Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schein, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schein(e)s · Nominativ Plural: Scheine · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [ʃaɪ̯n]
Wortbildung  mit ›Schein‹ als Erstglied: Scheingrab · Scheinproblem · Scheinriese · Scheinwerfer · scheinfromm · scheinheilig · scheinrevolutionär
 ·  mit ›Schein‹ als Letztglied: Abendschein · Abschein · Anschein · Augenschein · Dämmerschein · Fackelschein · Feuerschein · Flackerschein · Flammenschein · Gegenschein · Glorienschein · Heiligenschein · Kerzenschein · Lampenschein · Laternenschein · Lichtschein · Mondenschein · Mondschein · Morgenschein · Purpurschein · Silberschein · Sonnenschein · Sternenschein · Vorschein
 ·  formal verwandt mit: schein-
eWDG

Bedeutungen

1.
von einer Lichtquelle ausgehende Helligkeit, Lichtschein
Beispiele:
der helle, glänzende, strahlende, warme Schein der Sonne
der blasse, matte Schein des Mondes
der glitzernde, flimmernde Schein der Sterne
der stille, feierliche, trauliche Schein einer brennenden Kerze
beim Schein einer Lampe lesen
im Schein einer Lampe sitzen
der trübselige Schein der Straßenlaternen
der düstere, zuckende Schein der Fackeln, des Wachtfeuers
die Taschenlampe warf einen runden Schein an die Decke des Zimmers
der Schein des brennenden Holzstoßes leuchtete weithin in die Nacht
das trübe Licht in der Gaststube brannte einen Schein (= ein wenig) heller [ NollHolt2,179]
Widerschein, Glanz, Schimmer
Beispiel:
der Schein der lackierten Vase, Tischplatte
bildlich
Beispiel:
daß ein Schein (= ein Anflug, eine leise Spur, ein Schimmer) von Glück an ihrem Mund gewesen war [ JahnnNiederschrift1,153]
übertragen
Beispiel:
diese häßliche Höhle ist vergoldet vom Schein ihrer Liebe [ FalladaWolf1, 145]
2.
äußerliche (eingebildete) Erscheinung, Wirkung, die dem wirklichen Sachverhalt nicht entspricht oder ihn verschleiert, Trugbild, Täuschung
Beispiele:
der äußere, hohle, leere, falsche, nur ästhetische Schein
Sein und Schein
Schein und Wirklichkeit
die Welt des (schönen) Scheins (= das Theater, die Dichtung)
er wirkt stark und gesund, aber das ist alles nur Schein
sich durch den, vom Schein blenden, täuschen lassen
der Schein trügt, spricht gegen ihn
auch nicht den Schein eines Beweises (= keinen Beweis) vorbringen können
(mit Mühe) den Schein der Freundlichkeit (be)wahren (können)
den Schein (= vorhandenen falschen Eindruck) wahren, aufrechterhalten
etw. zum Schein (= in irreführender Absicht) tun
an die Stelle des wechselnden Scheins das bleibende Sein zu setzen [ PlanckSinn14]
Der Schein ist gegen mich, doch darf ich hoffen, / Daß ich nicht nach dem Schein gerichtet werde! [ SchillerStuartIV 6]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scheinen · erscheinen · Erscheinung · wahrscheinlich · anscheinend · anscheinen · Schein · bescheinigen · Bescheinigung · scheinbar · unscheinbar · scheinheilig · scheintot · Scheintod · Scheinwerfer
