Schaufenster, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungSchau-fens-ter
WortzerlegungschauenFenster
Wortbildung mit ›Schaufenster‹ als Erstglied: ↗Schaufensterauslage · ↗Schaufensterbeleuchtung · ↗Schaufensterbummel · ↗Schaufensterdekorateur · ↗Schaufensterdekoration · ↗Schaufensterfront · ↗Schaufensterpuppe · ↗Schaufensterreklame · ↗Schaufensterscheibe · ↗Schaufensterwettbewerb
eWDG, 1974

Bedeutung

zu einem Geschäft gehöriges großes Fenster, durch das die Straßenpassanten die dahinter ausgestellten Waren betrachten können
Beispiele:
ein hell erleuchtetes, geschmackvoll dekoriertes, originell gestaltetes Schaufenster
hell erleuchtete, volle Schaufenster
ein Schaufenster betrachten
die Auslagen in einem Schaufenster mustern, bewundern
das Schaufenster einer Bäckerei, Buchhandlung, eines Kaufhauses, Warenhauses
die Diebe hatten das Schaufenster eingedrückt, eingeschlagen
bildlich
Beispiel:
die Frankfurter Messe ist ein Schaufenster der Welt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schauen · Schau · Schauer · anschauen · anschaulich · veranschaulichen · Anschauung · beschauen · Beschauer · beschaulich · zuschauen · Zuschauer · Schaufenster · Schauplatz · Schauspiel · Schauspieler · schauspielern
schauen Vb. ‘den Blick auf etw. richten, betrachten, achtgeben, sich kümmern um, innerlich erblicken, erfassen, erkennen’, ahd. scouwōn (8. Jh.), mhd. schouwen, asächs. skauwon, mnd. schouwen, schau(w)en, mnl. scouwen, nl. schouwen, aengl. scēawian, engl. to show (germ. *skauwōn). Verwandt sind weiter (unsicheres) got. unskaus (für *usskaus?) ‘nüchtern, vorsichtig’ (d. i. -skaus ‘schauend’), griech. thyoskóos (θυοσκόος, aus *-σκοϜός) ‘Opferschauer’ sowie das unter ↗schön (s. d.) behandelte Adjektiv, auch (ablautend) anord. skoða ‘schauen, untersuchen’, schwed. skåda und (mit nord. Entwicklung zum Guttural) anord. skygn ‘scharfsehend, klug’, skygna ‘schauen, spähen’. Alle Formen lassen sich auf eine mit s- anlautende Variante ie. *skeu- der Wurzel ie. *kē̌u- ‘worauf achten, beobachten, schauen’, auch ‘hören, fühlen, merken’ (wozu ↗hören, s. d. weitere Verwandte) zurückführen. Schau f. ‘(prüfendes) Ansehen, intuitives Erleben, Erfassen, Blickpunkt, Sichtweise’, mhd. schouwe, schowe, schou ‘suchendes, prüfendes Schauen’ (erhalten in Brautschau), ‘Blick, das Anschauen, Anblick, was angesehen wird, Gestalt’ (bis ins 17. Jh. auch m.); vgl. die Wendungen zur Schau stellen, zur Schau tragen ‘öffentlich zeigen, vorführen’ (18. Jh.). In neuerer Zeit (unter dem Einfluß von engl. show) häufig in Komposita für ‘Ausstellung’ (Blumen-, Leistungs-, Moden-, Tierschau) oder für eine ‘öffentliche, auf optische Wirkung ausgerichtete Veranstaltung’ (Bühnen-, Fernseh-, Superschau). In der Folge tritt das Simplex Schau oft für aus dem Engl. entlehntes ↗Show (s. d.) ein. Schauer m. ‘Betrachter, Besichtiger, Prüfer’, ahd. scouwāri (um 1000), mhd. schouwære, schower ‘Betrachter, Münzprüfer, Fleischbeschauer’, frühnhd. auch ‘Seher, Prophet’. anschauen Vb. ‘ansehen, prüfend betrachten’, ahd. anascouwōn (9. Jh.), mhd. aneschouwen; anschaulich Adj. ‘leicht, optisch gut vorstellbar, bildhaft’, mhd. anschouwelich ‘in religiöse Betrachtung versunken’; veranschaulichen Vb. ‘durch Bilder, Vergleiche u. dgl. vorstellbar, deutlich machen’ (um 1800); Anschauung f. ‘das Sehen, Anblick’ (15. Jh.), ‘Betrachtungsweise, Vorstellung, Gesichtspunkt, Meinung’ (18. Jh.), ahd. anascouwunga ‘das Ausschauhalten, geistige Betrachtung’ (8. Jh.), mhd. anschouwunge ‘geistige, kontemplative Betrachtung’. beschauen Vb. ‘(prüfend, eingehend) betrachten, besehen’, ahd. biscouwōn ‘schauen, (an)sehen, berücksichtigen’ (8. Jh.), mhd. beschouwen; Beschauer m. ‘Prüfer’, ahd. biscouwāri ‘Betrachter, Beobachter’ (10. Jh.), mhd. beschouwære ‘(obrigkeitlicher) Besichtiger, Prüfer’; beschaulich Adj. ‘betrachtend, kontemplativ’, spätmhd. beschouwelich; vgl. bes. beschawlich leben (1460). zuschauen Vb. ‘den Blick auf einen Punkt richten, hin-, zusehen’ (16. Jh.); Zuschauer m. ‘wer auf etw. hinsieht, einer Vorführung zusieht’ (16. Jh.). Schaufenster n. ‘Fenster, in dem etw. zur öffentlichen Ansicht ausgestellt wird’ (19. Jh.). Schauplatz m. ‘öffentlicher Platz, auf dem Schauspiele aufgeführt werden, Theater’ (16. Jh.), ‘Platz, auf dem sich etw. abspielt, wo etw. geschieht’ (17. Jh.), vgl. Kriegsschauplatz. Schauspiel n. ‘jedes vor Zuschauern öffentlich gezeigte Spiel’, bes. ‘dramatische Dichtung und deren szenische Aufführung’ (Ende 15. Jh.), neben häufigerem Komödie, Tragödie; vom 18. Jh. an geläufig und Lustspiel und Trauerspiel ausdrücklich zusammenfassend. Schauspieler m. ‘wer in szenischen Aufführungen auftritt’ (16. Jh.), danach ‘darstellende Person auf dem Theater’, neben ↗Komödiant (s. d.), dieses jedoch vom 18. Jh. an zurückdrängend. schauspielern Vb. ‘anderen etw. vormachen, vortäuschen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Auslage
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apotheke Auslagen Boutiquen Buchhandlung Buchhandlungen Buchläden Dekoration Juweliers Kaufhauses Läden Schaufenster Schild Warenhauses ausgehängt ausgestellt beleuchteten bummeln dekoriert dekorierten drapiert eingeworfen erleuchteten kleben prangt schmücken verbarrikadiert vernagelt zerschlagen zertrümmert zieren

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vom Cover seines neuen Buches grüßt uns der unerreichbare Star lächelnd aus dem Schaufenster.
Die Welt, 12.10.2002
Nur in einem der Schaufenster gibt es noch etwas Leben.
Der Tagesspiegel, 06.05.1999
Durch das Schaufenster sah ich die wartenden Gruppen vor der Kapelle.
Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 11
Waren, die im täglichen Gebrauch nicht zusammengehören, stelle man auch im Schaufenster nicht nebeneinander.
Schalcher, Traugott: Die Reklame der Straße, Wien: C. Barth 1927, S. 378
Zitationshilfe
„Schaufenster“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schaufenster>, abgerufen am 21.11.2017.

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