Scheinwerfer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Scheinwerfers · Nominativ Plural: Scheinwerfer
Aussprache
WorttrennungSchein-wer-fer (computergeneriert)
WortzerlegungSchein1Werfer
Wortbildung mit ›Scheinwerfer‹ als Erstglied: ↗Scheinwerferkegel · ↗Scheinwerferlicht  ·  mit ›Scheinwerfer‹ als Letztglied: ↗Halogenscheinwerfer · ↗LED-Scheinwerfer · ↗Nebelscheinwerfer · ↗Rückfahrscheinwerfer · ↗Suchscheinwerfer
eWDG, 1974

Bedeutung

künstliche Lichtquelle, deren Lichtstrahlen durch Reflexion gebündelt werden und dadurch in große Entfernung dringen können
Beispiele:
mit Scheinwerfern den Himmel, die Gegend absuchen
das Rathaus wird nachts von Scheinwerfern angestrahlt
die starken Scheinwerfer der Lastkraftwagen
mit abgeblendeten Scheinwerfern fahren
die Scheinwerfer aufblenden
Kraftfahrzeuge haben runde, ovale oder viereckige Scheinwerfer
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scheinen · erscheinen · Erscheinung · wahrscheinlich · anscheinend · anscheinen · Schein · bescheinigen · Bescheinigung · scheinbar · unscheinbar · scheinheilig · scheintot · Scheintod · Scheinwerfer
scheinen Vb. ‘leuchten, glänzen’, übertragen ‘aussehen als ob, zu Vermutungen Anlaß geben’. Das mit Nasalformans gebildete gemeingerm. Verb ahd. skīnan (8. Jh.), mhd. schīnen ‘strahlen, glänzen, leuchten, erscheinen, sichtbar werden, dem Schein nach (aber nicht in Wirklichkeit) sein’, asächs. skīnan, mnd. schīnen, mnl. scīnen, nl. schijnen, afries. skīna, aengl. scīnan, engl. to shine, anord. skīna, schwed. skina, got. skeinan (verwandt mit ↗Schemen, ↗schier, ↗schimmern, s. d.) führen auf germ. *skīnan und stellen sich (wie Schein, s. unten) mit aind. chāyā́ ‘Schatten, Widerschein’, griech. skiá (σκιά) ‘Schatten’, aslaw. sěnь, russ. sen’ (сень) ‘Schatten’, aslaw. sịjati, russ. siját’ (сиять) ‘strahlen, glänzen’ zu einer Wurzel ie. *sk̑āi-, *sk̑i- ‘gedämpft schimmern, Schatten’. scheinen bezeichnet anfangs vor allem das Leuchten der Himmelskörper, steht dann (bereits ahd.) für ‘zum Vorschein kommen, sichtbar werden’ (im Nhd. dafür erscheinen, s. unten). Aus der Wendung mir scheint, mhd. eʒ schīnet mir ‘mich dünkt’ und aus Vergleichen ‘aussehen wie etw. (ohne Übereinstimmung mit der Wirklichkeit)’ entwickelt sich der moderne Gebrauch ‘den Eindruck erwecken, zur Vermutung Anlaß geben’. erscheinen Vb. ‘zum Vorschein kommen, sichtbar werden, hervortreten, veröffentlicht werden’, ahd. irskīnan ‘offenbar werden, sich zeigen, leuchten’ (um 800), mhd. (stark) erschīnen, daneben (schwach und kausativ) erscheinen ‘leuchten lassen, deutlich machen, zeigen’; Erscheinung f. ‘Aussehen, Aufmachung, Vision, Gespenst, Veröffentlichung, Wahrnehmung’, spätmhd. erschīnunge. wahrscheinlich Adj. ‘vermutlich’ (17. Jh.), nach nl. waarschijnlijk, einer Übersetzung von frz. vraisemblable, das seinerseits dem lat. vērī similis nachgebildet ist, wofür im Dt. zuvor der Wahrheit gleich, wahrähnlich (16. Jh.), der Wahrheit ähnlich (17. Jh.). anscheinend Adv. ‘offenbar, offensichtlich’ (18. Jh.), eigentlich Part. Präs. zu anscheinen Vb. ‘beleuchten, -strahlen’, älter ‘sichtbar werden, sich zeigen’, ahd. anaskīnan (um 1000), mhd. aneschīnen ‘bescheinen, beleuchten, sichtbar sein bzw. werden’. Schein m. ‘Lichtstrahl, Glanz, Schimmer, äußeres Aussehen, Trugbild, schriftlicher Nachweis, Bestätigung, Banknote’, ahd. skīn (9. Jh.), mhd. schīn ‘Strahl, Glanz, Helligkeit, Sichtbarkeit, sichtbarer Beweis’, woraus ‘schriftlicher Beweis, Urkunde, Dokument, schriftliche Bestätigung’ (15. Jh.), asächs. skīn ‘Licht, Glanz’, mnd. schīn, mnl. scijn, nl. schijn, aengl. scīn, engl. shine, (ablautend) anord. skin, schwed. sken. bescheinigen Vb. ‘(durch eine schriftliche Bestätigung) bezeugen’ (18. Jh.), ‘(mit Hilfe von Schriftstücken) beweisen’, mnd. beschēnigen (14. Jh.), niederrhein. bescheinigen (15. Jh.), seit dem 16. Jh. geläufig; Bescheinigung f. ‘Nachweis, Beweis’ (16. Jh.), ‘schriftliche Bestätigung’ (18. Jh.). scheinbar Adj. ‘nicht wirklich, nur vorgetäuscht’, ahd. skīnbāri ‘glänzend, leuchtend, offenbar, sichtbar’ (um 1000), mhd. schīnbære. unscheinbar Adj. ‘unauffällig’, eigentlich ‘nicht glänzend’ (15. Jh.). scheinheilig Adj. ‘sich heilig stellend, Aufrichtigkeit oder Frömmigkeit vortäuschend, heuchlerisch’ (um 1580), nl. schijnheilig (1557), nach die scheynenden heilgen (Luther 1518). scheintot Adj. ‘nur dem Schein nach, nicht wirklich tot’, Scheintod m. ‘Zustand, in dem alle Lebensäußerungen aufgehört zu haben scheinen’ (beide 19. Jh.). Scheinwerfer m. ‘einen gebündelten Lichtstrahl aussendende Lichtquelle’ (Campe 1791 für frz. réverbère ‘Reflektor, Hohlspiegel’).

