Schaukampf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schaukampf(e)s · Nominativ Plural: Schaukämpfe
WorttrennungSchau-kampf
WortzerlegungSchauKampf
DWDS-Vollartikel, 2017

Bedeutungen

1.
Sport sportlicher (Wett)kampf außerhalb von Turnieren, der ausschließlich zur Unterhaltung des Publikums ausgetragen wird
Beispiele:
Bei einzelnen Schaukämpfen [im Tennis] geht es um die Unterhaltung der Zuschauer, bei einem Turnier aber will keiner der älter gewordenen Stars verlieren. [Welt am Sonntag, 08.09.2002]
Die Französin, die das Turnier bereits 2001 gewonnen hatte, trat am Sonntag zur Unterhaltung der Zuschauer mit Tickets für das Endspiel zu einem Schaukampf gegen die Russin Anastasia Myskina an. [Neue Zürcher Zeitung, 10.05.2004]
[…] Zwei Shaolin-Mönche liefern sich einen Schaukampf im »Theater des Westens« (Charlottenburg). [Bild, 16.07.2002]
Garri Kasparow, der russische PCA-Schachweltmeister, hat einen Schaukampf in Sofia mit 4:0 gegen den Bulgaren Wesselin Topalow gewonnen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.05.1998]
Die Weltmeisterin Helene Mayer und Ungarns Meisterin Baby Dany führten einen Schaukampf [im Fechten] vor. […] Beide Fechterinnen wurden stürmisch gefeiert. [Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 05.03.1929]
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: einen Schaukampf austragen, bestreiten, gewinnen
in Präpositionalgruppe/-objekt: jmdn. in einem Schaukampf besiegen
2.
übertragen vor allem um die Gunst des Publikums geführte (politische, intellektuelle) Auseinandersetzung; Scheingefecht
Beispiele:
Die Männer lieferten sich Schaukämpfe, schlugen verbal aufeinander ein und ich stand fassungslos da. [Der Tagesspiegel, 05.10.2003]
Politisch war die Auseinandersetzung zudem bis zuletzt ein Schaukampf zwischen Präsident Obama und John Boehner, dem mächtigen Chef der Republikaner im Repräsentantenhaus[…]. Obama wollte sich als Mann der Mitte profilieren, der den Kompromiss sucht. [Süddeutsche Zeitung, 09.04.2011]
Die Protagonisten sind erstaunlicherweise keine Einheimischen, sondern Deutsche, zwei Autofirmen, die hier einen Schaukampf um den Antrieb der Zukunft austragen: BMW und Daimler-Chrysler. [Die Welt, 26.09.2001]
Wie wenig es aber bei den rhetorischen Schaukämpfen [der beiden Präsidentschaftskandidaten] um Steuern, Krankenversicherung, Altersvorsorge […] geht, hatte zuvor ein Mitarbeiter John F. Kennedys bestätigt. Richard N. Goodwin erinnerte sich in der »New York Times«, daß sein Chef ihm auftrug: »Denke daran, Dick, daß ich keine Politik betreiben will. Ich will Stimmen fangen.« [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.10.2000]
Alle sprechen sie gegenwärtig von dieser Partei [der NPD] […], über deren angemessene politische Bekämpfung sich die Strategen der Bonner Parteien fast täglich öffentliche Schaukämpfe liefern, über die allein in diesem Jahr zehn Bücher auf den Markt kommen. [Die Zeit, 29.08.1969, Nr. 35]
Kollokation:
mit Adjektivattribut: ideologische, öffentliche, politische, rhetorische, ritualisierte Schaukämpfe

Thesaurus

Synonymgruppe
Schaukampf · ↗Scheingefecht
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Computer Franzose Kulisse Turnier Weltranglistenerste absagen absolvieren antreten aufführen austragen besiegen bestreiten bloß geplant ideologisch inszenieren liefern organisieren politisch rein rhetorisch rituell veranstalten vorführen vorgesehen zuziehen öffentlich übertragen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schaukampf‹.

Zitationshilfe
„Schaukampf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schaukampf>, abgerufen am 11.12.2019.

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