Schall, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schall(e)s · Nominativ Plural: Schalle/Schälle
Aussprache
Wortbildung mit ›Schall‹ als Erstglied: ↗Schall-Lehre · ↗Schall-Loch · ↗Schallabwehr · ↗Schallarchiv · ↗Schallaufnahme · ↗Schallaufzeichnung · ↗Schallbarriere · ↗Schallblase · ↗Schallboden · ↗Schalldeckel · ↗Schalldruck · ↗Schalldämmung · ↗Schalldämpfer · ↗Schallgeschwindigkeit · ↗Schallgrenze · ↗Schallkasten · ↗Schallkonserve · ↗Schallkörper · ↗Schalllehre · ↗Schallloch · ↗Schallmauer · ↗Schallpegel · ↗Schallplatte · ↗Schallquelle · ↗Schallreiz · ↗Schallröhre · ↗Schallschatten · ↗Schallschleuse · ↗Schallschutz · ↗Schallsignal · ↗Schallstärke · ↗Schalltrichter · ↗Schallwelle · ↗Schallwort · ↗schalldicht · ↗schalldämmend · ↗schalldämpfend · ↗schallisolierend · ↗schallschluckend · ↗schalltot
 ·  mit ›Schall‹ als Letztglied: ↗Donnerschall · ↗Glockenschall · ↗Hörnerschall · ↗Infraschall · ↗Jubelschall · ↗Posaunenschall · ↗Trompetenschall · ↗Ultraschall · ↗Überschall
eWDG, 1974

Bedeutung

mit dem Ohr wahrnehmbare akustische Schwingungen
Beispiele:
ein lauter, heller, dumpfer Schall
einen Schall hören, wahrnehmen, erzeugen, dämpfen
a)
Physik
Beispiele:
die Lehre vom Schall (= Akustik)
der Schall pflanzt sich in der Luft, im Wasser, in festen Körpern mit einer Wellenbewegung fort
der Schall breitet sich aus, wird durch eine Wand zurück geworfen
die Geschwindigkeit, Intensität des Schalles messen
die Geschwindigkeit des Schalls beträgt in der Luft etwa 330 Meter in der Sekunde
b)
(lautes) nachhallendes Geräusch
Beispiele:
der Schall der Schritte in einem menschenleeren Tunnel, eines Schusses, des Donners
etw. fällt mit lautem Schall zu Boden
Die Nacht ist reich / An Schällen und an seltsam fremden Klängen [HebbelGygesIII]
Alle Worte und Schälle schlugen hohl an ihr Ohr wie in einem Raum mit dicken Polsterwänden [WerfelMusa Dagh654]
übertragen
Beispiele:
es gibt gute und schlechte Schauspieler, alles andere ist Schall und Rauch (= ist nichtsbedeutend, nichtssagend) [WintersteinLeben1,94]
sprichwörtlich Name ist Schall und Rauch [GoetheFaust3457]
(lauter) nachhallender Klang
Beispiele:
der Schall der Glocken, der großen Uhr, Trompete
den Schall einer Stimme, eines Rufes vernehmen
der Schall des Liedes war weithin zu hören
Da sind von ihrem [der Nachtigall] süßen Schall ... / Die Rosen aufgesprungen [Storm8,197]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schall · schallen
Schall m. ‘Klang, Ton, Geräusch’, in der Physik ‘wellenförmig sich ausbreitende akustische Schwingungen’, ahd. scal (Hs. 12. Jh.; zuvor hornscal, um 1000), mhd. mnd. schal ‘lauter Ton, Geräusch, Getöse, Gesang, Gelächter, Jubel, Klage, Geschrei’, mnl. scal, nl. schal, schwed. skall ist mit Ablaut zu dem unter ↗Schelle (s. d.) angeführten starken Verb für ‘tönen’ (im älteren Nhd. schellen) gebildet. schallen Vb. ‘laut und nachhallend tönen, weithin hörbar sein’. Das vom Substantiv abgeleitete schwache Verb löst starkes schellen ‘tönen’ (s. ↗Schelle) ab (17. Jh.), übernimmt aber zum Teil dessen starke Präteritalformen (so stehen noch heute schallte und scholl nebeneinander).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schall... · ↗akustisch · ↗phonetisch
Synonymgruppe
Klang · Schall · ↗Ton  ●  Audio  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausbreitung Fortpflanzung Frequenz Posaune Rauch Rausch Schwingung Trompete Wahn Wellenlänge abgestrahlt absorbieren abstrahlen aufgenommen dumpf dämmen dämpfen eintreffend erzeugt fortpflanzen hörbar niederfrequent reflektieren reflektiert schlucken tieffrequent tönend verschlucken zurückwerfen zusammengesetzt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schall‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was kannst du daraus für die Geschwindigkeit des Schalls schließen?
Süddeutsche Zeitung, 07.12.2001
Der Schall des Motors schoß von ihrem Gewölbe herab auf sie nieder.
Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 161
Dann startet der Pilot den Motor und rast dreimal schneller als der Schall in den Orbit.
Bild, 04.06.2004
Die dicken Wände des Erdbunkers ließen ohnehin den Schall, der von außen kommen könnte, nicht eindringen.
Plievier, Theodor: Stalingrad, München u. a.: Desch 1973 [1946], S. 11
Während er an der Rezeption wahllos Zimmerschlüssel einsammelte, hatte er das Gefühl, gleich vom Schall aus den Boxen umgeworfen zu werden.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 32
Zitationshilfe
„Schall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schall>, abgerufen am 24.10.2019.

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