Schalenwild, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungScha-len-wild
WortzerlegungSchalenWild
eWDG, 1974

Bedeutung

Jägersprache Sammelbezeichnung für Rot-, Reh-, Dam-, Elch-, Gams-, Stein-, Muffel- und Schwarzwild
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schale1 · Schalenwild · schalen · verschalen · schälen
Schale1 f. ‘umschließende Hülle, Hülse’, ahd. -scala (oder -scāla?, in aostorscala ‘Austernschale’, s. ↗Auster), mhd. schal(e) (aber auch schāl(e), beeinflußt vom Nd. bzw. von ↗Schale?), mnd. schāle, mnl. scāle, nl. schaal, aengl. sc(e)alu (engl. shale ‘Schieferton’) setzen germ. *skalō, mnd. schelle, schille, mnl. scelle, scille, nl. schel, schil ‘Hülse, Schale, Schuppe’ (s. ↗Schellfisch), aengl. (angl.) scell, (westsächs.) sciell, engl. shell ‘Hülle, Hülse, Muschel(schale)’, anord. skel, norw. skjel ‘Schale’, got. skalja ‘Ziegel’ dagegen germ. *skaljō ‘Umhüllung’ voraus. Verwandt sind die unter ↗Schale (s. d.) genannten Wortformen sowie außergerm. aind. kalā́ ‘kleiner Teil, ein Sechzehntel’, griech. skállein (σκάλλειν) ‘scharren, hacken’, russ.-kslaw. skolьka, russ. (älter) skól’ka (сколька) ‘Muschel’, wohl auch (ohne s-Anlaut) russ. kolót’ (колоть) ‘stechen, spalten, hacken’, lit. skélti ‘spalten’, so daß von einer Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ (wozu auch ↗halb, ↗Schild, ↗verschleißen, ↗Scholle, ↗Scholle, s. d.) auszugehen ist. Schalenwild n. Bezeichnung für Edel-, Dam-, Reh-, Schwarz-, Gems- und Steinwild in der Jägersprache (Ende 19. Jh.), zu Schale ‘hornige Umhüllung der Hufe (Klauen) des genannten Wildes’ (18. Jh.). schalen Vb. ‘mit einer Schale oder Schalbrettern versehen’ (17. Jh.), auch verschalen (17. Jh.). schälen Vb. ‘von der Schale befreien’, ahd. skel(l)en (um 800), mhd. scheln ‘abstreifen, schälen, sondern, trennen’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschuß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schalenwild‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er sieht flexiblere Regelungen für die Jagd auf Schalenwild vor.
Bild, 23.07.2003
Wer sich mit Wald und Schalenwild beschäftigt, wird sich verwundert die Augen reiben.
Süddeutsche Zeitung, 18.08.1994
Die Bezeichnung "Schalenwild" ist uns aus der Behandlung der Huftiere geläufig.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 48
Eine Verringerung der Verbißschäden, die das Schalenwild dem Baumbestand zufügt, erwarten sie nicht.
o. A. [math]: Luchs. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1991]
Zum Hochwild gehören Schalenwild außer Rehwild, ferner Auerwild, Steinadler und Seeadler.
o. A.: Bundesjagdgesetz (BjagdG). In: BGBl I, 29.11.1952, S. 706
Zitationshilfe
„Schalenwild“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schalenwild>, abgerufen am 18.09.2019.

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