scheinen Vb. ‘leuchten, glänzen’, übertragen ‘aussehen als ob, zu Vermutungen Anlaß geben’. Das mit Nasalformans gebildete gemeingerm. Verb ahd. skīnan (8. Jh.), mhd. schīnen ‘strahlen, glänzen, leuchten, erscheinen, sichtbar werden, dem Schein nach (aber nicht in Wirklichkeit) sein’, asächs. skīnan, mnd. schīnen, mnl. scīnen, nl. schijnen, afries. skīna, aengl. scīnan, engl. to shine, anord. skīna, schwed. skina, got. skeinan (verwandt mit Schemen, schier2, schimmern, s. d.) führen auf germ. *skīnan und stellen sich (wie Schein, s. unten) mit aind. chāyā́ ‘Schatten, Widerschein’, griech. skiá (σκιά) ‘Schatten’, aslaw. sěnь, russ. sen’ (сень) ‘Schatten’, aslaw. sịjati, russ. siját’ (сиять) ‘strahlen, glänzen’ zu einer Wurzel ie. *sk̑āi-, *sk̑i- ‘gedämpft schimmern, Schatten’. scheinen bezeichnet anfangs vor allem das Leuchten der Himmelskörper, steht dann (bereits ahd.) für ‘zum Vorschein kommen, sichtbar werden’ (im Nhd. dafür erscheinen, s. unten). Aus der Wendung mir scheint, mhd. eʒ schīnet mir ‘mich dünkt’ und aus Vergleichen ‘aussehen wie etw. (ohne Übereinstimmung mit der Wirklichkeit)’ entwickelt sich der moderne Gebrauch ‘den Eindruck erwecken, zur Vermutung Anlaß geben’. erscheinen Vb. ‘zum Vorschein kommen, sichtbar werden, hervortreten, veröffentlicht werden’, ahd. irskīnan ‘offenbar werden, sich zeigen, leuchten’ (um 800), mhd. (stark) erschīnen, daneben (schwach und kausativ) erscheinen ‘leuchten lassen, deutlich machen, zeigen’; Erscheinung f. ‘Aussehen, Aufmachung, Vision, Gespenst, Veröffentlichung, Wahrnehmung’, spätmhd. erschīnunge. wahrscheinlich Adj. ‘vermutlich’ (17. Jh.), nach nl. waarschijnlijk, einer Übersetzung von frz. vraisemblable, das seinerseits dem lat. vērī similis nachgebildet ist, wofür im Dt. zuvor der Wahrheit gleich, wahrähnlich (16. Jh.), der Wahrheit ähnlich (17. Jh.). anscheinend Adv. ‘offenbar, offensichtlich’ (18. Jh.), eigentlich Part. Präs. zu anscheinen Vb. ‘beleuchten, -strahlen’, älter ‘sichtbar werden, sich zeigen’, ahd. anaskīnan (um 1000), mhd. aneschīnen ‘bescheinen, beleuchten, sichtbar sein bzw. werden’. Schein m. ‘Lichtstrahl, Glanz, Schimmer, äußeres Aussehen, Trugbild, schriftlicher Nachweis, Bestätigung, Banknote’, ahd. skīn (9. Jh.), mhd. schīn ‘Strahl, Glanz, Helligkeit, Sichtbarkeit, sichtbarer Beweis’, woraus ‘schriftlicher Beweis, Urkunde, Dokument, schriftliche Bestätigung’ (15. Jh.), asächs. skīn ‘Licht, Glanz’, mnd. schīn, mnl. scijn, nl. schijn, aengl. scīn, engl. shine, (ablautend) anord. skin, schwed. sken. bescheinigen Vb. ‘(durch eine schriftliche Bestätigung) bezeugen’ (18. Jh.), ‘(mit Hilfe von Schriftstücken) beweisen’, mnd. beschēnigen (14. Jh.), niederrhein. bescheinigen (15. Jh.), seit dem 16. Jh. geläufig; Bescheinigung f. ‘Nachweis, Beweis’ (16. Jh.), ‘schriftliche Bestätigung’ (18. Jh.). scheinbar Adj. ‘nicht wirklich, nur vorgetäuscht’, ahd. skīnbāri ‘glänzend, leuchtend, offenbar, sichtbar’ (um 1000), mhd. schīnbære. unscheinbar Adj. ‘unauffällig’, eigentlich ‘nicht glänzend’ (15. Jh.). scheinheilig Adj. ‘sich heilig stellend, Aufrichtigkeit oder Frömmigkeit vortäuschend, heuchlerisch’ (um 1580), nl. schijnheilig (1557), nach die scheynenden heilgen (Luther 1518). scheintot Adj. ‘nur dem Schein nach, nicht wirklich tot’, Scheintod m. ‘Zustand, in dem alle Lebensäußerungen aufgehört zu haben scheinen’ (beide 19. Jh.). Scheinwerfer m. ‘einen gebündelten Lichtstrahl aussendende Lichtquelle’ (Campe 1791 für frz. réverbère ‘Reflektor, Hohlspiegel’).

