Scharfsinn, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Scharf-sinn
Wortzerlegung scharf Sinn
Wortbildung  mit ›Scharfsinn‹ als Erstglied: scharfsinnig
eWDG

Bedeutung

Fähigkeit, das Wesentliche schnell zu erkennen, scharfer Verstand
Beispiele:
mit Scharfsinn eine schwierige Aufgabe lösen
sie bewunderten seinen Scharfsinn
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scharf · Schärfe · schärfen · einschärfen · scharfmachen · Scharfmacher · Scharfrichter · Scharfschütze · Scharfsinn
scharf Adj. ‘gut schneidend, geschliffen, spitz’, übertragen ‘stark gewürzt, kalt, deutlich, genau, heftig, schonungslos’, ahd. s(c)arf(i) (8. Jh.), mhd. scharf und ahd. scarph (9. Jh.), mhd. scharpf, scharph, scherpfe, scherf; frühnhd. (obd. md.) scharpf, asächs. skarp, mnd. scharp, scherp, mnl. scarp, scaerp, scerp, nl. scherp, afries. skerp, aengl. sc(e)arp, engl. sharp, anord. skarpr (‘eingeschrumpft, dürr, scharf, rauh, hart’), schwed. skarp (germ. *skarpa-) läßt sich verbinden mit lett. skarbs ‘rauh, grob’, mir. cerb ‘schneidend’, aruss. ščьrbъ ‘schadhaft’, russ. (älter) ščerbá (щерба) ‘Riß, Lücke, Schramme, Narbe’ und führt auf die Labialerweiterung ie. *(s)kerb(h)-, *(s)kreb(h)- (s. auch schürfen, schröpfen) der Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’ (s. scheren1). Schärfe f. ‘Zustand des Scharfseins, Klarheit, Genauigkeit, Rücksichtslosigkeit’, ahd. s(k)erphī, s(k)erfī (9. Jh.), mhd. scherpfe, scherfe ‘Stachel, (Speer)spitze, Rauhheit’. schärfen Vb. ‘scharf machen’, mhd. scherpfen, scherfen, asächs. (gi)skerpian (9. Jh.). einschärfen Vb. ‘mit Eindringlichkeit sagen, klarmachen’ (17. Jh.). scharfmachen Vb. ‘aufhetzen’, Scharfmacher m. ‘Aufhetzer’ (19. Jh.), entstanden als Ausdrücke der Reaktion für die Anführer streikender Arbeiter. Scharfrichter m. ‘wer mit dem Schwert oder Beil hinrichtet’ (14. Jh.), zuerst nsächs. (mnd. scharprichter) und westmd., seit dem 16. Jh. allgemein verbreitete Berufsbezeichnung für den Henker bzw. den Vollstrecker der Todesstrafe. Scharfschütze m. ‘im Schießen besonders ausgebildeter und daher treffsicherer Schütze’ (18. Jh.). Scharfsinn m. ‘Fähigkeit, besonders klar und logisch zu denken’ (17. Jh.), Rückbildung aus scharfsinnig Adj. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Denkfähigkeit · Denkvermögen · Geist · Geisteskraft · Intelligenz · Klugheit · Scharfsinn · Scharfsinnigkeit · Vernunft · Verstand  ●  Gehirnschmalz  ugs. · Grips  ugs. · Grütze  ugs. · Köpfchen  ugs.
Oberbegriffe
  • psychologische Eigenschaft
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Scharfsinn‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Scharfsinn‹.

Verwendungsbeispiele für ›Scharfsinn‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Führung auf militärischen wie auf allen anderen Gebieten verlangt moralische Stärke, ebenso wie technischen Scharfsinn. [o. A.: Siebenundzwanzigster Tag. Freitag, 4. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 4332]
So haben denn fast alle Interpreten beträchtlichen Scharfsinn darauf verwandt, den rüden Imperativ zu relativieren. [Die Zeit, 28.08.2000, Nr. 35]
Mit seiner anscheinend chaotischen Gestalt fordert es den spekulativen Scharfsinn heraus, einen höheren Grad an Ordnung hineinzulesen. [Süddeutsche Zeitung, 26.03.2002]
Die strenge Form der Wissenschaft, die solche Elemente nicht zulässt, dient ausschließlich der Übung des Scharfsinns. [Süddeutsche Zeitung, 24.11.1999]
Das animiert dann auch den Scharfsinn des Lesers, und deshalb ist er, wenn er das Buch durchhat, fast irgendwie stolz. [Süddeutsche Zeitung, 15.02.1997]
Zitationshilfe
„Scharfsinn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scharfsinn>.

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