Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Scharade, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Scharade · Nominativ Plural: Scharaden
Aussprache 
Worttrennung Scha-ra-de
Herkunft aus gleichbedeutend charadefrz
eWDG

Bedeutung

Gesellschaftsspiel, bei dem aus einer pantomimischen Darstellung ein Wort erraten werden soll
Beispiele:
eine Scharade spielen
Mit den jungen Leuten führte er Scharaden auf, die altmodischen, reizenden Verkleidungsspiele, die Rätsel vorstellen [ H. MannZeitalter266]
übertragen etw. Rätselhaftes
Beispiel:
Für die Mutter ist die Scharade nicht schwer zu lösen. Ihr Honoré ist verliebt [ St. ZweigBalzac79]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scharade f. Wort- oder Silbenrätsel, auch (lebende Scharade) pantomimische Darstellung eines Silbenrätsels, Entlehnung (Charade, Ende 18. Jh.) von gleichbed. frz. charade, ursprünglich wohl ‘Unterhaltung, Plauderei’, abgeleitet von mundartlichem südfrz. charrado, zu lautmalendem charra ‘schwatzen’, vgl. gleichbed. ital. ciarlare (s. Scharlatan), span. chalar.

Thesaurus

Synonymgruppe
Charade · Scharade
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Scharade‹ (berechnet)

venezianisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Scharade‹.

Verwendungsbeispiele für ›Scharade‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst als die Hochzeit mit den neuen Liebhabern fast unter Dach und Fach ist, lösen die Männer die Scharade auf. [Fath, Rolf: Rollen - D. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 15774]
Er mag die Diskussion nicht, denn sie gefährdet seine Scharade. [Die Zeit, 18.02.2013, Nr. 07]
Frankreich erlebt in dieser Lage oft keine politisch klare Wahl mehr, sondern eine Scharade, bald komisch, bald entsetzlich anzuschauen. [Die Zeit, 03.04.1992, Nr. 15]
Es sei an der Zeit, meinte er, die dichotomische „Scharade“ durch ein forschendes, offenes System zu ersetzen. [Die Zeit, 14.01.1991, Nr. 02]
Goethe liebte es sehr, das Wort Entwickeln in diesem Sinne zu gebrauchen, selbst vom Lösen der Scharaden. [Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 22946]
Zitationshilfe
„Scharade“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scharade>.

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