Typische Verbindungen zu ›Schein‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schein‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schein‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber der Mond sei weiblich, sagte meine Mutter, der Mond mit seinem silbernen Schein. [Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 57]
Insgesamt trug der Tisch schließlich etwa 450 Dollar, die ausländischen Scheine eingerechnet. [Johnson, Uwe: Jahrestage, Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1970, S. 314]
So läßt er sich zum Schein auf das königliche Ansinnen ein. [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 246]
Dem ohnmächtigen Schein antwortet die tödliche Wirklichkeit, dem Spiel der Ernst. [Horkheimer, Max u. Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam: Querido 1947 [1944], S. 207]
Wie lange hält denn diese große Koalition des schönen Scheins? [Der Spiegel, 07.03.1994]
Zitationshilfe
„Schein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schein#1>.

Weitere Informationen …

Schein, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schein(e)s · Nominativ Plural: Scheine
Aussprache  [ʃaɪ̯n]
Wortbildung  mit ›Schein‹ als Letztglied: 100-Mark-Schein · Abmeldeschein · Abstimmungsschein · Angelschein · Anteilschein · Anteilsschein · Begleitschein · Behandlungsschein · Beratungsschein · Besserungsschein · Bezugschein · Bezugsschein · Dividendenschein · Eheschein · Einlieferungsschein · Einzahlungsschein · Empfangsschein · Entlassungsschein · Entlausungsschein · Erbschein · Erlagschein · Erlaubnisschein · Euroschein · Fahrschein · Fischereischein · Flugschein · Freifahrtschein · Fährschein · Führerschein · Fünfmarkschein · Fünfzigmarkschein · Gabelstaplerschein · Garantieschein · Geburtsschein · Geldschein · Gepäckaufbewahrungsschein · Gepäckschein · Gewerbeschein · Gewinnschein · Grenzschein · Gutschein · Heimatschein · Hundert-Mark-Schein · Hundertmarkschein · Impfschein · Interimsschein · Investmentschein · Jagdschein · Karnickelschein · Kfz-Schein · Kraftfahrzeugschein · Krankenschein · Lagerschein · Leichenschauschein · Leihschein · Lieferschein · Losschein · Lottoschein · Markschein · Meldeschein · Parkschein · Partizipationsschein · Passierschein · Persilschein · Pfandschein · Pilotenschein · Prämienschein · Quartierschein · Registrierschein · Rentenschein · Reparaturschein · Schuldschein · Schwimmschein · Sicherungsschein · Spielschein · Staplerschein · Sterbeschein · Tauchschein · Taufschein · Tausendmarkschein · Teilnahmeschein · Tippschein · Totenschein · Totoschein · Transitschein · Transportschein · Trauschein · Typschein · Urlaubsschein · Versicherungsschein · Waffenschein · Wahlschein · Wettschein · Zahlschein · Zehnmarkschein · Zeltschein · Zulassungsschein · Zwanzigmarkschein · Zweimarkschein · Zwischenschein · Überweisungsschein
 ·  formal verwandt mit: bescheinigen
eWDG

