Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Scheide, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Scheide · Nominativ Plural: Scheiden
Aussprache 
Worttrennung Schei-de
Wortbildung  mit ›Scheide‹ als Erstglied: Scheidenkrampf · Scheidenmuschel · Scheidenpessar · Scheidenvorfall · Scheidenöffnung
 ·  mit ›Scheide‹ als Letztglied: Blattscheide · Degenscheide · Grenzscheide · Markscheide · Sehnenscheide · Sprachscheide · Säbelscheide · Völkerscheide · Wasserscheide · Wegscheide · Wetterscheide
eWDG

Bedeutungen

1.
gehoben Grenze, die zwei Bereiche voneinander trennt, Scheidegrenze
Beispiel:
das Rote Meer ist die Scheide, die Afrika von Asien trennt
bildlich
Beispiel:
die Scheide zwischen Leben und Tod
Wende
Beispiel:
ich saß an der Scheide meines Lebens [ FedererRegina Lob303]
2.
schmale Schutzhülle, in die Hiebwaffen und Stichwaffen gesteckt werden
Beispiele:
den Säbel, Dolch aus der Scheide ziehen, reißen, in die Scheide stecken, zurückstoßen
eine Scheide aus starkem Leder, aus Metall
3.
von der Gebärmutter nach außen führender Teil des weiblichen Geschlechtsorgans, Vagina
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scheide f. ‘Hülle, Grenze’ (vgl. Wasserscheide), ahd. skeida (9. Jh.), mhd. scheide ‘Scheidung, Trennung, Abschied, Tod, Unterscheidung, Schwert-, Messerscheide’ (vgl. ahd. swertskeida, 11. Jh.), asächs. skēðia, mnd. schēde, mnl. scēde, sceide, nl. schede, afries. -skēthe, aengl. scǣþ, scēaþ, engl. sheath, anord. (Plur.) skeiðir (Sing. skeið ‘Weberkamm, Holzlöffel’, eigentlich ‘gespaltenes Holzstück’) führen auf germ. *skaiþ(j)ō und gehören zu dem unter scheiden (s. d.) behandelten Verb und bezeichnen ursprünglich die ‘Schwertscheide’, eine Hülle aus zwei Holzplatten zum Schutz der Schwertklinge. Die übertragene, bereits ahd. mhd. bezeugte Bedeutung ‘Trennung, Abschied, Unterscheidung’ ist auch erhalten in Komposita wie Wasser- (14. Jh.), Grenz- (17. Jh.), Völkerscheide (19. Jh.). Die Verwendung für ‘weibliche Scham’ entwickelt sich im 16. Jh. sowohl aus verhüllendem Gebrauch (vgl. ein fremdes Messer in die Scheide stecken) als auch aus der Übersetzung von lat. vagīna ‘Schwert-, Degenscheide, weibliche Scham’.

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Scheide  ●  Fotze  vulg. · Fut  vulg. · Haartruhe  vulg., Rotwelsch · Loch  vulg. · Muschi  ugs. · Möse  vulg. · Pussy  ugs. · Spalte  vulg. · Vagina  fachspr. · Venusspalte  vulg. · Votze  vulg. · Vulva  fachspr. · Yoni  fachspr.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
Scheide · Schwertscheide

Typische Verbindungen zu ›Scheide‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Scheide‹.

Verwendungsbeispiele für ›Scheide‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch die Scheide ist so gebaut, daß sie sich weit genug dehnen kann, um den Kopf eines Babys hindurchzulassen. [Wilberg, Gerlinde M.: Zeit für uns, München: Frauenbuchverl. 1979, S. 62]
Nach 8 bis 9 Monaten kommt dann das Kind durch die Scheide der Mutter auf die Welt. [Lakaschus, Carmen u. Binder, Hans-Jörg: Der Unterschied von Mann und Frau, Frankfurt: Bärmeier und Nikel 1968, S. 68]
Auf einem kleinen Sofa links liegt ein Degen in der Scheide. [Hofmannsthal, Hugo von: Der Rosenkavalier. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1911], S. 10807]
Aber so war er stets nur einem Dolch in der Scheide vergleichbar. [Hermann, Georg [d.i. Borchardt, Georg Hermann]: Jettchen Gebert, Berlin: Fleischel 1919 [1906], S. 245]
Diese Schwämmchen, die mit Anti‑Sperma‑Giftstoffen getränkt sind und in die Scheide eingeführt werden, versagen häufig. [konkret, 1982]
Zitationshilfe
„Scheide“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scheide>.

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