntlitz39]
der dunkle Schacht des Hinterhofs [FalladaWolf1,5]
In der Mitte des Schachtes steckte der Lift [AichingerHoffnung182]
Als sie den Grund zur Weizenmiete gelegt hatte, begann sie in der Mitte einen Schacht zu lassen [SeegerHabicht18]
3.
Flugwesen
Beispiele:
der Schacht (= tiefe Öffnung für den Abwurf von Bomben) eines Bombenflugzeuges
den Schacht eines Bombenflugzeuges öffnen
4.
Hüttenwesen senkrechter, meist zylindrischer Teil bestimmter metallurgischer Öfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schacht · (aus)schachten
Schacht m. ‘abwärts, meist senkrecht in die Erde führender Grubenbau, Bergwerk, hoher, enger, geschlossener Raum, schmaler Einstieg’. Mhd. (omd.) schacht begegnet zuerst im 13. Jh. Das ursprünglich nd. Wort (vgl. mnd. schacht, mnl. scacht, scaft, nl. schacht, schaft ‘Schaft, Stange, Stock, Speer’) wird aus dem Harzer Bergbau in die erzgebirgische Bergmannssprache übernommen und gelangt von da aus ins Hd. und in andere Sprachen, vgl. z. B. russ. šáchta (шахта), poln. szacht, tschech. šachta, schwed. schakt. Der nd. Form entspricht mhd. schaft ‘(Speer)stange’ (s. ↗Schaft); für den Wechsel von ft und cht s. auch ↗anrüchig, ↗echt, ↗Nichte, ↗Schlucht. Die Ausgangsbedeutung ‘Stock, Speer, Lanze’ geht über in ‘Meßstange’ sowie ‘damit abgesteckte Fläche gleicher Länge und Breite, Quadratrute’ (so noch im Nd. des 18. Jhs. belegt) und wird von daher auf den ‘in die Tiefe führenden Grubenbau’ übertragen. (aus)schachten Vb. ‘Gruben, Gräben ausheben’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Grube · Schacht
Unterbegriffe
  • Aufgrabung  ●  ↗Künette  österr.
  • Einstiegschacht · Eisteg · Kontrollschacht · Revisionsschacht

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abteufen Bergleute Bergwerk CD-ROM-Laufwerk Cheops-Pyramide Förderturm Grube Multimedia-Karte Müllschlucker Speicherkarte Stolle Stollen U-Bahn Untergrundbahn Zeche abteufen ausheben bohren graben hinabführen hinablassen hinabsteigen niederbringen schmal senkrecht stillgelegt tief unterirdisch verfüllen überflutet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schacht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine halbe Stunde später öffnen die ersten Bomber ihre Schächte.
Bild, 16.06.2004
Was bringt das sich mit Bildung spreizende Abseilen in historische Schächte?
Die Zeit, 19.05.1997, Nr. 20
Nur mit dem Kopf lehnte er sich gegen die Wand des Schachtes.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 312
Es ist hübsch, sich mit dem träumerisch angehauchten Schacht zu unterhalten.
Walser, Robert: Jakob von Gunten, Zürich: Suhrkamp 1973 [1909], S. 11
Somit erscheint hier die Verbindung der Schächte mit alten bergmännischen Arbeiten erwiesen.
Peters, Carl: Im Goldland des Altertums, München: Lehmann 1902, S. 111
Zitationshilfe
„Schacht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schacht>, abgerufen am 07.12.2019.

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