Scheiße, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Scheiße · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungSchei-ße
Wortbildung mit ›Scheiße‹ als Erstglied: ↗Scheißhaufen · ↗Scheißhaus  ·  mit ›Scheiße‹ als Grundform: ↗Scheiß · ↗scheiß-1 · ↗scheiße
eWDG, 1974

Bedeutung

vulgär
1.
Ausscheidungsprodukt des Darms, Exkrement
Beispiel:
ein Haufen Scheiße
bildlich
Beispiele:
so richtig in der Scheiße sitzen (= Unglück, Pech haben) (= in einer Notlage sein)
jmdn. durch die Scheiße ziehen (= schlechtmachen, verleumden)
2.
abwertend, übertragen etw. Wertloses, Minderwertiges
a)
Beispiele:
diese Andenken sind Scheiße
der Radiergummi ist Scheiße, er verschmiert nur das Blatt
b)
unangenehme Angelegenheit, Sache
Beispiele:
hoffentlich ist diese Scheiße bald vorbei!
was geht denn dich die ganze Scheiße an?
c)
drückt starke Ablehnung, Verärgerung, großen Überdruß aus
Beispiele:
alles ist Scheiße!
nur noch Scheiße sagen (= verzweifelt sein)
Krieg [ist] Scheiße [BrechtMachard3]
zu jedem Ding Scheiße und Bockmist sagen [KaschnitzLange Schatten111]
Mir ist das so Scheiße (= gleichgültig) [FalladaBlechnapf11]
d)
in Verwünschungen, Flüchen
Beispiele:
elende, verdammte, verfluchte Scheiße!
so eine Scheiße!
»Scheiße!« schimpfte einer und stöhnte [RennKrieg253]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scheißen · Scheiße · Schiet · Schiete · Scheißkerl · Schiß · Anschiß · bescheißen · beschissen · Beschiß · verscheißen · verscheißern · Verschiß · verschissen
scheißen Vb. ‘den Darm entleeren’ (als sehr derb empfunden), ahd. biskīʒan (s. unten), mhd. schīʒen, mnd. schīten, mnl. scīten, nl. schijten, afries. skīta, aengl. scītan, engl. (mundartlich) to shite (neben to shit), anord. skīta, schwed. skita (germ. *skītan) sind an die Dentalerweiterung ie. *skē̌id- der unter ↗scheiden (s. d.) genannten Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’ anzuschließen. Die Ausgangsbedeutung ist wohl ‘sich teilen, zerfließen’. Scheiße f. ‘Kot’, in moderner Zeit verbreiteter (häufiger als das Verb gebrauchter) Kraftausdruck der Umgangssprache für alles, was als mißlich empfunden wird, spätmhd. schīʒe ‘Durchfall’. Daneben aus dem Nd. aufgenommenes und als weniger derb angesehenes Schiet m. Schiete f. ‘Kot’, aber auch ‘Dreck, Schmutz, unangenehme Sache’, mnd. schīt(e), mnl. scīte, anord. skītr ‘Kot, Dreck’. Scheißkerl m. Scheltwort ‘kraftloser, mutloser, feiger Mensch’ (18. Jh.). Schiß m. ‘das Scheißen, Blähung’ (16. Jh.), ‘Angst’ (19. Jh.). Anschiß m. ‘grobe Zurechtweisung, Tadel’ (1800). bescheißen Vb. ‘mit Kot verunreinigen, betrügen’, ahd. biskīʒan ‘besudeln’ (11. Jh.), mhd. beschīʒen ‘besudeln, betrügen’; beschissen Part.adj. ‘besudelt, beschmutzt’, bildlich ‘entehrt’, dann ‘unangenehm, peinlich, unerträglich’. Beschiß m. ‘Betrug’, spätmhd. beschiʒ. verscheißen Vb. ‘mit Kot beschmutzen’ (17. Jh.). Bildlich verscheißern Vb. ‘zum Narren halten, betrügen’ (20. Jh.). Entsprechend in der Studentensprache Verschiß m. ‘Verruf, Mißachtung’ (18. Jh.). Daran anknüpfend in derber Umgangssprache verschissen Part. Prät. in der Wendung es verschissen haben ‘es mit jmdm. verdorben haben, jmds. Gunst verloren haben’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausscheidung · ↗Kot · ↗Stuhl  ●  ↗Fäkalien  Plural · ↗Losung  Jägersprache · ↗Exkrement  fachspr. · ↗Fäzes  fachspr. · ↗Haufen  ugs. · ↗Kacke  derb · Scheiße  derb · ↗Wurst  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Blödsinn · ↗Humbug · ↗Nonsens · ↗Unfug · ↗Widersinn  ●  Nonsense  engl. · ↗Unsinn  Hauptform · dümmliches Gerede  variabel · ↗Blech  ugs. · ↗Bockmist  ugs. · ↗Bullshit  derb, engl. · Driss  ugs. · Dummfug  ugs. · ↗Fez  ugs. · ↗Firlefanz  ugs. · ↗Gefasel  ugs., abwertend · ↗Gelaber  ugs. · ↗Geschwafel  ugs. · ↗Gewäsch  ugs. · ↗Heckmeck  ugs. · ↗Kappes  ugs. · ↗Kiki  ugs. · ↗Kohl  ugs. · ↗Kokolores  ugs. · ↗Krampf  ugs. · ↗Käse  ugs. · ↗Mist  ugs. · ↗Mumpitz  ugs. · ↗Papperlapapp  ugs. · ↗Pillepalle  ugs. · ↗Pipifax  ugs. · ↗Quark  ugs. · ↗Quatsch  ugs. · Quatsch mit Soße  ugs., berlinerisch · Scheiß  derb · Scheiße  derb · ↗Schmarren  ugs. · ↗Schmarrn  ugs. · ↗Schmonzes  ugs. · ↗Schmu  ugs. · ↗Schmäh  ugs., österr. · Schwachfug  derb · ↗Schwachsinn  ugs. · ↗Sottise(n)  geh., franz. · ↗Stuss  ugs. · ↗Tinnef  ugs. · dummes Zeug  ugs. · geistiger Durchfall  derb · geistiger Dünnschiss  derb · gequirlte Scheiße  derb · saudummes Zeug  ugs., süddt.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zum Scheißen wäre Schnitzel ein Stück weggegangen vom Platz, wo es ausruhte oder aß.
Die Zeit, 17.02.1992, Nr. 07
Einige Käufer habe sie allerdings im Verdacht, die Bücher weniger zum Lesen als zum Scheißen zu verwenden.
konkret, 1985
Dort habe er, so sagte er mir in einem Gespräch, "eine neue Beziehung zu den wirklich existenziellen Dingen, zum Schlafen, Essen, Vögeln, Scheißen" gefunden.
Bild, 28.01.2000
Ansonsten besteht die Serie im Wesentlichen aus endlosen Nachtfahrten und Slang-Dialogen über Sex, Schwanzgrößen und den richtigen Moment zum Scheißen.
Die Zeit, 24.08.2009, Nr. 34
Sie sitzen beim Scheißen, waschen sich nachher nicht den Hintern, fressen Schweinefleisch, glauben nicht an den Propheten und stopfen sich Zeitungen in die Taschen.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 102
Zitationshilfe
„Scheiße“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scheiße>, abgerufen am 19.11.2018.

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