Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schauspieler, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schauspielers · Nominativ Plural: Schauspieler
Aussprache 
Worttrennung Schau-spie-ler
Wortzerlegung schauspielen -er
Wortbildung  mit ›Schauspieler‹ als Erstglied: Schauspielerbande · Schauspielerbegabung · Schauspielerberuf · Schauspielerin · Schauspielertalent · schauspielerisch
 ·  mit ›Schauspieler‹ als Letztglied: Amateurschauspieler · Berufsschauspieler · Filmschauspieler · Hofschauspieler · Laienschauspieler · Nachwuchsschauspieler · Provinzschauspieler · Schmierenschauspieler · Starschauspieler · Theaterschauspieler · Volksschauspieler · Vollblutschauspieler
 ·  mit ›Schauspieler‹ als Grundform: Schauspielerei
eWDG

Bedeutungen

1.
jmd., der nach einer entsprechenden Ausbildung (an einer Hochschule) auf der Bühne, im Film bestimmte Rollen darstellt
Beispiele:
jmd. möchte Schauspieler werden, ist (von Beruf) Schauspieler
er ist ein routinierter, wandlungsfähiger, berühmter, genialer Schauspieler
das Publikum dankte den Schauspielern mit herzlichem Applaus
2.
abwertend, übertragen jmd., der sich verstellen kann, Heuchler
Beispiele:
er ist ein raffinierter Schauspieler
du kannst mir nichts vormachen, du bist ein schlechter Schauspieler!
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schauen · Schau · Schauer1 · anschauen · anschaulich · veranschaulichen · Anschauung · beschauen · Beschauer · beschaulich · zuschauen · Zuschauer · Schaufenster · Schauplatz · Schauspiel · Schauspieler · schauspielern
schauen Vb. ‘den Blick auf etw. richten, betrachten, achtgeben, sich kümmern um, innerlich erblicken, erfassen, erkennen’, ahd. scouwōn (8. Jh.), mhd. schouwen, asächs. skauwon, mnd. schouwen, schau(w)en, mnl. scouwen, nl. schouwen, afries. skāwia, skōwia, aengl. scēawian, engl. to show (germ. *skauwōn). Verwandt sind weiter (unsicheres) got. unskaus (für *usskaus?) ‘nüchtern, vorsichtig’ (d. i. -skaus ‘schauend’), griech. thyoskóos (θυοσκόος, aus *-σκοϝός) ‘Opferschauer’ sowie das unter schön (s. d.) behandelte Adjektiv, auch (ablautend) anord. skoða ‘schauen, untersuchen’, schwed. skåda und (mit nord. Entwicklung zum Guttural) anord. skygn ‘scharfsehend, klug’, skygna ‘schauen, spähen’. Alle Formen lassen sich auf eine mit s- anlautende Variante ie. *skeu- der Wurzel ie. *kē̌u- ‘worauf achten, beobachten, schauen’, auch ‘hören, fühlen, merken’ (wozu hören, s. d. weitere Verwandte) zurückführen. – Schau f. ‘(prüfendes) Ansehen, intuitives Erleben, Erfassen, Blickpunkt, Sichtweise’, mhd. schouwe, schowe, schou ‘suchendes, prüfendes Schauen’ (erhalten in Brautschau), ‘Blick, das Anschauen, Anblick, was angesehen wird, Gestalt’ (bis ins 17. Jh. auch m.); vgl. die Wendungen zur Schau stellen, zur Schau tragen ‘öffentlich zeigen, vorführen’ (18. Jh.). In neuerer Zeit (unter dem Einfluß von engl. show) häufig in Komposita für ‘Ausstellung’ (Blumen-, Leistungs-, Moden-, Tierschau) oder für eine ‘öffentliche, auf optische Wirkung ausgerichtete Veranstaltung’ (Bühnen-, Fernseh-, Superschau). In der Folge tritt das Simplex Schau oft für aus dem Engl. entlehntes Show (s. d.) ein. Schauer1 m. ‘Betrachter, Besichtiger, Prüfer’, ahd. scouwāri (um 1000), mhd. schouwære, schower ‘Betrachter, Münzprüfer, Fleischbeschauer’, frühnhd. auch ‘Seher, Prophet’. anschauen Vb. ‘ansehen, prüfend betrachten’, ahd. anascouwōn (9. Jh.), mhd. aneschouwen; anschaulich Adj. ‘leicht, optisch gut vorstellbar, bildhaft’, mhd. anschouwelich ‘in religiöse Betrachtung versunken’; veranschaulichen