Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Scharfrichter, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Scharfrichters · Nominativ Plural: Scharfrichter
Aussprache 
Worttrennung Scharf-rich-ter
Wortzerlegung scharf Richter
eWDG

Bedeutung

veraltet jmd., der die Todesstrafe vollstreckt
Beispiel:
der zum Tode Verurteilte wurde zum Scharfrichter geführt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scharf · Schärfe · schärfen · einschärfen · scharfmachen · Scharfmacher · Scharfrichter · Scharfschütze · Scharfsinn
scharf Adj. ‘gut schneidend, geschliffen, spitz’, übertragen ‘stark gewürzt, kalt, deutlich, genau, heftig, schonungslos’, ahd. s(c)arf(i) (8. Jh.), mhd. scharf und ahd. scarph (9. Jh.), mhd. scharpf, scharph, scherpfe, scherf; frühnhd. (obd. md.) scharpf, asächs. skarp, mnd. scharp, scherp, mnl. scarp, scaerp, scerp, nl. scherp, afries. skerp, aengl. sc(e)arp, engl. sharp, anord. skarpr (‘eingeschrumpft, dürr, scharf, rauh, hart’), schwed. skarp (germ. *skarpa-) läßt sich verbinden mit lett. skarbs ‘rauh, grob’, mir. cerb ‘schneidend’, aruss. ščьrbъ ‘schadhaft’, russ. (älter) ščerbá (щерба) ‘Riß, Lücke, Schramme, Narbe’ und führt auf die Labialerweiterung ie. *(s)kerb(h)-, *(s)kreb(h)- (s. auch schürfen, schröpfen) der Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’ (s. scheren1). Schärfe f. ‘Zustand des Scharfseins, Klarheit, Genauigkeit, Rücksichtslosigkeit’, ahd. s(k)erphī, s(k)erfī (9. Jh.), mhd. scherpfe, scherfe ‘Stachel, (Speer)spitze, Rauhheit’. schärfen Vb. ‘scharf machen’, mhd. scherpfen, scherfen, asächs. (gi)skerpian (9. Jh.). einschärfen Vb. ‘mit Eindringlichkeit sagen, klarmachen’ (17. Jh.). scharfmachen Vb. ‘aufhetzen’, Scharfmacher m. ‘Aufhetzer’ (19. Jh.), entstanden als Ausdrücke der Reaktion für die Anführer streikender Arbeiter. Scharfrichter m. ‘wer mit dem Schwert oder Beil hinrichtet’ (14. Jh.), zuerst nsächs. (mnd. scharprichter) und westmd., seit dem 16. Jh. allgemein verbreitete Berufsbezeichnung für den Henker bzw. den Vollstrecker der Todesstrafe. Scharfschütze m. ‘im Schießen besonders ausgebildeter und daher treffsicherer Schütze’ (18. Jh.). Scharfsinn m. ‘Fähigkeit, besonders klar und logisch zu denken’ (17. Jh.), Rückbildung aus scharfsinnig Adj. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Freimann · Nachrichter · Vollstrecker · Vollstrecker des Todesurteils  ●  Henker  Hauptform · Scharfrichter  Hauptform · Carnifex  fachspr., ausgestorben · Meister Hans  geh., veraltet, fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Scharfrichter‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Scharfrichter‹.

Verwendungsbeispiele für ›Scharfrichter‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer sie nicht löst, stirbt durch das Beil des Scharfrichters. [Fath, Rolf: Rollen - K. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 9747]
Zu den in den vergangenen drei Jahren neugeschaffenen Jobs zählen auch zusätzliche Scharfrichter. [konkret, 1996]
Die Hand des Scharfrichters zittert, je entfernter sie seinem Opfer ist. [Der Spiegel, 06.08.1984]
Aber die Macht kann er nicht bannen, denn nun muss er selbst über Schicksale entscheiden wie ein Scharfrichter. [Die Zeit, 24.04.2003, Nr. 18]
Da träumt einer, er sei zum Tode verurteilt worden und er stehe nun vor dem Scharfrichter. [Süddeutsche Zeitung, 03.11.2004]
Zitationshilfe
„Scharfrichter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scharfrichter>.

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