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Schall, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schall(e)s · Nominativ Plural: Schalle/Schälle
Aussprache 
Mehrwortausdrücke  Rauch und Schall · Schall und Rauch
eWDG

Bedeutung

mit dem Ohr wahrnehmbare akustische Schwingungen
Beispiele:
ein lauter, heller, dumpfer Schall
einen Schall hören, wahrnehmen, erzeugen, dämpfen
a)
Physik
Beispiele:
die Lehre vom Schall (= Akustik)
der Schall pflanzt sich in der Luft, im Wasser, in festen Körpern mit einer Wellenbewegung fort
der Schall breitet sich aus, wird durch eine Wand zurück geworfen
die Geschwindigkeit, Intensität des Schalles messen
die Geschwindigkeit des Schalls beträgt in der Luft etwa 330 Meter in der Sekunde
b)
(lautes) nachhallendes Geräusch
Beispiele:
der Schall der Schritte in einem menschenleeren Tunnel, eines Schusses, des Donners
etw. fällt mit lautem Schall zu Boden
Die Nacht ist reich / An Schällen und an seltsam fremden Klängen [ HebbelGygesIII]
Alle Worte und Schälle schlugen hohl an ihr Ohr wie in einem Raum mit dicken Polsterwänden [ WerfelMusa Dagh654]
übertragen
Beispiele:
es gibt gute und schlechte Schauspieler, alles andere ist Schall und Rauch (= ist nichtsbedeutend, nichtssagend) [ WintersteinLeben1,94]
sprichwörtlichName ist Schall und Rauch [ GoetheFaust3457]
(lauter) nachhallender Klang
Beispiele:
der Schall der Glocken, der großen Uhr, Trompete
den Schall einer Stimme, eines Rufes vernehmen
der Schall des Liedes war weithin zu hören
Da sind von ihrem [der Nachtigall] süßen Schall … / Die Rosen aufgesprungen [ Storm8,197]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schall · schallen
Schall m. ‘Klang, Ton, Geräusch’, in der Physik ‘wellenförmig sich ausbreitende akustische Schwingungen’, ahd. scal (Hs. 12. Jh.; zuvor hornscal, um 1000), mhd. mnd. schal ‘lauter Ton, Geräusch, Getöse, Gesang, Gelächter, Jubel, Klage, Geschrei’, mnl. scal, nl. schal, schwed. skall ist mit Ablaut zu dem unter Schelle1 (s. d.) angeführten starken Verb für ‘tönen’ (im älteren Nhd. schellen) gebildet. schallen Vb. ‘laut und nachhallend tönen, weithin hörbar sein’. Das vom Substantiv abgeleitete schwache Verb löst starkes schellen ‘tönen’ (s. Schelle1) ab (17. Jh.), übernimmt aber zum Teil dessen starke Präteritalformen (so stehen noch heute schallte und scholl nebeneinander).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schall... · akustisch · phonetisch
Synonymgruppe
Schall  ●  Schallereignis  fachspr. · akustisches Ereignis  fachspr.
Assoziationen
  • Diffusfeld · Diffusschall · Raumschall

Typische Verbindungen zu ›Schall‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schall‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schall‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Schall des Motors schoß von ihrem Gewölbe herab auf sie nieder. [Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 161]
Das Schallen mache zwar wach, als Wecker jedoch könne man das System deswegen noch nicht bezeichnen. [Die Zeit, 05.07.2007, Nr. 27]
Der Schall ist hier ein Mal noch schneller als das Licht. [Die Zeit, 19.02.2007, Nr. 08]
Denn ein untrainiertes Ohr muss behutsam wieder an den Schall gewöhnt werden. [Die Zeit, 12.12.2005, Nr. 50]
Er klagt nicht nur der Frau seines Herzens hinterher, er kriegt auch noch seinen eigenen Schall nicht zu fassen. [Die Zeit, 15.05.1987, Nr. 21]
Zitationshilfe
„Schall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schall>.

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