Schank, der oder die

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schank(e)s · Nominativ Plural: Schänke
Nebenform österreichisch Schank · Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schank · Nominativ Plural: Schanken
Aussprache
Wortbildung mit ›Schank‹ als Erstglied: ↗Schankbier · ↗Schankerlaubnis · ↗Schankgaststätte · ↗Schankgerechtigkeit · ↗Schankgewerbe · ↗Schankkellner · ↗Schankkonzession · ↗Schanklizenz · ↗Schanklokal · ↗Schankraum · ↗Schankstube · ↗Schanktisch · ↗Schankwirt · ↗Schankwirtschaft
 ·  mit ›Schank‹ als Letztglied: ↗Buschenschank
eWDG, 1974

Bedeutung

veraltet
1.
Schanktisch, Ausschank
Beispiel:
Mählich erst fand sich mein Blick in der Stube zurecht, die fast leer war, ein Schank und ein Tisch [St. ZweigNovellen2,301]
2.
österreichisch Schankraum
Schreibung ‘Schank’; Grammatik: Genus Femininum
Beispiel:
Dieser also steuerte durch den Tanzsaal und das Speisezimmer in die Schank [DodererStrudlhofstiege338]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schenken · Schenk(e) · Mundschenk · Schenkung · Geschenk · Schenke · Schank
schenken Vb. ‘unentgeltlich geben, als Gabe überlassen, überreichen’, ahd. skenken ‘zu trinken geben, einschenken’ (9. Jh.), mhd. mnd. schenken ‘zu trinken geben, zum Verkauf ausschenken, geben, verleihen’, asächs. skenkian, aengl. scencan, mnl. scenken, nl. schenken, afries. skenka, skanka (germ. *skankjan) ist verwandt mit ↗Schenkel, ↗Schinken, ↗hinken (s. d.) und weiteren dort genannten Wörtern. Zugrunde liegt die Wurzel ie. *(s)keng- ‘hinken; schief, schräg’. Auszugehen ist von der Bedeutung ‘einschenken, zu trinken geben’ (nur so ahd., asächs., aengl.), eigentlich ‘das Gefäß schief halten’; der heute herrschende Sinn entwickelt sich erst im Spätmhd. Mnd. (bzw. Mnl.) aus ‘darreichen’. Schenk(e) m. ‘Getränke Einschenkender, Hofbeamter für Getränke und Versorgung, Schankwirt, Kellermeister’, anfrk. skankio (8. Jh.), ahd. skenko, frühnhd. bier-, wīnschenke; Mundschenk m. (16. Jh.). Schenkung f. ‘Stiftung’, mhd. schenkunge ‘Geschenk’ (14. Jh.), auch ‘das Stillen von Kindern’ (15. Jh.). Geschenk n. ‘unentgeltlich Dargebrachtes’, mhd. geschenke ‘das Eingeschenkte’, spätmhd. ‘Geschenk’. Schenke f. ‘Gasthaus, Wirtshaus’ (von Obersachsen und Thüringen aus sich verbreitend), spätmhd. schenk(e) ‘Gabe, Geschenk’ (bis ins 17. Jh.), ‘Schmaus bei bestimmten Feiern, wo die Gäste Geschenke bringen, Schenkmaß, Wirtshaus’. Schank m. ‘das Ausschenken, Verkauf von (alkoholischen) Getränken’, noch erhalten in Schankstube, Schankwirt, Ausschank, mhd. schanc ‘Gefäß, aus welchem eingeschenkt wird’, dann ‘Wirtshaus’, auch ‘Geschenk’; rückgebildet (15. Jh.) aus schenken ‘ein-, ausschenken, zu trinken geben’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausschank · ↗Bar · Schank · ↗Schankraum · ↗Theke · ↗Tresen

Verwendungsbeispiele für ›Schank‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von der Schank nahm er sich einen Löffel mit Holzgriff als Andenken.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 272
Schanks Argumentation, die beides durcheinanderbringt, ist bestenfalls ein durchschaubarer Gag, andernfalls ein simpler logischer Fehler.
C't, 1994, Nr. 2
Die Wirtin, belesen, antwortet von der Schank mit Heinz Erhardts Bier-Fragment.
konkret, 1984
Dieser steuerte also durch den Tanzsaal und das Speisezimmer in die Schank, deren Türe zum Hausflur offen stand.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 630
Die gute alte Münchner Wirtschaft mit Toilette gleich neben dem Schank bleibt Teil der Erinnerung und des Menschlichen, so menschlich wie das dazugehörende Bedürfnis.
Süddeutsche Zeitung, 06.06.1995
Zitationshilfe
„Schank“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schank>, abgerufen am 29.01.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schanigarten
Schani
schanghaien
Schandzeichen
Schandweib
Schankbier
Schänke
Schanker
Schankerlaubnis
Schankerlaubnissteuer