Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schaukel, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schaukel · Nominativ Plural: Schaukeln
Aussprache 
Worttrennung Schau-kel
Wortbildung  mit ›Schaukel‹ als Erstglied: Schaukelbrett · Schaukelgerüst · Schaukelreck
 ·  mit ›Schaukel‹ als Letztglied: Affenschaukel · Eierschaukel · Hollywoodschaukel · Hämorrhoidenschaukel · Luftschaukel · Schifflischaukel · Schiffschaukel · Schiffsschaukel · Schischaukel · Skischaukel · Wippschaukel · Überschlagschaukel · Überschlagsschaukel
eWDG

Bedeutung

Spielgerät und Turngerät, besonders für Kinder, das aus einem an zwei verstellbaren Seilen oder Ketten frei hängenden Sitz besteht, auf dem man sich hin- und herschwingen kann
Beispiele:
eine Schaukel auf dem Kinderspielplatz, im Garten anbringen, aufhängen
eine Schaukel (= Schaukelgerüst) errichten, aufstellen
ein Kind setzt, schwingt sich auf die Schaukel
er hebt das Kind auf, in die Schaukel
die Affen turnten an der Schaukel, schwangen sich mit der Schaukel hin und her
salopp, abwertend, bildlich altes, minderwertiges Fahrzeug
Beispiel:
wo hast du denn die alte Schaukel (von einem Auto, Boot) aufgegabelt?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaukel · schuckeln · schaukeln · verschaukeln · Schaukelpferd · Schaukelstuhl
Schaukel f. ‘an Seilen frei aufgehängter Sitz, der schwingend hin- und herbewegt wird’ (17. Jh.), älter Schuckel (Luther). Die heutige Form geht wohl auf eine nd. (nachträglich diphthongierte) Form mit gelängtem ū (vgl. ostfries. Schukel und Schūkel) zurück. Zugrunde liegt ein durch iteratives l erweiterter Wortstamm, dessen ursprünglicher Vokal o zu u gesenkt ist, vgl. mhd. schoc, schuc ‘schaukelnde Bewegung, Schaukel, Windstoß’, asächs. skok, skokka, mnd. schocke, schucke ‘Schaukel’, nl. schok ‘Stoß, Schlag’ und das Verb mhd. schocken, schucken, mnd. schocken, nd. schokken, schukken ‘stoßen, schütteln, in schaukelnder Bewegung sein’, mit iterativer l-Erweiterung frühnhd. schockelen, schückeln (Luther) sowie noch heute übliches schuckeln Vb. ‘schaukeln, rütteln’ (s. auch schunkeln und Schock1 m.). Weitere Herkunft ungeklärt. schaukeln Vb. ‘(sich) auf der Schaukel bewegen, sich schwingend bewegen, wiegend tanzen’ (17. Jh.). verschaukeln Vb. ‘die Zeit mit Schaukeln verbringen’ (19. Jh.), heute nur in übertragenem Sinne ‘irreführen, hintergehen, im Stich lassen’ (20. Jh.), eigentlich wohl, ausgehend vom Hin und Her der Bewegung, ‘jmdn. im Ungewissen lassen’. Schaukelpferd n. (18. Jh.). Schaukelstuhl m. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gautsche  süddt. · Hutsche  österr., bayr. · Schaukel  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schaukel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schaukel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schaukel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Schaukel habe er im Garten verschoben, um überall den Rasen mähen zu können. [Die Zeit, 10.10.2013, Nr. 41]
Aber es ist noch nicht fertig, die deutschen Dinge kommen ins Schaukeln, es hört gar nicht auf. [Die Zeit, 03.08.2005, Nr. 31]
Wenn ich jemandem etwas antun will, gehe ich mit ihm in eine der großen Schaukeln und zeige ihm die Umgebung. [Die Zeit, 29.09.2004, Nr. 40]
Die Kurse sitzen weiter auf der Schaukel, eine eindeutige Tendenz vermag sich nicht durchzusetzen. [Die Zeit, 14.11.1986, Nr. 47]
Sie stand auf und stieg auf die Schaukel, an einer der Stangen sich haltend. [Schaeffer, Albrecht: Helianth II, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 443]
Zitationshilfe
„Schaukel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schaukel>.

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