Bedeutungen

1.
schriftliche Bescheinigung, die
a)
etw. amtlich beglaubigt
Beispiele:
ein Schein, der jmds. Geburt, Krankheit, Tod beglaubigt
der Arzt hat den Schein ausgefüllt, unterschrieben
dieser Schein ist ein Beleg dafür, dass er sich angemeldet hat
auf Grund dieses Scheines kann er in den Urlaub fahren
einen Schein lösen, lochen (= einen Fahrschein lösen, lochen)
umgangssprachlicheinen Schein knipsen lassen (= einen Fahrschein knipsen lassen)
Der Roßkamm versicherte, daß er siebzehn Mal in seinem Leben, ohne einen solchen Schein [Passierschein], über die Grenze gezogen sei [ KleistKohlhaas3,143]
b)
garantiert, dass man eine bestimmte Tätigkeit ausüben darf, Erlaubnisschein
Beispiele:
zum Zelten werden noch Scheine ausgestellt
wer ohne Schein angelt, muss Strafe zahlen
c)
einen bestimmten Wert hat oder als Quittung für etw. dient
Beispiele:
gegen Vorlage dieses Scheines erhalten die Reisenden ihr Gepäck zurück
am Abholschalter den Schein vorweisen
ein Schein über hundert Euro
hast du auch alle Scheine beisammen?
auf diesen Schein haben wir hundert Euro gewonnen (= auf dieses Lotterielos haben wir hundert Euro gewonnen)
2.
Banknote, Geldschein
Beispiele:
ein alter, echter, falscher, neuer Schein
ein zerknitterter, eingerissener Schein
eine Menge Scheine in der Brieftasche haben
einen Schein (zusammen)falten, kniffen
die Scheine bündeln, zählen
umgangssprachlicheinen großen (= höheren Wert repräsentierenden) Schein wechseln lassen
umgangssprachlichtausend Euro in kleinen Scheinen (= hundert Euro in einen niedrigeren Wert repräsentierenden Scheinen)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scheinen · erscheinen · Erscheinung · wahrscheinlich · anscheinend · anscheinen · Schein · bescheinigen · Bescheinigung · scheinbar · unscheinbar · scheinheilig · scheintot · Scheintod · Scheinwerfer
scheinen Vb. ‘leuchten, glänzen’, übertragen ‘aussehen als ob, zu Vermutungen Anlaß geben’. Das mit Nasalformans gebildete gemeingerm. Verb ahd. skīnan (8. Jh.), mhd. schīnen ‘strahlen, glänzen, leuchten, erscheinen, sichtbar werden, dem Schein nach (aber nicht in Wirklichkeit) sein’, asächs. skīnan, mnd. schīnen, mnl. scīnen, nl. schijnen, afries. skīna, aengl. scīnan, engl. to shine, anord. skīna, schwed. skina, got. skeinan (verwandt mit Schemen, schier2, schimmern, s. d.) führen auf germ. *skīnan und stellen sich (wie Schein, s. unten) mit aind. chāyā́ ‘Schatten, Widerschein’, griech. skiá (σκιά) ‘Schatten’, aslaw. sěnь, russ. sen’ (сень) ‘Schatten’, aslaw. sịjati, russ. siját’ (сиять) ‘strahlen, glänzen’ zu einer Wurzel ie. *sk̑āi-, *sk̑i- ‘gedämpft schimmern, Schatten’. scheinen bezeichnet anfangs vor allem das Leuchten der Himmelskörper, steht dann (bereits ahd.) für ‘zum Vorschein kommen, sichtbar werden’ (im Nhd. dafür erscheinen, s. unten). Aus der Wendung mir scheint, mhd. eʒ schīnet mir ‘mich dünkt’ und aus Vergleichen ‘aussehen wie etw. (ohne Übereinstimmung mit der Wirklichkeit)’ entwickelt sich der moderne Gebrauch ‘den Eindruck erwecken, zur Vermutung Anlaß geben’. erscheinen Vb. ‘zum Vorschein kommen, sichtbar werden, hervortreten, veröffentlicht werden’, ahd. irskīnan ‘offenbar werden, sich zeigen, leuchten’ (um 