Schatz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schatzes · Nominativ Plural: Schätze
Aussprache
Wortbildung mit ›Schatz‹ als Erstglied: ↗Schatzamt · ↗Schatzbrief · ↗Schatzfund · ↗Schatzgräber · ↗Schatzkammer · ↗Schatzkanzler · ↗Schatzkästchen · ↗Schatzmeister · ↗Schatzsuche · ↗Schatzsucher · ↗Schatzwechsel · ↗Schätzchen · ↗Schätzel · ↗Schätzlein
 ·  mit ›Schatz‹ als Letztglied: ↗Altertumsschatz · ↗Bettschatz · ↗Bilderschatz · ↗Bildschatz · ↗Bodenschatz · ↗Brautschatz · ↗Buchschatz · ↗Bundesschatz · ↗Bücherschatz · ↗Drachenschatz · ↗Erfahrungsschatz · ↗Goldschatz · ↗Hausschatz · ↗Kirchenschatz · ↗Kronschatz · ↗Kulturschatz · ↗Kunstschatz · ↗Mahlschatz · ↗Museumsschatz · ↗Märchenschatz · ↗Naturschatz · ↗Sagenschatz · ↗Silberschatz · ↗Sprachschatz · ↗Staatsschatz · ↗Vokabelschatz · ↗Volksliedschatz · ↗Wortschatz · ↗Zitatenschatz
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
große Menge, Anhäufung von wertvollen Dingen, Kostbarkeiten
a)
besonders von Edelsteinen, Münzen und Gegenständen aus Edelmetallen
Beispiele:
ein riesiger, kostbarer, märchenhafter Schatz
ein Schatz von Gold und Silber, Edelsteinen, Perlen
der Bauer fand beim Pflügen einen Schatz römischer Münzen in seinem Acker
einen Schatz besitzen, hüten, verstecken, eingraben, vergraben, ausgraben, rauben
nach alter Sage liegt auf dem Grunde des Sees ein großer Schatz
der Schatz der Nibelungen
das würde ich für alle Schätze der Welt nicht tun, hergeben!
Marxismus der Zirkulation in der Form von Goldmünzen und Silbermünzen, Goldbarren und Silberbarren entzogenes Geld, das in der entwickelten Warenproduktion als Reservoir des Geldumlaufs dient
Beispiel:
im Kapitalismus ist der Schatz in den Banken konzentriert
b)
von seltenen und daher kostbaren Dingen, besonders Büchern, Kunstwerken, kulturgeschichtlich und naturgeschichtlich interessanten Materialien, umfangreiche, wertvolle Sammlung
Beispiele:
ein Schatz wertvoller Fachbücher, an altem Porzellan, Geräten aus der Bronzezeit, von antiken Skulpturen, impressionistischen Gemälden
die Bibliothek besitzt einen großen, kostbaren, reichen, seltenen Schatz von alten Handschriften und Inkunabeln
der Sammler breitete seine Schätze vor uns aus
die Schätze eines Museums, einer Bildergalerie
c)
übertragen große Menge, Fülle
Beispiele:
ein Schatz an, von Menschenkenntnis, Weisheit, Humor
er verfügt über einen reichen, seltenen, unschätzbaren, unvergleichlichen Schatz an praktischen Erfahrungen
ein köstlicher Schatz von Erinnerungen
2.
meist im Plural
Naturreichtum, Bodenschätze
Beispiele:
die Schätze des Bodens, Meeres, eines Gebirges
die wichtigsten Schätze des Landes sind seine riesigen Wälder und reichen Erdölvorkommen
3.
wertvoller Gegenstand, Kostbarkeit
a)
wertvoller Besitz
Beispiel:
der Brillantring, Konzertflügel war ihr kostbarster Schatz
etw., das in einer bestimmten Situation von großem Wert, sehr wichtig ist
Beispiel:
er fand ein Päckchen Zigaretten in seiner Tasche und teilte den Schatz mit den anderen Schiffbrüchigen
etw., das jmdm. sehr lieb und teuer ist
Beispiele:
der Junge holte einen Seeigel aus der Hosentasche und zeigte uns stolz seinen Schatz
sie kramt gerne in ihren Schätzen
bildlich
Beispiele:
die Tochter ist sein größter Schatz
jmd. hockt auf seinen Schätzen (= ist geizig)
b)
übertragen etw. außerordentlich Positives, Hochgeachtetes
Beispiele:
Freundschaft, Gesundheit, Begabung ist ein großer Schatz
ein musikalischer, literarischer Schatz
bildlich
Beispiel:
die Stationsschwester, neue Haushaltshilfe ist ein wahrer Schatz
4.
