Schaft, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schaft(e)s · Nominativ Plural: Schäfte
Aussprache
Wortbildung mit ›Schaft‹ als Erstglied: ↗Schaftfräser · ↗Schaftleder · ↗Schaftstiefel
 ·  mit ›Schaft‹ als Letztglied: ↗Blütenschaft · ↗Fahnenschaft · ↗Flintenschaft · ↗Gewehrschaft · ↗Haarschaft · ↗Lanzenschaft · ↗Nagelschaft · ↗Nietschaft · ↗Ruderschaft · ↗Speerschaft · ↗Stiefelschaft · ↗Säulenschaft · ↗Turmschaft
 ·  formal verwandt mit: ↗langschäftig
eWDG, 1974

Bedeutung

langer, gerader, schlanker Teil von etw.
a)
langer, gerader, schlanker Teil von etw., an dem man etw. anfasst, der der Handhabung von etw. dient
Beispiele:
der Schaft einer Lanze, eines Speeres, Pfeiles, Meißels
der Schaft eines Beiles
der Schaft einer Fahne
der Schaft des Gewehres, einer Flinte
ein zierliches Messer mit eingelegtem Schaft (= Heft) [H. Mann8,116]
Rudern [er] blickte seitwärts den hölzernen Schaft [des Ruders] entlang bis hinauf zu dem […] Ruderblatt [UhsePatrioten1,351]
wo noch sein Revolver lag, mit dem Schaft gegen ihn gekehrt [DürrenmattRichter83]
b)
den Unterschenkel umschließender Oberteil des Stiefels
Beispiel:
Stiefel mit hohen, weiten, engen Schäften
Handwerk Gesamtheit der Teile des Schuhs, die den Fuß oberhalb der Sohle umschließen
c)
Architektur zylindrischer Hauptteil der Säule zwischen Fuß und Kapitell
Beispiel:
ein kannelierter Schaft
Hauptteil des Turmes zwischen Fuß und Spitze
Beispiel:
der Schaft des (Fernseh)turmes
d)
Stamm eines Baumes bis zu der Stelle, wo er sich in Äste und Zweige teilt
Beispiel:
aus offenen Früchten rinnt es und vom Schaft / der Palmen, Gummibäume [BennDestillationen34]
Botanik langer, blattloser Blütenstiel, der an seinem oberen Ende einen deutlich abgesetzten Blütenstand oder eine Blüte trägt
Beispiel:
der Schaft der Gladiole
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaft · schäften
Schaft m. ‘Stange, langgestreckter Teil eines Gegenstandes (vielfach als Handhabe), oberer Teil eines Stiefels’ (vgl. Speer-, Stiefelschaft), ahd. scaft (8. Jh.), mhd. mnd. schaft ‘(Speer)stange, Lanze, Stange oder Stangenähnliches’, asächs. skaft, mnl. scaft, nl. schaft, aengl. scæft, sceaft, engl. shaft, anord. skapt, schwed. skaft (germ. *skafta-) wie auch (mit nd.-nl. cht für ft) mnl. scacht, nl. schacht, mnd. schacht, nhd.Schacht (s. d.) sind wohl verwandt mit lat. scāpus ‘Schaft, Stiel, Stengel, Stamm’, griech. skḗptron (οκῆπτρον) ‘Stab’ (s. ↗Zepter) und führen auf ie. *skā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten; Stock’, eine Variante der unter ↗schaffen (s. d.) genannten Wurzel, zu der auch das unter ↗schaben (s. d.) behandelte Verb gehört, dem sich vielleicht die kurzvokalischen, mit Dentalsuffix gebildeten germ. Formen angeschlossen haben. Als Ausgangsbedeutung ist an ‘abgeschabter, rindenloser junger Baumstamm’ zu denken. schäften Vb. ‘mit einem Schaft versehen’, ahd. skeften (8./9. Jh.), mhd. scheften, schiften ‘einen Schaft machen, mit einem Schaft versehen, an einem Schaft befestigen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Griff · Griffstück · ↗Handgriff · Schaft · ↗Stiel
Anatomie
Synonymgruppe
Glied · ↗Prachtexemplar · männliches Glied  ●  (jemandes) bestes Stück  verhüllend · ↗Penis  Hauptform · Schaft  fig. · gutes Stück  verhüllend · ↗Bolzen  derb · ↗Dödel  ugs. · Kindermacher  ugs. · Lörres  ugs., rheinisch · ↗Lümmel  ugs. · ↗Phallus  fachspr. · ↗Piephahn  ugs. · ↗Piepmatz  ugs. · Pillemann  ugs., rheinisch · Pillemännchen  ugs., rheinisch, verniedlichend · ↗Pillermann  ugs. · ↗Pimmel  derb · Pimmelmann  derb · Prengel  ugs., ruhrdt. · Pullermann  derb · ↗Riemen  vulg. · ↗Rohr  ugs. · ↗Rute  derb · ↗Schniedel  ugs. · ↗Schniedelwutz  ugs., verniedlichend · ↗Schwanz  derb · ↗Schwengel  ugs. · ↗Schwert  ugs. · ↗Stößel  ugs. · ↗Zauberstab  ugs. · ↗Zipfel  derb · ↗Zumpferl  ugs., österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Erektion  ●  ↗Latte  ugs. · ↗Morgenlatte  ugs. · ↗Ständer  ugs.
  • Phimose · Vorhautverengung
  • Penisamputation  ●  Penektomie  fachspr.
  • Penisdeviation · Penisverkrümmung
  • Urologe  ●  Zipfeldoktor  derb
Synonymgruppe
Spind  ●  ↗Kasten  süddt. · ↗Schrank  Hauptform · ↗Schaff  ugs., regional · Schaft  ugs., schweiz., süddt. · ↗Schapp  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fernsehturm Fuß Gewehr Griff Holz Kapitell Länge Pfeil Schläger Schlägerkopf Schuh Sohle Spitze Stiefel Säule Turm dick dünn glatt hölzern lang ragen rund schlank schmücken steif umklammern verjüngend weich zylindrisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Fuß ist längst abgebrochen, geblieben ist ein messerscharfer Schaft.
Die Zeit, 26.01.2009, Nr. 04
In der Hand hielt er nur noch den nutzlosen Schaft.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 336
Dank tulpenförmigem Schaft würden die Schuhe zudem nun wie angegossen sitzen.
Süddeutsche Zeitung, 06.12.2002
Oftmals verjüngt sich in späterer Zeit dieser Schaft nach unten.
o. A.: Lexikon der Kunst - H. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 17009
Er hatte heute ein Paar hohe Stiefel an, deren Schäfte viel zu weit waren.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 964
Zitationshilfe
„Schaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schaft#1>, abgerufen am 19.09.2019.

