Schalk, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schalk(e)s · Nominativ Plural: Schalke/Schälke
Aussprache
Wortbildung mit ›Schalk‹ als Erstglied: ↗Schalksauge · ↗Schalksnarr · ↗Schalksstreich · ↗schalkhaft
 ·  mit ›Schalk‹ als Letztglied: ↗Erzschalk
eWDG, 1974

Bedeutung

zu Scherz, Neckerei, lustigen und mutwilligen Streichen aufgelegter Mensch, jmd., der anderen gern einen Possen spielt, Schelm
Beispiele:
er ist, war ein Schalk
der (kleine) Schalk hat uns alle angeführt, sich [Dativ] damit nur einen Spaß gemacht
bildlich
Beispiele:
sie hat den Schalk im Nacken, ihr sitzt der Schalk im Nacken (= sie ist zu Schelmereien geneigt)
jmdm. sitzt der Schalk in den Augen
aus den Augen leuchtet der Schalk (= schelmische Wesensart)
Hendrik war an diesem Abend in brillanter Stimmung, der Schalk saß ihm im Nacken [K. MannMephisto164]
Die scharfe Nase wird durch den gütig geschwungenen Mund gemildert, in dessen Winkeln freilich der Schalk sitzt [Tageszeitung1956]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schalk · schalkhaft
Schalk m. ‘hinterlistiger Mensch, Schelm, listiger Spaßvogel’. Ahd. scalc (8. Jh.), mhd. schalc, asächs. skalk, mnd. schalk, mnl. scalc, afries. skalk, aengl. scealc, anord. skalkr, got. skalks stehen für ‘Unfreier, Knecht, Diener, Untertan’ (s. auch ↗Marschall). Daraus entwickelt sich im Mhd. die Bedeutung ‘arglistiger, böser, hinterhältiger Mensch’, die im 18. Jh. in ‘Spötter, Schelm, Spaßvogel’ übergeht. Die Herkunft von germ. *skalka- m. ist nicht geklärt. Man hat die Bezeichnung auf den Namen eines unterworfenen Volkes, z. B. megalithischer Bewohner Norddeutschlands, zurückzuführen versucht unter Annahme von ie. *kal- ‘Fels, Stein’ mit griech. chálix (χάλιξ) ‘kleiner Stein, Kies’, lat. calx ‘Stein, Kalkstein’, got. skalja ‘Ziegel’. Als vermittelnde Bedeutung wäre dann ‘Steinarbeiter’ anzunehmen. Weitere Erklärungsversuche bei Feist ³428 und de Vries Nl. 606; dazu vgl. noch Knobloch in: Muttersprache (1979) 45 f., der Herleitung von spätlat. *scalcus, mlat. scalcius ‘barfüßig’, scalciatus ‘barhäuptig, geschoren’ für möglich hält. schalkhaft Adj. ‘wie ein Schalk, schelmisch’, mhd. schalchaft ‘arg-, hinterlistig, boshaft’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Clown · ↗Harlekin · ↗Hofnarr · ↗Kasper · ↗Komiker · ↗Narr · ↗Possenreißer · Schalk · ↗Schelm · ↗Schäker · Schäkerer · ↗Ulknudel  ●  ↗Faxenmacher  ugs. · ↗Scherzbold  ugs. · ↗Scherzkeks  ugs. · Spaßkanone  ugs. · ↗Spaßmacher  ugs. · ↗Spaßvogel  ugs., Hauptform · ↗Vokativus  geh., veraltet, lat. · ↗Witzbold  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auge Augenwinkel Charme Gott Ironie Mischung Nacken Ohr Witz aufblitzen blitzen funkeln jungenhaft lächeln reiten sitzen springen voll

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schalk‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und da kenne ich mich hier auf Schalke noch viel zu wenig aus.
Die Welt, 27.07.2005
Im Feiern kann Schalke es mit den Bayern schon locker aufnehmen.
Bild, 30.05.2005
Denn sie gedachte vielleicht mit dem Schalk hinter sein geheimes Treiben kommen zu können.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 49
Davon ist der von E. Schalk (1294) am stärksten rechtshistorisch eingestellt.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 409
Taumelnd strömt das Volk zu dem Schalk, gibt ihm sein Geld.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 918
Zitationshilfe
„Schalk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schalk>, abgerufen am 21.11.2018.

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