Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schattenspiel, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Schat-ten-spiel
Wortzerlegung Schatten Spiel
eWDG

Bedeutungen

1.
Synonym zu Schattentheater
Beispiel:
die kunstvollen Puppen des ostasiatischen Schattenspiels
2.
Spiel, bei dem mit den Schatten der Hände Menschen, Tiere oder Gegenstände dargestellt werden
Beispiel:
das kranke Kind vertrieb sich [Dativ] die Zeit mit Schattenspielen
3.
Wechsel von Licht und Schatten
Beispiel:
Licht und Schattenspiel geben dem Bild, der Fotografie eine erstaunliche Plastizität
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schatten · schatten · beschatten · überschatten · schattieren · schattig · Schattenbild · Schattenriß · Schattenspiel
Schatten m. ‘hinter einem beleuchteten Körper entstehende dunkle Fläche, deren Umriß dem des Körpers entspricht, Dunkel, Dämmerung, visionäre Erscheinung, Geist’, auch ‘Sorge, Kummer, Spur, Anzeichen’. Die teils auf einem maskulinen, teils auf einem femininen w-Stamm (germ. *skaþwa- m., *skaþwō f.) beruhenden germ. Formen ahd. scato, Genitiv scatawes (8. Jh.), mhd. schate, auch schatewe, schetewe, asächs. skado, mnd. schāde, aengl. sc(e)adu, mengl. sceadewe, shadewe, engl. shade, shadow, mnl. scāde, scāduwe, nl. schaduw, got. skadus lassen sich mit griech. skótos (σκότος) ‘Finsternis, Dunkel’ und dehnstufigem air. scāth ‘Schatten, Schutz, Spiegel’ verbinden. Weiteres ist nicht mit Sicherheit auszumachen. Bereits das Mhd. zeigt auch schwache Flexion, aus deren obliquen Kasus sich die moderne Form Schatten entwickelt. schatten Vb. ‘Schatten werfen, geben’, ahd. scatawen (8. Jh.), mhd. schatewen, schetewen ‘Schatten geben’, unpersönlich ‘schattig, dunkel werden’. Das bereits im Mhd. seltene Verb wird im 18. Jh. (durch Klopstock) wieder aufgenommen, bleibt aber nur in poetischer Sprache erhalten. beschatten Vb. ‘mit Schatten versehen’, ahd. biscatawen (9. Jh.), mhd. beschatewen, -schetewen. Nhd. jmdn. beschatten ‘(wie ein Schatten) unbemerkt (ver)folgen’ (1. Hälfte 20. Jh.) ist eine Wiedergabe von engl. to shadow und wird durch Kriminalromane verbreitet; danach auch in der Sportsprache seinen Gegner beschatten. überschatten Vb. (16. Jh.). schattieren Vb. ‘Schatten einzeichnen, eine Farbe durch Hell und Dunkel abtönen’, Ausdruck der Malerei (17. Jh.). schattig Adj. ‘voller Schatten, Schatten gebend’ (15. Jh.). Schattenbild n. ‘auf eine durchscheinende, beleuchtete Wand als Schatten geworfenes Bild’, auch ‘Trugbild’ (17. Jh.). Schattenriß m. ‘schwarz ausgefüllte Umrißzeichnung eines Körpers nach seinem Schatten’ (17. Jh.). Schattenspiel n. Art des Puppenspiels, bei dem Schatten von Figuren auf eine beleuchtete, lichtdurchlässige Wand geworfen werden (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Schattenspiel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schattenspiel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schattenspiel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier muß doch auch sie flüchtig, als solcher Schatten im Schattenspiel heran. [Bölsche, Wilhelm: Das Leben der Urwelt, Leipzig: Dollheimer 1931 [1931], S. 330]
Ein Mord wird sichtbar – als Schattenspiel an einer grauen Wand. [Tucholsky, Kurt: Dr. Caligari. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1920]]
Mit Worten können Politiker für den eigenen Gebrauch Schattenspiele wirklicher Macht aufführen. [Die Zeit, 27.08.1976, Nr. 36]
Mit einer kleinen Gruppe führt sie historische Märchen als Schattenspiel auf. [Süddeutsche Zeitung, 24.06.1999]
Im Land des Schattenspiels weiß man selten genau, was gespielt wird. [Süddeutsche Zeitung, 05.06.1999]
Zitationshilfe
„Schattenspiel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schattenspiel>.

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