Scheelsucht, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungScheel-sucht (computergeneriert)
WortzerlegungscheelSucht
Wortbildung mit ›Scheelsucht‹ als Erstglied: ↗scheelsüchtig
eWDG, 1974

Bedeutung

Neid, Missgunst
Beispiele:
er wusste sich von ihr durchschaut und sah sie seitdem oft heimlich mit Scheelsucht (= misstrauen, Argwohn) an
daß sich in ihre Gefühle kein Neid und keine Scheelsucht mischten [WerfelMusa Dagh47]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scheel · scheeläugig · scheelsüchtig · Scheelsucht
scheel Adj. ‘abschätzig, mißtrauisch, neidisch’ beruht auf mnd. schēl(e) ‘schielend’ (eigentlich ‘schiefäugig, schief, von der Seite her’), das durch Luthers Gebrauch in die Literatursprache aufgenommen wird. Daneben stehen ahd. skelah (8. Jh.), mhd. schelch, schel, schelwe ‘schielend, quer, schief, krumm’, aengl. sceol und (mit grammatischem Wechsel) anord. skjalgr, aschwed. skiœlgher. Das mit dem Suffix ie. -ko- (germ. -ha- in *skelha-) gebildete Adjektiv stellt sich mit griech. skélos (σκέλος) ‘Schenkel, Bein’, skoliós (σκολιός) ‘krumm, gebogen, verdreht, ungerecht’, lat. scelus ‘Bosheit, Verruchtheit, Verbrechen’ zur Wurzel ie. *(s)kel- ‘biegen, anlehnen, krumm, verkrümmt’ (auch moralisch). Dazu gehören auch (ohne anlautendes s und ablautend) aind. káṭakaḥ ‘Armband, Ring’, griech. kyllós (κυλλός) ‘verkrüppelt, verstümmelt’, lit. (mit k-Suffix) kul̃nas (aus *kulkn-) ‘Ferse, Hacke’, kslaw. klъka ‘Kniekehle’, serbokr. kȕka ‘Hüfte’. Heute vorwiegend in festen Verbindungen wie mit scheelen Augen ansehen (vgl. mhd. mit schilhen ougen), jmdn. scheel ansehen ‘mißgünstig, neidisch betrachten’ (16. Jh.), eigentlich ‘mit schielendem Blick, von der Seite her’. scheeläugig Adj. ‘schielend, neidisch’, scheeläugicht (16. Jh.). scheelsüchtig Adj. ‘neidisch, mißgünstig’, scheelsichtig (17. Jh.), Scheelsucht f. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Eifersucht · ↗Missgunst · ↗Neid  ●  Scheelsucht  veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was diese Buben gegen ihn, den einen, aus Neid und Scheelsucht vermochten, konnte er um der Kunst willen gegen sie alle.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 964
Ist nicht schrecklich viel Scheelsucht bei der Konstruktion dieses Generationenproblems mit im Spiel?
Die Zeit, 24.02.1964, Nr. 08
Zitationshilfe
„Scheelsucht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scheelsucht>, abgerufen am 18.09.2019.

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