Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schale, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schale · Nominativ Plural: Schalen
Aussprache  [ˈʃaːlə]
Worttrennung Scha-le
Wortbildung  mit ›Schale‹ als Erstglied: Schalenfrucht · Schalenklappe · Schalenobst · Schalentier · Schalenweichtier · Schaltier · schalenlos
 ·  mit ›Schale‹ als Letztglied: Apfelschale · Apfelsinenschale · Austernschale · Bananenschale · Eierschale · Eischale · Eklogitschale · Erdnuss-Schale · Erdnussschale · Fruchtschale1 · Gehirnschale · Gurkenschale · Hirnschale · Kakaoschale · Kartoffelschale · Kastanienschale · Krebsschale · Kugelschale · Mandarinenschale · Mandelschale · Muschelschale · Nuss-Schale · Nussschale · Obstschale1 · Orangenschale · Pomeranzenschale · Samenschale · Schneckenschale · Zitronenschale · Zwiebelschale
 ·  mit ›Schale‹ als Binnenglied: Hartschalenkoffer · dickschalig · dünnschalig · einschalig · hartschalig
eWDG

Bedeutungen

1.
feste Hülle
a)
einer Frucht
Beispiele:
eine harte, dicke, dünne, weiche, feste, raue, glatte Schale
die Schale eines Apfels, einer Apfelsine, Banane, Birne, Kartoffel, Nuss
die Schale umschließt die Frucht
die Schale wird rissig, trocknet (ein, aus)
die Schale abziehen, entfernen
Kartoffeln mit der Schale kochen
Eierschale
Beispiel:
die Schale abpellen
bildlich
Beispiel:
hinter einer rauen Schale (= einem schroffen Wesen) verbirgt sich oft ein gutes Herz
b)
der Krustentiere, Muscheln, Schnecken
Beispiel:
die Schale von Krebsen, Schnecken, Muscheln
2.
salopp, übertragen (gute) Kleidung
Beispiele:
Das ist ein feiner Herr, schaut mal her, was der für eine Schale anhat [ BrechtRundköpfe2]
Man erkennt dich gar nicht mehr in deiner feinen Schale [ FalladaBlechnapf89]
in Schale (sein) (= gut angezogen, zurechtgemacht (sein))
Beispiele:
schick, fein in Schale ausgehen, in den Urlaub fahren
tadellos in Schale sein
sich in Schale werfen, schmeißen
Er war gut in Schale, er besaß Anzüge von geschickten arabischen Schneidern [ KoeppenTod19]
Junge, da müssen wir uns aber mal extra fein in Schale schmeißen [ Hausm.Abel218]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schale1 · Schalenwild · schalen · verschalen · schälen
Schale1 f. ‘umschließende Hülle, Hülse’, ahd. -scala (oder -scāla?, in aostorscala ‘Austernschale’, s. Auster), mhd. schal(e) (aber auch schāl(e), beeinflußt vom Nd. bzw. von Schale2?), mnd. schāle, mnl. scāle, nl. schaal, aengl. sc(e)alu (engl. shale ‘Schieferton’) setzen germ. *skalō, mnd. schelle, schille, mnl. scelle, scille, nl. schel, schil ‘Hülse, Schale, Schuppe’ (s. Schellfisch), aengl. (angl.) scell, (westsächs.) sciell, engl. shell ‘Hülle, Hülse, Muschel(schale)’, anord. skel, norw. skjel ‘Schale’, got. skalja ‘Ziegel’ dagegen germ. *skaljō ‘Umhüllung’ voraus. Verwandt sind die unter Schale2 (s. d.) genannten Wortformen sowie außergerm. aind. kalā́ ‘kleiner Teil, ein Sechzehntel’, griech. skállein (σκάλλειν) ‘scharren, hacken’, russ.-kslaw. skolьka, russ. (älter) skól’ka (сколька) ‘Muschel’, wohl auch (ohne s-Anlaut) russ. kolót’ (колоть) ‘stechen, spalten, hacken’, lit. skélti ‘spalten’, so daß von einer Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ (wozu auch halb, Schild1, verschleißen, Scholle1, Scholle2, s. d.) auszugehen ist. Schalenwild n. Bezeichnung für Edel-, Dam-, Reh-, Schwarz-, Gems- und Steinwild in der Jägersprache (Ende 19. Jh.), zu Schale ‘hornige Umhüllung der Hufe (Klauen) des genannten Wildes’ (18. Jh.). schalen Vb. ‘mit einer Schale oder Schalbrettern versehen’ (17. Jh.), auch verschalen (17. Jh.). schälen Vb. ‘von der Schale befreien’, ahd. skel(l)en (um 800), mhd. scheln ‘abstreifen, schälen, sondern, trennen’.