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Schaft, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schaft(e)s · Nominativ Plural: Schäfte
Aussprache
Wortbildung mit ›Schaft‹ als Letztglied: ↗Bücherschaft · ↗Kleiderschaft
eWDG, 1974

Bedeutung

schweizerisch Regal, Bücherregal, Schrank
Beispiel:
[er] riß Bücher aus den Schäften [Hesse3,612]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaft · schäften
Schaft m. ‘Stange, langgestreckter Teil eines Gegenstandes (vielfach als Handhabe), oberer Teil eines Stiefels’ (vgl. Speer-, Stiefelschaft), ahd. scaft (8. Jh.), mhd. mnd. schaft ‘(Speer)stange, Lanze, Stange oder Stangenähnliches’, asächs. skaft, mnl. scaft, nl. schaft, aengl. scæft, sceaft, engl. shaft, anord. skapt, schwed. skaft (germ. *skafta-) wie auch (mit nd.-nl. cht für ft) mnl. scacht, nl. schacht, mnd. schacht, nhd.Schacht (s. d.) sind wohl verwandt mit lat. scāpus ‘Schaft, Stiel, Stengel, Stamm’, griech. skḗptron (οκῆπτρον) ‘Stab’ (s. ↗Zepter) und führen auf ie. *skā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten; Stock’, eine Variante der unter ↗schaffen (s. d.) genannten Wurzel, zu der auch das unter ↗schaben (s. d.) behandelte Verb gehört, dem sich vielleicht die kurzvokalischen, mit Dentalsuffix gebildeten germ. Formen angeschlossen haben. Als Ausgangsbedeutung ist an ‘abgeschabter, rindenloser junger Baumstamm’ zu denken. schäften Vb. ‘mit einem Schaft versehen’, ahd. skeften (8./9. Jh.), mhd. scheften, schiften ‘einen Schaft machen, mit einem Schaft versehen, an einem Schaft befestigen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Griff · Griffstück · ↗Handgriff · Schaft · ↗Stiel
Anatomie
Synonymgruppe
Glied · ↗Prachtexemplar · männliches Glied  ●  (jemandes) bestes Stück  verhüllend · ↗Penis  Hauptform · Schaft  fig. · gutes Stück  verhüllend · ↗Bolzen  derb · ↗Dödel  ugs. · Kindermacher  ugs. · Lörres  ugs., rheinisch · ↗Lümmel  ugs. · ↗Phallus  fachspr. · ↗Piephahn  ugs. · ↗Piepmatz  ugs. · Pillemann  ugs., rheinisch · Pillemännchen  ugs., rheinisch, verniedlichend · ↗Pillermann  ugs. · ↗Pimmel  derb · Pimmelmann  derb · Prengel  ugs., ruhrdt. · Pullermann  derb · ↗Riemen  vulg. · ↗Rohr  ugs. · ↗Rute  derb · ↗Schniedel  ugs. · ↗Schniedelwutz  ugs., verniedlichend · ↗Schwanz  derb · ↗Schwengel  ugs. · ↗Schwert  ugs. · ↗Stößel  ugs. · ↗Zauberstab  ugs. · ↗Zipfel  derb · ↗Zumpferl  ugs., österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Erektion  ●  ↗Latte  ugs. · ↗Morgenlatte  ugs. · ↗Ständer  ugs.
  • Phimose · Vorhautverengung
  • Penisamputation  ●  Penektomie  fachspr.
  • Penisdeviation · Penisverkrümmung
  • Urologe  ●  Zipfeldoktor  derb
Synonymgruppe
Spind  ●  ↗Kasten  süddt. · ↗Schrank  Hauptform · ↗Schaff  ugs., regional · Schaft  ugs., schweiz., süddt. · ↗Schapp  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fernsehturm Fuß Gewehr Griff Holz Kapitell Länge Pfeil Schläger Schlägerkopf Schuh Sohle Spitze Stiefel Säule Turm dick dünn glatt hölzern lang ragen rund schlank schmücken steif umklammern verjüngend weich zylindrisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Fuß ist längst abgebrochen, geblieben ist ein messerscharfer Schaft.
Die Zeit, 26.01.2009, Nr. 04
In der Hand hielt er nur noch den nutzlosen Schaft.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 336
Dank tulpenförmigem Schaft würden die Schuhe zudem nun wie angegossen sitzen.
Süddeutsche Zeitung, 06.12.2002
Oftmals verjüngt sich in späterer Zeit dieser Schaft nach unten.
o. A.: Lexikon der Kunst - H. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 17009
Er hatte heute ein Paar hohe Stiefel an, deren Schäfte viel zu weit waren.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 964
Zitationshilfe
„Schaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schaft#2>, abgerufen am 19.09.2019.

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