Schaukelstuhl, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSchau-kel-stuhl
WortzerlegungschaukelnStuhl1
eWDG, 1974

Bedeutung

Stuhl mit nach oben gebogenen Kufen, auf dem man hin- und herschaukeln kann
Beispiele:
im Schaukelstuhl sitzen
mit dem Schaukelstuhl schaukeln
sich im Schaukelstuhl wiegen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaukel · schuckeln · schaukeln · verschaukeln · Schaukelpferd · Schaukelstuhl
Schaukel f. ‘an Seilen frei aufgehängter Sitz, der schwingend hin- und herbewegt wird’ (17. Jh.), älter Schuckel (Luther). Die heutige Form geht wohl auf eine nd. (nachträglich diphthongierte) Form mit gelängtem ū (vgl. ostfries. Schukel und Schūkel) zurück. Zugrunde liegt ein durch iteratives l erweiterter Wortstamm, dessen ursprünglicher Vokal o zu u gesenkt ist, vgl. mhd. schoc, schuc ‘schaukelnde Bewegung, Schaukel, Windstoß’, asächs. skok, skokka, mnd. schocke, schucke ‘Schaukel’, nl. schok ‘Stoß, Schlag’ und das Verb mhd. schocken, schucken, mnd. schocken, nd. schokken, schukken ‘stoßen, schütteln, in schaukelnder Bewegung sein’, mit iterativer l-Erweiterung frühnhd. schockelen, schückeln (Luther) sowie noch heute übliches schuckeln Vb. ‘schaukeln, rütteln’ (s. auch ↗schunkeln und ↗Schock m.). Weitere Herkunft ungeklärt. schaukeln Vb. ‘(sich) auf der Schaukel bewegen, sich schwingend bewegen, wiegend tanzen’ (17. Jh.). verschaukeln Vb. ‘die Zeit mit Schaukeln verbringen’ (19. Jh.), heute nur in übertragenem Sinne ‘irreführen, hintergehen, im Stich lassen’ (20. Jh.), eigentlich wohl, ausgehend vom Hin und Her der Bewegung, ‘jmdn. im Ungewissen lassen’. Schaukelpferd n. (18. Jh.). Schaukelstuhl m. (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Sessel Terrasse Veranda berühmt hölzern leer sitzen wiegen wippen zurücklehnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schaukelstuhl‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wahnsinnig viel Platz gibt es allerdings nicht, ein Schaukelstuhl passt nicht hinein.
Die Zeit, 07.04.2008, Nr. 14
Wenn er uns besucht, redet er nur wenig und verträumt den Tag im Schaukelstuhl.
o. A.: Das Preisrätsel für Denker. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 2000 [1999]
So etwas bekommt man normalerweise erst, wenn man tot ist oder zumindest im Schaukelstuhl sitzt.
Der Spiegel, 23.04.2001
Was trieb den Erfinder des Schaukelstuhles einst zu seinem Werke?
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 136
Der Schaukelstuhl stand still und die Katze sprang zu Boden.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 75
Zitationshilfe
„Schaukelstuhl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schaukelstuhl>, abgerufen am 21.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schaukelringe
Schaukelreck
Schaukelpolitik
Schaukelpferd
schaukeln
Schaukler
schauklig
Schaukurve
Schaulauf
schaulaufen