Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schalter, der

eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
Vorrichtung an elektrischen Geräten, Anlagen zum Schließen, Unterbrechen, Regulieren eines StromkreisesWDG
Beispiele:
ein elektrischer SchalterWDG
der Schalter der DeckenbeleuchtungWDG
die Schalter an der WaschmaschineWDG
den Schalter betätigen, umdrehen, umlegenWDG
den, am Schalter drehenWDG
der Schalter steht auf »aus«WDG
Einer der beiden tritt an einen großen Schrank mit vielen Schaltern, Anzeigen und Reglern. [Der Tagesspiegel, 13.02.2022]
Zugführer müssen in regelmäßigen Abständen einen Schalter respektive ein Pedal betätigen, um sicherzustellen, dass sie unterwegs nicht eingeschlafen, von Ohnmacht befallen oder auf der Toilette eingeschlossen worden sind. [Frankfurter Rundschau, 28.02.2009]
Er betätigt einen Schalter, plötzlich leuchtet ein rotes Lämpchen. [Neue Westfälische, 13.08.2021]
Im rückwärtigen Bereich des Rathauses ist ein Aufzug, daneben ein Schalter, bei dessen Betätigung die Tür geöffnet wird, dann kann der Aufzug benutzt werden. [Südkurier, 18.09.2013]
Zu überlegen ist, ob man ein Mikrofon erwirbt, an dem sich ein Schalter befindet, mit dem das Aufnahmegerät ein‑ und ausgeschaltet werden kann, um […] den Weg zum Gerät einzusparen. [Berliner Zeitung, 28.05.1983]
2.
kleiner, abgeteilter Raum, der zu einer Seite mit einem (kleinen) Tisch und oft mit einem (kleinen) Fenster abschließt und von dem aus bestimmte Dienstleistungen für Kunden erbracht werden (z. B. Beratung oder der Verkauf von Fahrkarten oder Briefmarken)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein virtueller Schalter
in Präpositionalgruppe/-objekt: eine Schlange vor dem Schalter; die Dame, Frau, der Mann am, hinter dem Schalter; etw. am Schalter einzahlen, kaufen, verkaufen; hinter dem Schalter sitzen; vor dem Schalter warten; zum Schalter gehen
mit Genitivattribut: der Schalter der Bank, Fluggesellschaft, Post
hat Präpositionalgruppe/-objekt: ein Schalter im Bahnhof, am Flughafen, in der Schalterhalle
Beispiele:
der Schalter ist, hat geöffnet, (schon) geschlossenWDG
den Schalter der Post öffnen, schließenWDG
ein Schalter für Einschreibsendungen, PaketeWDG
am Schalter Briefmarken kaufen, Geld abhebenWDG
vor dem, am Schalter stehen, wartenWDG
Die gute Nachricht: In der Verbindungssuche auf bahn.de oder in der DB‑Navigator‑App fürs Smartphone werden immer die jeweils passenden Tickets angezeigt. In den größeren Bahnhöfen kann man sich zudem am Schalter beraten lassen. [Süddeutsche Zeitung, 19.03.2022]
Die Schalter [der Postfiliale] werden von Montag bis Freitag von 7.30 bis 21 Uhr, samstags von 8 Uhr bis 17 Uhr und am Sonntag von 16 Uhr bis 21 Uhr geöffnet sein. [Der Bund, 23.02.2016]
Der virtuelle Schalter ist ab 30 Stunden bis zu einer Stunde vor Abflug für den Passagier zugänglich. [Neue Zürcher Zeitung, 20.04.2006]
In der Praxis bedeutet das Verhalten der Deutschen Post doch, daß zum Beispiel ältere Leute nach der üblicherweise fünf bis zehn Minuten langen Warteschlange am Schalter erfahren, daß sie entweder zehn Briefmarken im Set kaufen können oder an einem anderen Schalter noch einmal anstehen müssen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2004]
Die Trennscheiben bei den Schaltern sind verschwunden, was die Kommunikation zwischen Kunden und Mitarbeitern fördern soll. [Südkurier, 05.11.1999]

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schalten · Schalter · Schaltjahr
schalten Vb. ‘mit etw. umgehen, herrschen, wirtschaften, einen Hebel, Schalter betätigen’. Das ursprünglich stark flektierende (reduplizierende) Verb ahd. scaltan ‘(ein Schiff) stoßen, schieben, fortbewegen’ (9. Jh.), mhd. schalten, schalden ‘mit der Stange fortstoßen, mit dem Ruder in Bewegung setzen, entfernen, vertreiben, trennen’, asächs. skaldan läßt sich vielleicht über das zugehörige ahd. scalta (10. Jh.), mhd. schalte ‘Stange zum Fortstoßen des Schiffes’, wenn ursprünglich ‘abgeschnittene Stange’, auf eine Bildung mit Dentalsuffix zur Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ zurückführen (wozu auch Schild1 und Schale1, Schale2). Schwache Flexion begegnet zuerst im Md. des 14. Jhs.; sie wird vom 16. Jh. an vorherrschend. Wohl unter Einfluß von walten (s. d.) setzt sich im 16. Jh. auch die übertragene Bedeutung ‘lenken, leiten, herrschen, wirtschaften’ durch, vgl. formelhaftes schalten und walten (16. Jh.). Ausgehend von der Bedeutung ‘eine Stange, einen Pflock oder Hebel betätigen’ und unter dem Einfluß von Schalter (s. unten) gewinnt in neuerer Sprache im technischen, zumal elektrotechnischen Bereich schalten mit seinen Präfixbildungen wie ab-, aus-, ein-, umschalten weite Verbreitung. – Schalter m. (den verschiedenen Bedeutungen des Verbs folgend) ‘Lenker, Leiter’ (17. bis 19. Jh., danach kaum noch üblich); ‘Gerät zum Schalten’, z. B. ‘Pflock, Riegel’ (15. Jh.), dazu ‘Hebel, Schieber, Vorrichtung zum Schließen oder Unterbrechen eines Stromkreises’ (19. Jh.); ‘Verschlußstück einer Öffnung, Fensterladen’ (18. Jh.), auch ‘Schiebefenster’, das bei Öffnung den Verkehr zwischen Diensttuendem und Publikum ermöglicht (19. Jh.), dann überhaupt ‘Ort, Stelle an einem langen Tisch, einer Theke, wo Publikum bedient bzw. abgefertigt wird’ (20. Jh.). Schaltjahr n. ‘durch den eingeschobenen 29. Februar um einen Tag verlängertes Jahr’, ahd. scaltjār (8. Jh.), mhd. schaltjār; eigentlich ‘Jahr, in dem (ein Tag) eingestoßen, eingeschoben wird’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anschalteinrichtung · Einschalteinrichtung · Schalter
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Auskunft · Auskunftsschalter · Information · Schalter  ●  Service Point  engl.
Assoziationen
Synonymgruppe
Druckschalter · Knopf · Schalter · Taste · Taster
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schalter‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schalter‹.

Briefkasten Einwohnerkontrolle Nachttischlampe Neue_zürcher_zeitung Postamt Postfiliale Poststelle Umlegen bedienen besetzen betätigen drücken elektrisch epigenetische epigenetischen geoeffnet molekular netztrennend placiert schliessen schließen separat umlegen umliegen verglast öffnen
Zitationshilfe
„Schalter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schalter>.

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