800), mhd. (stark) erschīnen, daneben (schwach und kausativ) erscheinen ‘leuchten lassen, deutlich machen, zeigen’; Erscheinung f. ‘Aussehen, Aufmachung, Vision, Gespenst, Veröffentlichung, Wahrnehmung’, spätmhd. erschīnunge. wahrscheinlich Adj. ‘vermutlich’ (17. Jh.), nach nl. waarschijnlijk, einer Übersetzung von frz. vraisemblable, das seinerseits dem lat. vērī similis nachgebildet ist, wofür im Dt. zuvor der Wahrheit gleich, wahrähnlich (16. Jh.), der Wahrheit ähnlich (17. Jh.). anscheinend Adv. ‘offenbar, offensichtlich’ (18. Jh.), eigentlich Part. Präs. zu anscheinen Vb. ‘beleuchten, -strahlen’, älter ‘sichtbar werden, sich zeigen’, ahd. anaskīnan (um 1000), mhd. aneschīnen ‘bescheinen, beleuchten, sichtbar sein bzw. werden’. Schein m. ‘Lichtstrahl, Glanz, Schimmer, äußeres Aussehen, Trugbild, schriftlicher Nachweis, Bestätigung, Banknote’, ahd. skīn (9. Jh.), mhd. schīn ‘Strahl, Glanz, Helligkeit, Sichtbarkeit, sichtbarer Beweis’, woraus ‘schriftlicher Beweis, Urkunde, Dokument, schriftliche Bestätigung’ (15. Jh.), asächs. skīn ‘Licht, Glanz’, mnd. schīn, mnl. scijn, nl. schijn, aengl. scīn, engl. shine, (ablautend) anord. skin, schwed. sken. bescheinigen Vb. ‘(durch eine schriftliche Bestätigung) bezeugen’ (18. Jh.), ‘(mit Hilfe von Schriftstücken) beweisen’, mnd. beschēnigen (14. Jh.), niederrhein. bescheinigen (15. Jh.), seit dem 16. Jh. geläufig; Bescheinigung f. ‘Nachweis, Beweis’ (16. Jh.), ‘schriftliche Bestätigung’ (18. Jh.). scheinbar Adj. ‘nicht wirklich, nur vorgetäuscht’, ahd. skīnbāri ‘glänzend, leuchtend, offenbar, sichtbar’ (um 1000), mhd. schīnbære. unscheinbar Adj. ‘unauffällig’, eigentlich ‘nicht glänzend’ (15. Jh.). scheinheilig Adj. ‘sich heilig stellend, Aufrichtigkeit oder Frömmigkeit vortäuschend, heuchlerisch’ (um 1580), nl. schijnheilig (1557), nach die scheynenden heilgen (Luther 1518). scheintot Adj. ‘nur dem Schein nach, nicht wirklich tot’, Scheintod m. ‘Zustand, in dem alle Lebensäußerungen aufgehört zu haben scheinen’ (beide 19. Jh.). Scheinwerfer m. ‘einen gebündelten Lichtstrahl aussendende Lichtquelle’ (Campe 1791 für frz. réverbère ‘Reflektor, Hohlspiegel’).

Typische Verbindungen zu ›Schein‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schein‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schein‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber der Mond sei weiblich, sagte meine Mutter, der Mond mit seinem silbernen Schein. [Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 57]
Insgesamt trug der Tisch schließlich etwa 450 Dollar, die ausländischen Scheine eingerechnet. [Johnson, Uwe: Jahrestage, Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1970, S. 314]
So läßt er sich zum Schein auf das königliche Ansinnen ein. [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 246]
Dem ohnmächtigen Schein antwortet die tödliche Wirklichkeit, dem Spiel der Ernst. [Horkheimer, Max u. Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam: Querido 1947 [1944], S. 207]
Wie lange hält denn diese große Koalition des schönen Scheins? [Der Spiegel, 07.03.1994]
Zitationshilfe
„Schein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schein#2>.

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