Thesaurus

Automobil
Synonymgruppe
Scheinwerferlicht  ●  Scheinwerfer  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Flutlicht · Scheinwerfer
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Wackeleimer · Wackellampe · ↗Wackler · kopfbewegter Scheinwerfer

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blinker Frontpartie Grill Heckleuchte Klarglas Klarglasoptik Kotflügel Kühlergrill Licht Lichtkegel Lufteinlass Motorhaube Rückleuchte Rücklicht Stoßfänger anstrahlen aufflammen aufgeblendet aufleuchten ausleuchten beleuchten blenden eckig eingeschaltet erleuchten erlöschen gleißend grell leuchten mandelförmig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Scheinwerfer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie strahlende Finger tasten sich die Scheinwerfer um die scharfe Kurve.
Bild, 18.03.2000
Die Scheinwerfer leuchten genüßlich in die Massen, und die Massen sind selig.
Der Tagesspiegel, 27.08.1998
Die Scheinwerfer flammten auf, der Wagen wurde schnell zurückgestoßen, um zu wenden.
Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 206
Und auf dem selbstgefälligen Abzug scheinen noch immer die Scheinwerfer zu scheinen.
Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 165
Der Scheinwerfer, nach dessen Schalter er tastete, war sofort gebrauchsunfähig.
Hermlin, Stephan: Die Zeit der Gemeinsamkeit, Berlin: Bibliothek Fortschrittlicher Deutscher Schriftsteller 1951, S. 178
Zitationshilfe
„Scheinwerfer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scheinwerfer>, abgerufen am 16.12.2019.

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