Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schalk, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schalk(e)s · Nominativ Plural: Schalke/Schälke
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Schalk‹ als Erstglied: Schalksauge · Schalksnarr · Schalksstreich · schalkhaft
 ·  mit ›Schalk‹ als Letztglied: Erzschalk
Mehrwortausdrücke  jmdm. sitzt der Schalk im Nacken
eWDG

Bedeutung

zu Scherz, Neckerei, lustigen und mutwilligen Streichen aufgelegter Mensch, jmd., der anderen gern einen Possen spielt, Schelm
Beispiele:
er ist, war ein Schalk
der (kleine) Schalk hat uns alle angeführt, sich [Dativ] damit nur einen Spaß gemacht
bildlich
Beispiele:
sie hat den Schalk im Nacken, ihr sitzt der Schalk im Nacken (= sie ist zu Schelmereien geneigt)
jmdm. sitzt der Schalk in den Augen
aus den Augen leuchtet der Schalk (= schelmische Wesensart)
Hendrik war an diesem Abend in brillanter Stimmung, der Schalk saß ihm im Nacken [ K. MannMephisto164]
Die scharfe Nase wird durch den gütig geschwungenen Mund gemildert, in dessen Winkeln freilich der Schalk sitzt [ Tageszeitung1956]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schalk · schalkhaft
Schalk m. ‘hinterlistiger Mensch, Schelm, listiger Spaßvogel’. Ahd. scalc (8. Jh.), mhd. schalc, asächs. skalk, mnd. schalk, mnl. scalc, afries. skalk, aengl. scealc, anord. skalkr, got. skalks stehen für ‘Unfreier, Knecht, Diener, Untertan’ (s. auch Marschall). Daraus entwickelt sich im Mhd. die Bedeutung ‘arglistiger, böser, hinterhältiger Mensch’, die im 18. Jh. in ‘Spötter, Schelm, Spaßvogel’ übergeht. Die Herkunft von germ. *skalka- m. ist nicht geklärt. Man hat die Bezeichnung auf den Namen eines unterworfenen Volkes, z. B. megalithischer Bewohner Norddeutschlands, zurückzuführen versucht unter Annahme von ie. *kal- ‘Fels, Stein’ mit griech. chálix (χάλιξ) ‘kleiner Stein, Kies’, lat. calx ‘Stein, Kalkstein’, got. skalja ‘Ziegel’. Als vermittelnde Bedeutung wäre dann ‘Steinarbeiter’ anzunehmen. Weitere Erklärungsversuche bei Feist ³428 und de Vries Nl. 606; dazu vgl. noch Knobloch in: Muttersprache (1979) 45 f., der Herleitung von spätlat. *scalcus, mlat. scalcius ‘barfüßig’, scalciatus ‘barhäuptig, geschoren’ für möglich hält. schalkhaft Adj. ‘wie ein Schalk, schelmisch’, mhd. schalchaft ‘arg-, hinterlistig, boshaft’.

Thesaurus

Psychologie
Synonymgruppe
Harlekin · Hofnarr · Kasper · Komiker · Narr · Pausenclown · Possenreißer · Quatschmacher · Schalk · Schelm · Schäker · Schäkerer · Ulknudel  ●  Clown  engl. · Witzling  veraltend · Betriebsnudel  derb · Faxenmacher  ugs. · Scherzbold  ugs. · Scherzkeks  ugs. · Spaßkanone  ugs. · Spaßmacher  ugs. · Spaßvogel  ugs., Hauptform · Vokativus  geh., veraltet, lat. · Witzbold  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schalk‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schalk‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schalk‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er war ein Poet und ein Schalk, ein Meister mit der Narrenkappe. [Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 295]
So hatte einmal ein Schalk an sämtliche Buckligen der Umgebung eine Aufforderung geschickt, sich wegen einer wichtigen Erbschaftsangelegenheit bei einem bestimmten Notar einzufinden. [Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 154]
Kritiker aber, denen ich viele Jahrzehnte später meine Bildermappe zeigte, erblickten in dem kleinen Photographen einen großen Schalk. [Benz, Carl Friedrich: Lebensfahrt eines deutschen Erfinders, Die Erfindung des Automobils, Erinnerungen eines Achtzigjährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 8175]
In alten Zeiten hat einer, dem der bekannte Schalk im Nacken saß, den Kehricht so getauft – ja, den Kehricht. [Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 36]
Das unterscheidet diesen Schalk von dem planlosen Lustigmacher der nachherigen Zeit. [Benjamin, Walter: Ursprung des deutschen Trauerspiels. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1928], S. 296]
Zitationshilfe
„Schalk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schalk>.

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