geliebter Mensch
Beispiel:
die Mutter hob ihren kleinen Schatz (= geliebtes Kind) aus dem Kinderwagen heraus
Anrede
Beispiele:
ruf mich doch bitte morgen an, Schatz!
auf Wiedersehen, mein Schatz, Schätzchen!
veraltend Geliebte, Geliebter, Freund, Freundin
Beispiele:
sie geht mit ihrem Schatz tanzen
er hat noch keinen Schatz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schatz · schatzen · schätzen · schätzbar · unschätzbar · Schätzung
Schatz m. ‘angehäufte Kostbarkeiten (besonders Schmuck, Edelsteine, Geld), Wertgegenstände, Reichtümer (vgl. Kunst-, Bodenschätze), geachtete, geliebte Person’, ahd. scaz ‘Münze, Geld, Reichtum’ (8. Jh.), mhd. scha(t)z ‘verarbeitetes Edelmetall, Geld und Gut, Reichtum, Tribut, Steuer, Wert, Preis’, asächs. skatt, mnd. schat, mnl. scat, nl. schat, aengl. sceatt, anord. skattr ‘Steuer, Schatz’, schwed. skatt, got. skatts ‘Münze, Geld’, afries. sket, schet, schat ‘Geld, Vieh’ (germ. *skatta-) haben keine außergerm. Verwandten und sind etymologisch ungeklärt. Die wohl älteste, im Afries. bezeugte Bedeutung ‘Vieh’ findet sich wieder in wahrscheinlich aus dem Germ. entlehntem aslaw. skotъ ‘Vieh, Haustier’, russ. skot (скот) ‘Vieh’, so daß man eine Entwicklung von ‘Vieh’ als Zeichen des Reichtums zu ‘Geld, Besitz’ annehmen kann (vgl. dazu lat. pecū ‘Vieh’ und pecūnia ‘Vermögen, Geld’, s. ↗Vieh und die dort dargestellte Entwicklung im Germ.). de Vries Nl. 609 f. (wo zahlreiche, letztlich nicht befriedigende Herleitungsversuche angeführt werden) erwägt, da Bedeutungen wie ‘Zins, Steuer’ dem Germ. fremde Begriffe seien, Rückführung der Formen auf ein östliches Wanderwort. Im 13. Jh. steht Schatz im Sinne von ‘niedergelegter, angehäufter Reichtum’ neben ↗Hort (s. d.) und wird im 15. Jh. Bezeichnung für ‘das Liebste, das größte Glück, den liebsten Menschen’. schatzen Vb. ‘Reichtümer ansammeln’ (bis ins 17. Jh.), ahd. scazzōn (9. Jh.), mhd. schatzen; die daneben im Mhd. bezeugte Bedeutung ‘besteuern, mit einer Abgabe belegen’ lebt weiter in dem Denominativum ↗brandschatzen (s. d.). schätzen Vb. ‘den Wert (eines Vermögens) beurteilen, taxieren, vermuten’, übertragen ‘achten, verehren’, mhd. schetzen ‘Geld abnehmen, besteuern, Lösegeld auferlegen, nach Wert oder Zahl veranschlagen, glauben, meinen’. schätzbar Adj. ‘so beschaffen, daß der Wert bestimmt, daß taxiert werden kann’ (17. Jh.); vgl. vom Substantiv abgeleitetes spätmhd. schazbære ‘kostbar’. unschätzbar Adj. ‘nicht taxierbar’ (17. Jh.), ‘sehr kostbar, außerordentlich wertvoll’ (16. Jh., besonders geläufig seit dem 18. Jh.). Schätzung f. ‘ungefähre Berechnung, Taxierung, Verehrung, Achtung’, mhd. schatzunge, schetzunge ‘Besteuerung, Taxierung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Herzallerliebster · ↗Herzblatt · ↗Liebste(r)  ●  ↗Darling  engl. · (du) Traum meiner schlaflosen Nächte  ugs., ironisch · ↗Augenstern  ugs. · ↗Babe  ugs., engl. · ↗Baby  ugs. · Beauty  ugs., engl. · ↗Bienchen  ugs. · ↗Biene  ugs. · ↗Bunny  ugs., engl. · ↗Bärchen  ugs. · ↗Engel  ugs. · ↗Engelchen  ugs. · Engelmaus  ugs. · Engelsschein  ugs. · ↗Flamme  ugs. · ↗Gummibärchen  ugs. · ↗Hase  ugs. · Hasi  ugs. · Hasibär  ugs. · Hasibärchen  ugs. · Hasili  ugs. · Hasimaus  ugs. · Hasipupsi  