Vb. ‘durch Bilder, Vergleiche u. dgl. vorstellbar, deutlich machen’ (um 1800); Anschauung f. ‘das Sehen, Anblick’ (15. Jh.), ‘Betrachtungsweise, Vorstellung, Gesichtspunkt, Meinung’ (18. Jh.), ahd. anascouwunga ‘das Ausschauhalten, geistige Betrachtung’ (8. Jh.), mhd. anschouwunge ‘geistige, kontemplative Betrachtung’. beschauen Vb. ‘(prüfend, eingehend) betrachten, besehen’, ahd. biscouwōn ‘schauen, (an)sehen, berücksichtigen’ (8. Jh.), mhd. beschouwen; Beschauer m. ‘Prüfer’, ahd. biscouwāri ‘Betrachter, Beobachter’ (10. Jh.), mhd. beschouwære ‘(obrigkeitlicher) Besichtiger, Prüfer’; beschaulich Adj. ‘betrachtend, kontemplativ’, spätmhd. beschouwelich; vgl. besonders beschawlich leben (1460). zuschauen Vb. ‘den Blick auf einen Punkt richten, hin-, zusehen’ (16. Jh.); Zuschauer m. ‘wer auf etw. hinsieht, einer Vorführung zusieht’ (16. Jh.). Schaufenster n. ‘Fenster, in dem etw. zur öffentlichen Ansicht ausgestellt wird’ (19. Jh.). Schauplatz m. ‘öffentlicher Platz, auf dem Schauspiele aufgeführt werden, Theater’ (16. Jh.), ‘Platz, auf dem sich etw. abspielt, wo etw. geschieht’ (17. Jh.), vgl. Kriegsschauplatz. Schauspiel n. ‘jedes vor Zuschauern öffentlich gezeigte Spiel’, besonders ‘dramatische Dichtung und deren szenische Aufführung’ (Ende 15. Jh.), neben häufigerem Komödie, Tragödie; vom 18. Jh. an geläufig und Lustspiel und Trauerspiel ausdrücklich zusammenfassend. Schauspieler m. ‘wer in szenischen Aufführungen auftritt’ (16. Jh.), danach ‘darstellende Person auf dem Theater’, neben Komödiant (s. d.), dieses jedoch vom 18. Jh. an zurückdrängend. schauspielern Vb. ‘anderen etw. vormachen, vortäuschen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Akteur · Darsteller · Mime · Schauspieler  ●  Schmierenkomödiant  derb, abwertend
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Komparse · Statist
  • Double · Ersatzdarsteller
  • Filmschauspieler
  • Mario Girotti (bürgerlich) · Terence Hill
  • Bud Spencer · Carlo Pedersoli (bürgerlich)
  • Greta Garbo · Greta Lovisa Gustafsson  ●  (die) Göttliche ugs. · (die) Traumprinzessin der Ewigkeit ugs. · (die) schwedische Sphinx ugs.
  • Dick und Doof · Laurel und Hardy · Stan & Ollie · Stan Laurel und Oliver Hardy
  • (der) Mann, der niemals lachte · Buster Keaton
  • (der) King of Rock'n Roll · Elvis Presley  ●  Elvis ugs. · der King ugs.
  • Bühnenkünstler · Theaterschauspieler
  • Curd Jürgens  ●  (der) normannische Kleiderschrank ugs.
  • Laiendarsteller · Laienschauspieler
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schauspieler‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schauspieler‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schauspieler‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber mit den Schauspielern hat er so etwas nie gemacht. [Müller, Heiner: Ich wünsche mir Brecht in der Peep-Show. In: “Zur Lage der Nation“, Berlin: Rotbuch-Verl. 1990 [1988], S. 64]
Nach zwei Stunden waren sie am Hause des Schauspielers angekommen. [Sinn und Form, 1985, Nr. 2, Bd. 37]
Unverdrossen fuhr er fort, sich für einen guten Schauspieler zu halten. [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 139]
Immerhin seien die antiken Schauspieler mehr wert gewesen als die jetzigen Mimen. [Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 466]
Der Part gilt doch immer noch als höchste Auszeichnung für einen Schauspieler. [Der Spiegel, 22.07.1996]
Zitationshilfe
„Schauspieler“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schauspieler>.

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