Schaluppe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schaluppe · Nominativ Plural: Schaluppen
Aussprache
WorttrennungScha-lup-pe
HerkunftNiederländisch → Französisch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
in Küstengewässern der Nordsee und Ostsee verwendetes kleineres, einmastiges Frachtschiff
2.
Beiboot mit Riemen und Segel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaluppe f. ‘Beiboot auf großen Schiffen’, früher auch ‘als Küsten- oder Fischereifahrzeug verwendetes einmastiges Segelschiff’. Die seemännische Bezeichnung ist in der seit dem 17. Jh. üblichen Form (Schaloepe 1606, Chaloupe 1648, Schaluppe 1697) Übernahme von gleichbed. frz. chaloupe. Ein vorher (Ende 16. Jh.) bezeugtes frühnhd. Cialupe beruht vielleicht auf älterem ital. cialupa (16. Jh., wohl nach span. chalupa). Vom späten 16. Jh. an findet sich in Reisebeschreibungen außerdem die Variante nhd. Schlupe, jünger Schlup(p), die gleichbed. nd. Slūp, nl. sloep bzw. aus dem Nl. entlehntes engl. sloop fortsetzt. Nicht sicher geklärt ist die weitere Herleitung des für die im Dt. vorherrschende Lautgestalt verantwortlichen frz. chaloupe. Während FEW 17, 77 ff. und Bloch/W. ¹¹119 in mfrz. chaloppe, chaloupe ‘flaches Transportschiff’ (16. Jh.) eine Übertragung von mfrz. chaloppe ‘Nußschale’ sehen und nl. sloep (Ende 16. Jh.) wie dt. Schaluppe für eine Entlehnung aus dem Frz. halten, meinen andere (z. B. Gamillscheg ²207, mit Vorbehalten auch de Vries Nl. 651), frz. chaloupe gehe auf nl. sloep zurück, das zu nl. sluipen, mnl. mnd. slūpen, mhd. sliefen ‘schleichen, schlüpfen’ gehöre (nhd. schliefen, s. ↗schlüpfen). Zur Gesamtproblematik vgl. noch Corominas 2, 9.

Thesaurus

Schifffahrt
Synonymgruppe
Schaluppe · kutterähnliches Segelboot
Schifffahrt
Synonymgruppe
Boot · ↗Kutter · ↗Schiff  ●  ↗Kahn  ugs., abwertend · ↗Pott  ugs. · Schaluppe  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In dieser alters-grauen Schaluppe konnte doch eine Mansarde nicht gar so teuer sein?
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26264
In einer Schaluppe waren diese an Land gerudert und hatten soeben in eine Tonne Trinkwasser gefüllt.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 378
Wenn die Schaluppe Tendenzen zum Absaufen entwickelt, gilt es, der Besatzung den Ernst der Lage zu vermitteln.
Süddeutsche Zeitung, 02.04.2001
Vor Sonnenuntergang wird sie eine Schaluppe über den Fluß zurück ins Dorf bringen.
Die Zeit, 25.03.1996, Nr. 13
Dagegen war Hull am Humber nur eine notdürftige Landestelle für verirrte Schaluppen.
Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 44
Zitationshilfe
„Schaluppe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schaluppe>, abgerufen am 23.10.2019.

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