ugs. · ↗Herzbube  ugs. · ↗Herzchen  ugs. · Honey  ugs., engl. · Hübsche  ugs. · Kleine  ugs. · Kleiner  ugs. · Kleines  ugs. · ↗Knuddelbär  ugs. · Knuddelmaus  ugs. · Knufelbär  ugs. · Knuffel  ugs. · Knuffelchen  ugs. · Knuffelschatzi  ugs. · ↗Kuschelbär  ugs. · Kuschelbärchen  ugs. · ↗Kuschelhase  ugs. · Kuschelmaus  ugs. · Kuschelmäuschen  ugs. · Kuschelschnuppe  ugs. · Kuscheltiger  ugs. · Kuschli  ugs. · ↗Kätzchen  ugs. · ↗Liebchen  ugs. · ↗Liebesgöttin  ugs. · ↗Liebesperle  ugs. · ↗Liebling  ugs., Hauptform · ↗Maus  ugs. · Mausbär  ugs. · ↗Mausi  ugs. · ↗Mäuschen  ugs. · Mäusle  ugs. · Perlchen  ugs. · Puschi  ugs. · Puschibär  ugs. · ↗Püppchen  ugs. · Püppi  ugs. · Schatz  ugs. · Schatzi  ugs. · Schatzimaus  ugs. · Schatzimausi  ugs. · Schnubbi  ugs. · ↗Schnucke  ugs. · ↗Schnuckel  ugs. · ↗Schnuckelchen  ugs. · Schnuckelmausi  ugs. · Schnucki  ugs. · Schnuckiputzi  ugs. · ↗Schätzchen  ugs. · Schätzelein  ugs. · ↗Schöne  ugs. · ↗Schönheit  ugs. · ↗Sonnenschein  ugs. · ↗Spatz  ugs. · ↗Spätzchen  ugs. · ↗Süße  ugs. · Süßes  ugs. · ↗Teufelchen  ugs. · ↗Traummann  ugs. · ↗Traumprinz  ugs. · ↗Zuckerpuppe  ugs. · ↗Zuckerpüppchen  ugs. · ↗Zuckerschnecke  ugs. · ↗Zuckerschnute  ugs. · Zuckertäubchen  ugs. · ↗Zuckerwürfel  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Hort · ↗Juwel · ↗Kostbarkeit · Schatz · ↗Schmuckstück · ↗Vermögen · wertvoll(st)er Besitz  ●  ↗Kronjuwel(en)  fig. · ↗Kleinod  geh. · ↗Tafelsilber  ugs., fig.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Edelstein · ↗Juwel · ↗Klunker · ↗Schmuckstein · ↗Schmuckwerk · ↗Stein
  • (das angesparte) Kapital aufzehren · (sein) Vermögen aufzehren · die (letzten) Reserven angreifen  ●  (das) Tafelsilber verkaufen  variabel, fig. · (sein) letztes Hemd verkaufen (müssen)  fig. · ans Eingemachte gehen (müssen)  fig. · von der Substanz leben  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hüter Jäger Sierra Silbersee antik archäologisch aufbewahren bergen gehütet geraubt gesammelt heben horten hüten kostbar lagern lieb reich sagenhaft schlummern unermeßlich ungehoben verborgen vergraben verloren versteckt versunken wahr wertvoll

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schatz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und lohnender als der rohe Kampf ist es, gemeinsam mit anderen etwa nach Schätzen zu suchen.
Die Zeit, 14.03.1997, Nr. 12
Es handelt sich also nicht um einen exklusiven Schatz, eher um ein Puzzle, das richtig zusammengesetzt werden möchte.
konkret, 1991
Nein, das hat aufgehört und Du bist auch dafür, daß das anders wird, gell mein Schatz?
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 28.01.1945, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Die Butter läuft schon weg und was tust Du heute, mein Schatz?
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 12.04.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Und lasst uns sehen, ob es uns gelingt, etwas von seinen halb sagenhaften Schätzen für uns zu heben!
Peters, Carl: Im Goldland des Altertums, München: Lehmann 1902, S. 10
Zitationshilfe
„Schatz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schatz>, abgerufen am 16.12.2018.

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