Scharlatan, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Scharlatans · Nominativ Plural: Scharlatane
Aussprache
WorttrennungSchar-la-tan
HerkunftItalienisch
Wortbildung mit ›Scharlatan‹ als Grundform: ↗Scharlatanerie
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend jmd., der Fähigkeiten auf einem bestimmten Gebiet vortäuscht, Schwindler
Beispiele:
er ist ein (richtiger) Scharlatan
jmdn. für einen Scharlatan halten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scharlatan · Scharlatanerie
Scharlatan m. ‘wer nichts von seinem Fach versteht, aber vorgibt, viel zu wissen, Aufschneider, Schwindler, Hochstapler’. Auszugehen ist von ital. Cerretano ‘Einwohner von Cerreto’ (einem Ort bei Spoleto), dann appellativisch ‘Quacksalber, Marktschreier’, das sich mit ital. ciarlare ‘schwatzen’ verbindet und zu ital. ciarlatano umgestaltet wird. Daraus die Entlehnung Ziarlatani Plur. (Anfang 17. Jh.). Auf ebenfalls aus dem Ital. stammenden frz. charlatan beruhen die späteren Formen Scarlatan, Scharleton, Charletan (17. Jh.) und schließlich Scharlatan (seit 18. Jh.). Im Dt. reicht der Anwendungsspielraum von ‘(umherziehender) Komödiant, Spaßvogel’ (Anfang 17. Jh.) über ‘Marktschreier, Gaukler, Schwindler, Kurpfuscher’ (Mitte 17. Jh.) bis hin zu ‘Demagoge, (Volks)verführer’ (20. Jh.). Scharlatanerie f. (18. Jh.), frz. charlatanerie.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abzocker · ↗Betrüger · ↗Rosstäuscher · Scharlatan · ↗Schwindler  ●  schwarzes Schaf  fig. · ↗Bauernfänger  ugs. · ↗Nepper  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Scharlatan
Synonymgruppe
Scharlatan · ↗Wunderheiler  ●  ↗Kurpfuscher  derb · ↗Quacksalber  derb
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Betrüger Demagoge Dilettant Gaukler Genie Geschäftemacher Glücksritter Hochstapler Leim Lügner Magier Narr Phantast Quacksalber Rattenfänger Schamane Spinner Tummelplatz Verrückter Wichtigtuer Windbeutel Wunderheiler Zauberer aufsitzen beschimpfen entlarven geldgierig hereinfallen tummeln windig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Scharlatan‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ansonsten, das ist klar, müsste man das Werk jedes Scharlatans finanzieren.
Der Tagesspiegel, 28.01.2000
Wenn er afrikanisch daherkommt, dann glauben wir, er sei ein Scharlatan.
konkret, 1984
Er mag zwar als Arzt ein Versager sein, aber als Scharlatan ist er ein Erfolg.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 75
Dann sieht der Kritiker seine Aufgabe darin, der Öffentlichkeit die Augen über diesen Scharlatan zu öffnen.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 439
Jahrelang Weibergeschichten zuerst, und neuestens pilgert er zu indischen Scharlatanen.
Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 34
Zitationshilfe
„Scharlatan“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scharlatan>, abgerufen am 12.11.2018.

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