Typische Verbindungen zu ›Schale‹ (berechnet)

Apfelsine Auster Bio-zitrone Brygos-malers Duris Kürbis Muschel Orange Panaitios-malers Zitrone Zwiebel abgerieben abreiben begehbar flach futsch gerieben gewölbt gleichklappiger halbkugelförmig hornig kalkig kegelförmig rau rauh rotfigurige schützend silbern weiche äußer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schale‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schale‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sahen aus wie aus der Schale geschält, so frisch, so munter. [Rösler, Jo Hanns: Wohin sind all die Jahre..., München: Goldmann 1984 [1964], S. 107]
Was für ein Tier hielt die Schale mit solcher Kraft zu? [Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 47]
Aber rechts gewundene Schalen sind weit häufiger als links gewundene. [Reinhardt, Ludwig: Vom Nebelfleck zum Menschen, München: Reinhardt 1909, S. 136]
Man sollte also die Kinder Schalen essen lassen – natürlich nachdem das Obst gründlich gewaschen wurde. [Die Zeit, 17.06.1998, Nr. 26]
Schon ist die Schale zerspellt, und der mattbraune Kern liegt zutage. [Der Spiegel, 18.11.1985]
Zitationshilfe
„Schale“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schale#1>.

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Schale, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schale · Nominativ Plural: Schalen
Aussprache  [ˈʃaːlə]
Worttrennung Scha-le
eWDG

Bedeutungen

1.
flaches rundes oder ovales, oben offenes Gefäß, flache Schüssel mit vielfachem Verwendungszweck
Beispiele:
eine Schale aus Glas, Ton, Porzellan
eine tönerne, silberne, versilberte Schale
eine Schale mit Äpfeln, Früchten, Gebäck, Kompott
jmdm. eine Schale (mit) Erdbeeren reichen
die beiden Schalen einer Waage (= die Waagschalen)
eine Schale für, mit Blumen (= eine Blumenschale)
2.
landschaftlich Tasse
Beispiel:
Erst als er die zweite Schale Kaffee getrunken, atmete er wohlig wie ein gesättigtes Tier [ St. ZweigUngeduld114]
3.
umgangssprachlich Inhalt von 1
Beispiel:
es gab heute als Nachtisch Kirschen, er hat drei Schalen gegessen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schale2 f. ‘flache Schüssel, (flache) Tasse, Trinkschale’, ahd. scāla (um 800), mhd. schāl(e) ‘Hirn-, Eß-, Trink-, Waagschale’, asächs. skāla, mnd. schāle, nl. schaal, anord. skāl, schwed. skål (aus der Bedeutung ‘Trinkschale’ der Zuruf skål! ‘prosit!, Gesundheit!’) gehören mit aus germ. ē (germ. *skēla-) entwickeltem ā zu dem unter Schale1 (s. d.) behandelten Wort und stellen sich zur Dehnstufe ie. *(s)kēl- der dort aufgeführten Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’, so daß als Ausgangsbedeutung ‘flach ausgeschnittenes Holzgefäß’ oder ‘(von den übrigen Kopfknochen abgetrennte) Hirnschale’ anzunehmen ist (Paulus Diaconus, der Geschichtsschreiber der Langobarden, berichtet, Trinkschalen seien aus Schädeln hergestellt worden). Schale wird in der Bedeutung ‘Trinkgefäß’ im Nhd. weitgehend durch Tasse (s. d.) ersetzt; doch vgl. Teeschale.

Typische Verbindungen zu ›Schale‹ (berechnet)

Apfelsine Auster Bio-zitrone Brygos-malers Duris Kürbis Muschel Orange Panaitios-malers Zitrone Zwiebel abgerieben abreiben begehbar flach futsch gerieben gewölbt gleichklappiger halbkugelförmig hornig kalkig kegelförmig rau rauh rotfigurige schützend silbern weiche äußer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schale‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schale‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sahen aus wie aus der Schale geschält, so frisch, so munter. [Rösler, Jo Hanns: Wohin sind all die Jahre..., München: Goldmann 1984 [1964], S. 107]
Was für ein Tier hielt die Schale mit solcher Kraft zu? [Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 47]
Aber rechts gewundene Schalen sind weit häufiger als links gewundene. [Reinhardt, Ludwig: Vom Nebelfleck zum Menschen, München: Reinhardt 1909, S. 136]
Man sollte also die Kinder Schalen essen lassen – natürlich nachdem das Obst gründlich gewaschen wurde. [Die Zeit, 17.06.1998, Nr. 26]
Schon ist die Schale zerspellt, und der mattbraune Kern liegt zutage. [Der Spiegel, 18.11.1985]
Zitationshilfe
„Schale“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schale#2>.

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