Scharfsinn, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungScharf-sinn (computergeneriert)
WortzerlegungscharfSinn
Wortbildung mit ›Scharfsinn‹ als Erstglied: ↗scharfsinnig
eWDG, 1974

Bedeutung

Fähigkeit, das Wesentliche schnell zu erkennen, scharfer Verstand
Beispiele:
mit Scharfsinn eine schwierige Aufgabe lösen
sie bewunderten seinen Scharfsinn
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scharf · Schärfe · schärfen · einschärfen · scharfmachen · Scharfmacher · Scharfrichter · Scharfschütze · Scharfsinn
scharf Adj. ‘gut schneidend, geschliffen, spitz’, übertragen ‘stark gewürzt, kalt, deutlich, genau, heftig, schonungslos’, ahd. s(c)arf(i) (8. Jh.), mhd. scharf und ahd. scarph (9. Jh.), mhd. scharpf, scharph, scherpfe, scherf; frühnhd. (obd. md.) scharpf, asächs. skarp, mnd. scharp, scherp, mnl. scarp, scaerp, scerp, nl. scherp, afries. skerp, aengl. sc(e)arp, engl. sharp, anord. skarpr (‘eingeschrumpft, dürr, scharf, rauh, hart’), schwed. skarp (germ. *skarpa-) läßt sich verbinden mit lett. skarbs ‘rauh, grob’, mir. cerb ‘schneidend’, aruss. ščьrbъ ‘schadhaft’, russ. (älter) ščerbá (щерба) ‘Riß, Lücke, Schramme, Narbe’ und führt auf die Labialerweiterung ie. *(s)kerb(h)-, *(s)kreb(h)- (s. auch ↗schürfen, ↗schröpfen) der Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’ (s. ↗scheren). Schärfe f. ‘Zustand des Scharfseins, Klarheit, Genauigkeit, Rücksichtslosigkeit’, ahd. s(k)erphī, s(k)erfī (9. Jh.), mhd. scherpfe, scherfe ‘Stachel, (Speer)spitze, Rauhheit’. schärfen Vb. ‘scharf machen’, mhd. scherpfen, scherfen, asächs. (gi)skerpian (9. Jh.). einschärfen Vb. ‘mit Eindringlichkeit sagen, klarmachen’ (17. Jh.). scharfmachen Vb. ‘aufhetzen’, Scharfmacher m. ‘Aufhetzer’ (19. Jh.), entstanden als Ausdrücke der Reaktion für die Anführer streikender Arbeiter. Scharfrichter m. ‘wer mit dem Schwert oder Beil hinrichtet’ (14. Jh.), zuerst nsächs. (mnd. scharprichter) und westmd., seit dem 16. Jh. allgemein verbreitete Berufsbezeichnung für den Henker bzw. den Vollstrecker der Todesstrafe. Scharfschütze m. ‘im Schießen besonders ausgebildeter und daher treffsicherer Schütze’ (18. Jh.). Scharfsinn m. ‘Fähigkeit, besonders klar und logisch zu denken’ (17. Jh.), Rückbildung aus scharfsinnig Adj. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Scharfsinn · ↗Scharfsinnigkeit
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Denkfähigkeit · ↗Denkvermögen · ↗Geist · ↗Geisteskraft · ↗Intelligenz · ↗Klugheit · Scharfsinn · ↗Scharfsinnigkeit · ↗Vernunft · ↗Verstand  ●  ↗Gehirnschmalz  ugs. · ↗Grips  ugs. · ↗Grütze  ugs. · ↗Köpfchen  ugs.
Oberbegriffe
  • psychologische Eigenschaft
Unterbegriffe
  • Herzgehirn · Herzintelligenz
Assoziationen
Synonymgruppe
Genialität · Scharfsinn
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akribie Belesenheit Brillanz Einfalt Eloquenz Fleiß Gelehrsamkeit Humor Intuition Klugheit Menschenverstand Sarkasmus Schlagfertigkeit Tatkraft Weitblick Witz analytisch aufwenden bestechend bewundernswert detektivisch gelehrt intellektuell interpretatorisch kombinatorisch kriminalistisch nachspüren philologisch psychologisch theologisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Scharfsinn‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit seiner anscheinend chaotischen Gestalt fordert es den spekulativen Scharfsinn heraus, einen höheren Grad an Ordnung hineinzulesen.
Süddeutsche Zeitung, 26.03.2002
So haben denn fast alle Interpreten beträchtlichen Scharfsinn darauf verwandt, den rüden Imperativ zu relativieren.
Die Zeit, 28.08.2000, Nr. 35
Führung auf militärischen wie auf allen anderen Gebieten verlangt moralische Stärke, ebenso wie technischen Scharfsinn.
o. A.: Siebenundzwanzigster Tag. Freitag, 4. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 4332
Die Wissenschaft liefert uns Theorien von großer Schönheit und großem Scharfsinn.
Feyerabend, Paul: Wider den Methodenzwang, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1976, S. 95
Sein Spiel zeichnete sich durch intellektuellen Scharfsinn und hochentwickelte Technik aus.
Fåhraeus, Torsten: Ruthström (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 34979
Zitationshilfe
„Scharfsinn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scharfsinn>, abgerufen am 20.06.2019.

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