Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schank, der oder die

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schank(e)s · Nominativ Plural: Schänke
Nebenform österreichisch Schank · Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schank · Nominativ Plural: Schanken
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Schank‹ als Erstglied: Schankbier · Schankerlaubnis · Schankgaststätte · Schankgerechtigkeit · Schankgewerbe · Schankkellner · Schankkonzession · Schanklizenz · Schanklokal · Schankraum · Schankstube · Schanktisch · Schankwirt · Schankwirtschaft
 ·  mit ›Schank‹ als Letztglied: Buschenschank

Bedeutungsübersicht+

  1. [veraltet] ...
    1. 1. Schanktisch, Ausschank
    2. 2. [österreichisch] Schankraum
eWDG

Bedeutung

veraltet
1.
Schanktisch, Ausschank
Beispiel:
Mählich erst fand sich mein Blick in der Stube zurecht, die fast leer war, ein Schank und ein Tisch [ St. ZweigNovellen2,301]
2.
österreichisch Schankraum
Schreibung: Schank; Grammatik: Genus Femininum
Beispiel:
Dieser also steuerte durch den Tanzsaal und das Speisezimmer in die Schank [ DodererStrudlhofstiege338]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schenken · Schenk(e) · Mundschenk · Schenkung · Geschenk · Schenke · Schank
schenken Vb. ‘unentgeltlich geben, als Gabe überlassen, überreichen’, ahd. skenken ‘zu trinken geben, einschenken’ (9. Jh.), mhd. mnd. schenken ‘zu trinken geben, zum Verkauf ausschenken, geben, verleihen’, asächs. skenkian, aengl. scencan, mnl. scenken, nl. schenken, afries. skenka, skanka (germ. *skankjan) ist verwandt mit Schenkel, Schinken, hinken (s. d.) und weiteren dort genannten Wörtern. Zugrunde liegt die Wurzel ie. *(s)keng- ‘hinken; schief, schräg’. Auszugehen ist von der Bedeutung ‘einschenken, zu trinken geben’ (nur so ahd., asächs., aengl.), eigentlich ‘das Gefäß schief halten’; der heute herrschende Sinn entwickelt sich erst im Spätmhd. Mnd. (bzw. Mnl.) aus ‘darreichen’. Schenk(e) m. ‘Getränke Einschenkender, Hofbeamter für Getränke und Versorgung, Schankwirt, Kellermeister’, anfrk. skankio (8. Jh.), ahd. skenko, frühnhd. bier-, wīnschenke; Mundschenk m. (16. Jh.). Schenkung f. ‘Stiftung’, mhd. schenkunge ‘Geschenk’ (14. Jh.), auch ‘das Stillen von Kindern’ (15. Jh.). Geschenk n. ‘unentgeltlich Dargebrachtes’, mhd. geschenke ‘das Eingeschenkte’, spätmhd. ‘Geschenk’. Schenke f. ‘Gasthaus, Wirtshaus’ (von Obersachsen und Thüringen aus sich verbreitend), spätmhd. schenk(e) ‘Gabe, Geschenk’ (bis ins 17. Jh.), ‘Schmaus bei bestimmten Feiern, wo die Gäste Geschenke bringen, Schenkmaß, Wirtshaus’. Schank m. ‘das Ausschenken, Verkauf von (alkoholischen) Getränken’, noch erhalten in Schankstube, Schankwirt, Ausschank, mhd. schanc ‘Gefäß, aus welchem eingeschenkt wird’, dann ‘Wirtshaus’, auch ‘Geschenk’; rückgebildet (15. Jh.) aus schenken ‘ein-, ausschenken, zu trinken geben’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausschank · Bar · Schank · Schankraum · Schanktisch · Theke · Tresen

Verwendungsbeispiele für ›Schank‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von der Schank nahm er sich einen Löffel mit Holzgriff als Andenken. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 272]
Schanks Argumentation, die beides durcheinanderbringt, ist bestenfalls ein durchschaubarer Gag, andernfalls ein simpler logischer Fehler. [C't, 1994, Nr. 2]
Links sah er durch eine Milchglastür die Umrisse einer Schank. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 138]
Bücher zerstören die Erziehung, Roger Schank im Gespräch mit Thomas J. [C't, 1996, Nr. 9]
Neben Roger Schank, der leider von deutschen Verlagen meist schnöde mißachtet wird, versteht sich auch Douglas R. Hofstadter prächtig darauf. [C't, 1993, Nr. 10]
Zitationshilfe
„Schank“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schank>.

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