Schaum, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schaum(e)s · Nominativ Plural: Schäume
Aussprache
Wortbildung mit ›Schaum‹ als Erstglied: ↗Schaumbad · ↗Schaumbeton · ↗Schaumbildung · ↗Schaumblase · ↗Schaumgebäck · ↗Schaumglas · ↗Schaumgold · ↗Schaumgummi · ↗Schaumkamm · ↗Schaumkelle · ↗Schaumkonfekt · ↗Schaumkopf · ↗Schaumkraft · ↗Schaumkraut · ↗Schaumkrone · ↗Schaumkuss · ↗Schaumleder · ↗Schaumlöffel · ↗Schaumlöscher · ↗Schaumlöschgerät · ↗Schaumperle · ↗Schaumreiniger · ↗Schaumreinigung · ↗Schaumrolle · ↗Schaumschläger · ↗Schaumstoff · ↗Schaumwein · ↗Schaumwäsche · ↗schaumartig · ↗schaumbildend · ↗schaumgeboren · ↗schaumgebremst
 ·  mit ›Schaum‹ als Letztglied: ↗Abschaum · ↗Bierschaum · ↗Eierschaum · ↗Eischaum · ↗Meerschaum · ↗Rasierschaum · ↗Seifenschaum · ↗Wellenschaum
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
lockere Zusammenballung von mit Luft, Gas gefüllten Bläschen, oft auf einer Flüssigkeit
Beispiele:
luftiger, lockerer, dichter, flockiger, sahniger Schaum
der weiße Schaum der Wellen, des Bieres
der Schaum auf dem Bier, der Seifenlauge
Schaum bildet sich, entsteht auf der Oberfläche einer Flüssigkeit
der Schaum verschwindet, zergeht, zerrinnt
der Schaum der Brandung spritzt hoch auf
das Kind spielte mit den Flocken des Schaumes
den Schaum vom Seifenwasser abschöpfen, von der Brause, dem Bier abtrinken
(chemischen) Schaum zum Feuerlöschen verwenden
Eiweiß zu Schaum schlagen
bildlich
Beispiel:
jmd. schlägt Schaum (= blendet durch große Reden, Prahlerei)
Geifer
Beispiele:
dem Pferd flog der Schaum ums Maul
wenn er einen Wutanfall bekam, trat ihm der Schaum vor den Mund
der Epileptiker hatte Schaum auf den Lippen
2.
übertragen Trugbild, Phantasiegebilde, Schein
Beispiele:
sprichwörtlich Träume sind Schäume
Hat man aber an einem Gleichnis alles, was vielleicht wahr sein könnte, von dem getrennt, was nur Schaum ist [MusilMann607]
Mein Lieben war nur Dunst und Schaum [Droste-Hülsh.553]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaum · schäumen · schaumig · Schaumwein · Abschaum · abschäumen
Schaum m. ‘lockeres Gefüge aus Luftbläschen und kleinen Substanzteilchen’, ahd. scūm (11. Jh.), mhd. schūm, schoum, mnd. schūm, mnl. scūme, scuum, nl. schuim. Herkunft ungewiß. Geht man von einer Bedeutung ‘das (eine Flüssigkeit) Bedeckende’ aus (s. unten Abschaum, abschäumen), so können die Formen als germ. Bildungen mit m-Suffix zur Ablautstufe ie. *(s)kū- der unter ↗Scheune (s. d.) genannten Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə- ‘bedecken, umhüllen’ aufgefaßt werden. schäumen Vb. ‘Schaum bilden’, ahd. scūmen (9. Jh.), mhd. schūmen, seit dem 14. Jh. auch umgelautet schöumen. schaumig Adj. ‘voller Schaum, aus Schaum bestehend’ (16. Jh.), schumig (15. Jh.). Schaumwein m. mit Kohlensäure versetzter und daher ‘moussierender Wein’ (18. Jh.), nach frz. vin mousseux. Abschaum m. ‘was sich beim Kochen, Schmelzen u. dgl. auf Flüssigkeiten an Luftbläschen und Substanzteilchen absetzt und als wertlos entfernt wird’ (18. Jh.); früher bezeugt in übertragener Verwendung für ‘minderwertiger, übelster Teil der Menschheit’ (Ende 15. Jh.); gebildet im Anschluß an abschäumen Vb. ‘Schaum abschöpfen’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bier Bierglas Blase Brandung Cappuccino Creme Feuerlöscher Gel Gelee Gischt Maul Milchkaffee Mund Pulver Traum abschöpfen bedecken besprühen cremig duftend feinporig gebremst luftig löschen metallisch sahnig spritzen syntaktisch weißlich wischen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schaum‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Kuchen wird bei 250 Grad 10 bis 15 Minuten gebacken, bis der Schaum etwas braun geworden ist.
Die Zeit, 12.06.2012, Nr. 17
Dieser Schaum habe damals als besonders köstlicher Teil des Getränkes gegolten, schreiben die Forscher.
Der Tagesspiegel, 19.07.2002
Er wischte sich mit dem Rücken einer großen und schweren Hand den Schaum vom Bart.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 371
Er schrie und krümmte sich, schlug mit den Armen um sich, hatte Schaum vor dem Mund.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 218
Dann war die trübe, zerwühlte See weit und breit mit Schaum bedeckt.
Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 1007
Zitationshilfe
„Schaum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schaum>, abgerufen am 20.10.2019.

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